Arbeitslosenzahl leicht gestiegen

Dennoch: Im Vergleich zum Vorjahr gab es in Schleswig-Holstein im November 7500 Arbeitslose weniger. Der Kreis Stormarn hat die geringste Arbeitslosenquote im Land, Schlusslicht ist die Hansestadt Lübeck.

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27. November 2008, 02:50 Uhr

Die Zahl der Arbeitslosen ist im November in Schleswig-Holstein leicht gestiegen. Insgesamt waren 100.900 Menschen ohne Beschäftigung. Das waren 800 mehr als im Oktober, aber 7500 weniger als vor einem Jahr, berichtete die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Kiel.
Agentur-Chef Jürgen Goecke sprach von einer saisonal typischen Entwicklung, die besonders die stark vom Tourismus geprägten Regionen betreffe. Die Finanz- und Wirtschaftskrise habe sich hingegen noch nicht direkt auf den Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein ausgewirkt. Die Arbeitslosenquote lag wie im Vormonat bei 7,1 Prozent. Im November 2007 betrug sie 7,6 Prozent.
Die Quote in Hamburg sank auf 7,7 Prozent

Bundesweit ging die Zahl der Arbeitslosen um 8000 auf 2.988.000 zurück. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Punkte auf 7,1 Prozent ab. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 8,1 Prozent gelegen. In Hamburg waren 69 362 Menschen ohne Beschäftigung, 1365 weniger als im Oktober. Die Quote in der Hansestadt sank um 0,2 Punkte auf 7,7 Prozent.

Agentur-Chef Goecke betonte, dass die konkreten Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise auf den schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt noch nicht abzusehen seien. "Diese Auswirkungen dürften jedoch im bundesweiten Vergleich unterproportional sein, da die mittelständische Wirtschaftsstruktur des Landes wie ein Puffer wirkt." Zudem hätten die Betriebe in den vergangenen Jahren ihre Strukturen und Prozesse optimiert. Goecke zeigte sich optimistisch, dass die Unternehmen alle Möglichkeiten nutzen, um ihr Personal zu halten. Dazu gehöre etwa der Abbau von Überstunden und die Einführung von Kurzarbeit, die von den Agenturen für Arbeit bezuschusst wird. Einige Betriebe hätten sich bereits über dieses Angebot informiert.
Die niedrigste Arbeitslosenquote unter den Kreisen hatte erneut Stormarn

Die Arbeitsagentur vermeldete für September erneut einen Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. 16.100 neue Arbeitsplätze sind im Vergleich zum Vorjahr entstanden. Insgesamt hatten 829.400 Menschen im Norden einen festen Job.

Vor allem jüngere Arbeitslose profitierten von der bislang guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Norden. Im November waren 10.500 unter 25-Jährige ohne Beschäftigung, 1850 weniger als vor einem Jahr. Dagegen stieg die Zahl der über 50 Jahre alten Arbeitslosen um 73 auf 25.350. Die niedrigste Arbeitslosenquote unter den Kreisen hatte erneut Stormarn mit 3,8 Prozent, die höchste Dithmarschen mit 9,3 Prozent. Unter den Städten stand Neumünster mit 10,5 Prozent am besten da, Lübeck mit 11,5 Prozent am schlechtesten.

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