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Bericht der „Welt am Sonntag“ : Radikale Mail von Alice Weidel: AfD-Kandidatin bestreitet Urheberschaft

vom

In dem Text fallen rassistische und Demokratie-verachtende Sätze. Rückendeckung bekommt Weidel von Alexander Gauland.

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2017 | 13:25 Uhr

Berlin | Von der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel soll eine E-Mail mit rassistischen Bemerkungen und Demokratie-verachtenden Thesen aufgetaucht sein. Die AfD bestreitet in Weidels Namen, dass sie die Autorin ist. Die „Welt am Sonntag“ („WamS“) berichtet jedoch, ihr liege eine eidesstattliche Versicherung des Mail-Empfängers, eines früheren Bekannten Weidels, vor.

Der Zeitung zufolge wird in der E-Mail vom 24. Februar 2013 der Vorwurf erhoben, die Regierenden zerstörten durch eine Überschwemmung mit „kulturfremden Völkern wie Arabern, Sinti und Roma“ systematisch die bürgerliche Gesellschaft, um sie als Gegengewicht auszuschalten. „Diese Schweine sind nichts anderes als Marionetten der Siegermaechte des 2. WK“, zitiert das Blatt weiter.

AfD-Sprecher Christian Lüth sagte auf dpa-Anfrage, Weidel habe ihm versichert, diese Mail stamme nicht von ihr. Es sei „eine Fälschung“. AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland wies den Medienbericht scharf zurück. „Diese E-Mail ist nicht ihre Sprache, passt gar nicht zu ihr“, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Es ist der üble Versuch, die AfD um jeden Preis aus dem Bundestag zu halten.“ Gauland unterstellte „eine erbärmliche Kampagne, an der sich auch die Medien beteiligen“.

Der Empfänger der Mail führte gegenüber der Zeitung zur Begründung für Weidels Urheberschaft an, dass sich die Mail in der Betreffzeile auf ein Gespräch mit ihm beziehe und wie bei Weidel damals üblich von „Lille“ unterzeichnet sei. Nach dpa-Informationen war „Lille“ früher ein Spitzname Weidels.

Zu der Zeit, aus der die Mail angeblich stammt, soll Weidel nach Angaben der Zeitung noch nicht Parteimitglied gewesen sein. Sie habe damals aber begonnen, sich im AfD-Vorläufer „Wahlalternative 2013“ zu engagieren, schreibt die „WamS“.

Linksparteichef Bernd Riexinger schrieb dazu im Internet auf Twitter: „Wir müssen verhindern, dass diese Nazis und Rassisten in den nächsten Bundestag einziehen. Diese Mail ist eine Offenbarung.“

 

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer kritisierte Weidel scharf. „Hinter der pseudo-bürgerlichen Fassade von Frau Weidel verbirgt sich die erschreckende Ideologie einer Reichsbürgerin“, sagte er der „Welt“ (Online). „Die AfD von Gauland, Höcke, Meuthen und Weidel ist in Wahrheit eine Lügenpartei, die die deutsche Staatsordnung ablehnt und bekämpft.“

Unionsfraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer fragte: „Biederfrau als Brandstifter? Wie rassistisch und völkisch denken @Alice_Weidel und Teile der AfD wirklich?“

 
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