Bundestagswahl 2017 : Warum Pinneberg seit 64 Jahren über die Wahl entscheidet

Nirgendwo im Kreis Pinneberg ist Ernst Dieter Rossmann lieber als am Krückausperrwerk, wo der Sozialdemokrat gern Vögel beobachtet – außer auf Helgoland vielleicht.

Nirgendwo im Kreis Pinneberg ist Ernst Dieter Rossmann lieber als am Krückausperrwerk, wo der Sozialdemokrat gern Vögel beobachtet – außer auf Helgoland vielleicht.

Seit 1953 gewinnt das Direktmandat in Pinneberg immer die Partei, die später auch den Kanzler stellt.

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04. September 2017, 13:19 Uhr

Pinneberg | Pinneberg scheint irgendwie das Orakel für die Bundestagswahl zu sein. 17 Bundestagswahlen gab es seit 1953. Jedes Mal gewann in dem Wahlkreis mit der Nummer 007 die Partei, die auch auf Bundesebene überzeugen konnte. Zuerst hatte „bild.de“ darüber berichtet.

Pinneberg gilt ohnehin als ein typischer „Wechselwahlkreis“ - er war nie in der Hand einer bestimmten Partei. Hier schlägt die Laune um wie auf Bundesebene. Und tatsächlich stimmten die Pinneberger jedes Mal als ein Regierungswechsel auf Bundesebene zustande kam, auch in ihrem Wahlkreis für einen Wechsel.

Nach einer 20-jährigen CDU-Regierung auf Bundesebene ging die Wahl 1969 auch in Pinneberg für die Sozialdemokraten aus. Dann 1983 wieder eine Wende: Der„Wahlkreis 007“ ging wieder in CDU-Hände - parallel zu Beginn der 16-jährigen Kohl-Ära, der Gerhard Schröder im Oktober 1998 ein Ende setzte. Und wenig verwunderlich: Auch in Pinneberg setzte sich 1998 die SPD durch. 2005, 2009 und 2013 konnte Ole Schröder von der CDU die Pinneberger Wahlen gewinnen.

Sind diese Wahlausgänge dem Zufall geschuldet oder ist der Wahlkreis Pinneberg ein Spiegelbild der politischen Stimmung im Land? Tatsächlich könnte die Struktur-Vielfalt in dem Wahlkreis verantwortlich für die gleichen Ausgänge sein. Von Stadt über Land bis Insel (Helgoland gehört auch dazu) hat der Wahlkreis alles vertreten.

Ernst Dieter Rossmann (SPD) und Michael von Abercron (CDU) hoffen am 24. September auf das Direktmandat aus Pinneberg. Dem Hamburger Abendblatt sagte Rossmann, der sich der ungewöhnlichen Wahlserie bewusst ist: „Gefühlt ist das natürlich noch mehr Ansporn, den Wahlkreis zu gewinnen, damit wir hinterher den Kanzler stellen".

 
gma
 
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