zur Navigation springen

Computer : Apple macht sein iPad fit gegen wachsende Konkurrenz

vom

Erfunden hat Apple den Tablet-Computer nicht - aber zum Erfolg geführt. Seit der damalige Apple-Chef Steve Jobs 2010 das erste iPad präsentiert hat, hat sich die Computer-Branche komplett gewandelt.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2013 | 09:39 Uhr

Die Verkaufszahlen für herkömmliche PCs befinden sich inzwischen in einem steten Sinkflug, während Tablets von Verkaufsrekord zu Verkaufsrekord eilen.

Mit dem iPad ist Apple zwar immer noch der größte Tablet-Hersteller, doch die Konkurrenz hat mächtig aufgeholt. Rechnet man alle Modelle der unterschiedlichen Unternehmen zusammen, die mit dem Android-System von Google oder abgezweigten Android-Varianten laufen, hat Apple nur die zweitgrößte Plattform.

Apple-Chef Tim Cook und sein Team nutzten daher den schon fast traditionellen Termin vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft, um eine neue iPad-Generation vorzustellen. Das neue iPad Air hat im Vergleich zum Vorgängermodell noch einmal kräftig abgespeckt: Es wiegt jetzt knapp 500 Gramm und ist lediglich 7,5 Millimeter dick. Trotzdem soll es deutlich schneller laufen, weil im Innern wie beim iPhone 5s der neue A7-Prozessor von Apple seine Arbeit verrichtet.

Fans, die darauf gehofft hatten, dass Apples Design-Chef Jony Ive im neuen iPad auch die Super-Kamera des jüngsten iPhones verbauen würde, wurden allerdings enttäuscht. Auch auf den Fingerabdrucksensor des 5s verzichtete Apple bei seinen aufgefrischten Tablets.

Beim kleineren iPad mini legte Apple ebenfalls nach. Der kleine Bruder des großen iPads erhält nun auch das Retina-Display mit hoher Auflösung, bei dem der Betrachter die einzeln Pixel nicht mehr erkennen kann. Auch hier verspricht Apple höhere Leistung und längere Batterielaufzeiten - Angaben, die bis zum Marktstart im November in unabhängigen Testberichten überprüft werden müssen.

Apple verlässt sich aber nicht auf die Magie der Hardware. Für alle neuen Geräte verschenkt der kalifornische Konzern seine Software-Pakete iLife und iWork, mit denen Apple-Kunden erhebliche Teile ihres digitalen Lebens bewältigen können. Außerdem schickte Apple kämpferische Grüße an die Microsoft-Zentrale in Redmond: Das Upgrade des Mac-Betriebssystems OS X «Mavericks» wird kostenlos angeboten.

Ob die Neuheiten reichen, um die Spitzenposition als führender Tablet-Hersteller der Welt zu verteidigen, werden die kommenden Wochen und Monate zeigen. Ein selbstbewusster Apple-Chef Tim Cook verzichtete jedenfalls darauf, die Premium-Preise für die iPads zu senken, um damit Marktanteile zu keulen.

«Jetzt scheint jeder ein Tablet zu machen, selbst die früheren Skeptiker», erlaubte sich Cook einen Seitenhieb gegen die Konkurrenz. «Egal, was man über Aktivierungszahlen sagt, die iPads werden am meisten benutzt», bekräftigte er die Apple-Linie. Das sei wichtiger als reine Absatzzahlen. Zudem habe Apple in den vergangenen dreieinhalb Jahren 170 Millionen iPads verkauft.

Gartner-Analystin Carolina Milanesi hält Cooks Hochpreis-Strategie für umsetzbar. Selbst die ein Jahr alte erste Generation des iPad mini werde für die Kunden angesichts der reichhaltigen Auswahl an Apps interessanter sein als Konkurrenzmodelle mit besseren Displays, urteilte sie. Beim Magazin «Forbes» meinte Kommentator Mark Rogowsky hingegen, Apple agiere, als sei der Konzern allein im Tablet-Markt. Durch die hohen Preise verpasse das Unternehmen die Chance, mit seinem iPad die Computerwelt von Morgen so zu dominieren, wie es einst Microsoft und Intel in der PC-Welt gelungen war.

Die Aktie gab nach der Apple-Präsentation minimal nach - ein Zeichen dafür, dass es für die Börsianer keine Überraschungen gab. Nach jüngsten Produktvorstellungen war der Kurs zum Teil deutlich gefallen, weil die Anleger mehr Neuheiten oder niedrigere Preise erwartet hatten.

Apple zum neuen iPad-Modellen

Apple zum neuen Mac Pro

Apple zur neuen Mac-Software

Tweet von Carolina Milanesi

Rogowsky bei «Forbes»

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen