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Eine Legende feiert Geburtstag : 25 Jahre Game Boy: Hommage an eine Kult-Konsole

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Am 21. April 1989 kam ein kleiner unscheinbarer grauer Kasten auf den Markt, der die Welt von Kindern und Jugendlichen in den 1990ern veränderte: Nintendos portable Spielkonsole Game Boy.

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erstellt am 13.Apr.2014 | 20:30 Uhr

Der Game Boy hat wohl keine Spieler-Generation so beeinflusst wie die, die in den 90er Jahren groß geworden ist. Egal ob in der Schule, auf der langen Autobahnfahrt, beim Übernachten bei Freunden: Der Game Boy war immer dabei. Als er 1989 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, ahnte wohl niemand – auch nicht die Firma Nintendo, die mit maximal 25 Millionen Verkäufen rechnete – wie erfolgreich die kleine Spielekonsole werden würde. 118,69 Millionen Geräte wurden verkauft, weshalb der Game Boy lange Zeit die meistverkaufte tragbare Konsole der Geschichte war. Am 21. April 2014 wird der Game Boy 25 Jahre alt. Zum Vierteljahrhundert gratuliert shz.de und möchte die erste portable Konsole gebührend würdigen.

Hunderte Spiele erschienen für den Game Boy. Zuerst allerdings gab es die Konsole nur mit dem Spiel „Tetris“. Skeptiker sahen den Erfolg nicht, da sie einen kleinen Prozessor und einen Schwarzweiß-Bildschirm hatte. Die Erfolgsgaranten: geringe Größe, geringe Kosten, sparsamer Batterieverbrauch. Der Game Boy wog 300 Gramm und maß 90 x 148 x 32 Millimeter. Zur Einführung kostete der Plastikbrocken 150 Mark.

Tetris wurde mit dem Game Boy ausgeliefert. 35 Millionen Mal wurde das Spiel mit dem Game Boy ausgeliegert.
Tetris wurde mit dem Game Boy ausgeliefert. 35 Millionen Mal wurde das Spiel mit dem Game Boy ausgeliegert. Foto: Screenshot Tetris / Mr.Burns / wikipedia.org

Den Game Boy gab es auch in einer Special Edition mit den Farben , rot, gelb, grün, schwarz, weiß und einer transparenten Version. Da das Display nicht beleuchtet war, erschien später ein Aufsatz für das Display mit Lupe und Licht. So konnte man auch im Dunkeln spielen. 1994 erschien der Super-Game-Boy-Adapter für den Super Nintendo. Game-Boy-Spiele konnte man fortan auch auf dem Fernseher und in Farbe spielen.

Die Sonderedition des Game Boy mit einem transparentem Gehäuse.
Die Sonderedition des Game Boy mit einem transparentem Gehäuse. Foto: jokersmilez /giantbomb.com
 

Die beliebtesten Spiele waren die Serien von Zelda, Super-Mario, Metroid, Donkey-Kong und Pokémon. In Super Mario Land steuerte man einen kleinen Klempner durch verschieden gestaltete Welten, musste Münzen sammeln und Endgegner besiegen. Alles nur, um die Prinzessin Daisy zu befreien. Einmal geschafft, flog man mit ihr und einem Flugzeug in die Wolken. Gerettet.

Screenshot aus dem ersten Level von Super Mario Land.
Screenshot aus dem ersten Level von Super Mario Land. Foto: Screenshot / listal.com
 

1996 erschien der „Game Boy Pocket“. Nur halb so dick, kleiner und mit einem größeren und verbesserten Display, benötigte man nur noch zwei Batterien anstatt vier. Später kam noch eine Batteriestandsanzeige dazu. In Japan erschien ebenfalls der Game Boy Light, der noch leichter war. Der Designer Yokoi Gumpei starb 1997 bei einem Autounfall im Alter von 56 Jahren. Ein Jahr zuvor hatte er den neuen Game Boy noch vorgestellt.

Der Game Boy Pocket für die Hosentasche. Er war halb so dünn wie sein Vorgänger und ebenfalls in bunten Farben erhältlich. Hier in türkis.
Der Game Boy Pocket für die Hosentasche. Er war halb so dünn wie sein Vorgänger und ebenfalls in bunten Farben erhältlich. Hier in türkis. Foto: mikejmoffitt.com
 

Nur zwei Jahre später erschien 1998 der „Game Boy Color“. Worauf viele gehofft hatten, wurde von Nintendo umgesetzt. Ein Farbdisplay mit 32.768 Farben, von denen 56 davon gleichzeitig dargestellt werden konnten, machte die Spiele bunt. Auch die Gehäusefarben ließen keine Wünsche offen. Eine Infrarotschnittstelle machte das Link-Kabel zum gemeinsamen Spielen überflüssig. Das beste: Der neue Game Boy war abwärtskompatibel. Alte Spiel ließen sich weiterhin spielen. Ebenfalls erschien eine limitierte Pokémon-Auflage, die dem Hype um die Spiele-Serie gerecht wurde. Für den Game Boy Color erschienen insgesamt über 1200 Spiele.

 

2001 kam ein Game Boy mit runderneuertere Hardware auf den Markt, der mit seinem Urahn aus dem Jahr 1989 kaum noch etwas gemein hatte. Der „Advance“ kam mit einem verbesserten Farbbildschirm in den Handel. 2003 folgte die zusammenklappare Variante mit dem Kürzel „SP“. Frontbeleuchtung und ein Lithium-Ionen-Akku brachten den Game Boy optisch und technisch ins neue Jahrtausend. 2005 kam mit dem „Game Boy Micro“ noch eine sehr kleine Version des Game Boy Advance auf den Markt. Er war nur 10 x 5 x 1,7 Zentimeter groß.Mit ihm ging die Game Boy-Ära zu Ende. Der Nachfolger trägt nicht länger die Bezeichnung „Game Boy“.

Der Game Boy Advance der 1. Generation.
Der Game Boy Advance der 1. Generation. Foto: Evan Amos

2005 erscheint der erste Nintendo DS, 2006 der Nintendo DS „Lite“ als Nachfolger. Beide sind abwärtskompatibel zum Game-Boy-Advance, sind aber erstmals keine Game-Boy-Nachfolger mehr und sollten laut Nintendo neben der Game-Boy-Linie existieren. Eine Begründung, warum dies so ist, war die völlige Neutentwicklung der Konsole. Bei einem möglichen Flop wollte man die zu diesem Zeitpunkt sehr erfolgreiche Game-Boy-Reihe in ihrem Ruf nicht schädigen.

Der Nintendo DS Lite hat mit dem Game Boy technisch nichts mehr gemein.
Der Nintendo DS Lite hat mit dem Game Boy technisch nichts mehr gemein. Foto: Evan Amos

Fest steht, dass keine andere Konsole so einen Kultcharakter entwickeln konnte wie die Game-Boy-Serie von Nintendo. Für die Generation Y, also alle die zur Jahrtausendwende zu den Teenagern zählten, wird der graue und dann später farbige Freund immer ein Teil unserer Kindheit und Jugend bleiben. Herzlichen Glückwunsch, Game Boy.

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