Bundestagswahl 2017 : Politiker in der Google-Suche: „Angela Merkel ist mir egal“

Google zeigt, was Menschen im Netz interessiert.

Google zeigt, was Menschen im Netz interessiert.

Welche Politiker und Parteien suchen die Menschen im Netz – und in welchem Zusammenhang? Google gibt Antworten.

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17. August 2017, 16:37 Uhr

Berlin | Tippt man in die Google Suchmaske die Namen von Städten, Musikern oder Politikern ein, bekommt man einen guten Eindruck davon, was die Menschen da draußen in den Weiten des Internets interessiert und wie sie über den Nachbarort oder die Bundeskanzlerin denken. Gibt man die Phrase „Angela Merkel ist“ in den Suchschlitz ein und macht ein weiteres Leerzeichen, dann fallen weitere Suchbegriffe herunter, die von vielen Menschen eingegeben wurden. Im Fall der Bundeskanzlerin wird der Satz vervollständigt: „Angela Merkel ist mir egal“ prangt dann ganz oben – dicht gefolgt von „Angela Merkel ist wahnsinnig“. Ziemlich negativ.

Am 24. September wird der 19. Deutsche Bundestag gewählt. 42 Parteien sind zugelassen und versuchen vor allem über das Internet die Gunst der Wähler zu erreichen. Ebenfalls informieren sich immer mehr Bürger im Netz über Parteien, Kandidaten und Programme.

Warum vielen Merkel egal ist, könnte mit diesem Beitrag des Satire-Magazins „Extra 3“ zusammenhängen:

Und wahnsinnig? Hier führen die ersten Treffer der Ergebnisliste auf einen Youtube-Kanal mit dem Namen „Politik Beweise“. Jeder Videotitel dort beginnt mit den Worten „Merkel ist wahnsinnig!“

Und die anderen Spitzenkandidaten?

Anders als Merkel ist Martin Schulz bei Google einfach nur Martin Schulz. Die Phrase „Martin Schulz ist...“ führt nicht zu Treffern. Zu seinem Namen fallen lediglich die Schlagworte „RTL“, „Kiel“, „Frau“ und „Lebenslauf“. Bei Merkel sind es die Schlagworte „Heilbronn“, „Youtube“, „Youtube Interview“ und „Alter“. Hier können wir gleich aufklären: Die Politikerin ist am 17. Juli 63 Jahre alt geworden.

FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner wird am häufigsten mit den Schlagworten „Frau“, „Kinder“, „Haare“ (Wegen seiner Transplantation) und „Porsche“ (Er fährt privat einen) gesucht. Linke-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht wird mit den Suchbegriffen „jung“, „Haare“, „Torte“ (Sie bekam 2016 beim Parteitag eine ins Gesicht) und „Vater“ (Stammt aus dem Iran und ist verschollen) in Verbindung gebracht. Bei ihrem Kollegen Dietmar Bartsch geht es ums weibliche Geschlecht. Es wird nach „Freundin“ und „Frau“ gesucht, gefolgt von „Größe“ (Er ist 1,93 Meter groß).

An Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir interessiert viele ebenfalls: Wer ist die Frau an seiner Seite. Sie heißt Pía María Castro und stammt aus Argentinien. Für die Leute außerdem interessant. Özdemirs Twitter- und Facebook-Profil. Bei Katrin Göring-Eckardt suchen die Nutzer nach Twitter-Account, Zitaten, ihrem Alter und den Enkeln (Sie hat vier Enkel).

Auch bei den AfD-Spitzenkandidaten wird nach Zusatzinformationen gesucht. Bei Alexander Gauland nach Tochter Dorothea, einer Pfarrerin, die sich für Flüchtlinge einsetzt und ihren Vater kritisiert. Bei Alice Weidel fallen die Begriffe „Frau“ (Sie ist homosexuell), „Youtube“, „Sohn“ und „Lebenslauf“ in der Suchleiste.

Insgesamt ist das Suchinteresse am SPD-Spitzenkandidaten Schulz, dem größten Herausforderer von Angela Merkel, gering. Während Angela Merkel mit 61 Prozent auf Platz 1 der fünf meistgesuchten Spitzenkandidaten in den letzten sieben Tagen war, kommt ihr Konkurrent auf nur 25 Prozent. Abgeschlagen folgen Christian Lindner (FDP, sechs Prozent), Sahra Wagenknecht (Linke, fünf Prozent) und Cem Özdemir (Grüne, drei Prozent).

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Unterschiede beim Suchvolumen zu Parteien und deren Wahlprogramm

Google hat ebenfalls analysiert, nach welchen Parteien im Zusammenhang mit dem Wahlprogramm gesucht wird. Hier führt die AfD mit 29 Prozent der Suchanfragen in den letzten sieben Tagen das Feld an. Nach dem Wahlprogramm der CDU suchten 24 Prozent. Die SPD landet auf dem dritten Rang (19 Prozent), gefolgt von der FDP (17) und den Linken (11). Das Interesse an der AfD ist dabei in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg am höchsten. Gesucht wird neben dem Wahlprogramm nach den Spitzenkandidaten Alexander Gauland und Alice Weidel.

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Das Suchinteresse nach der CDU ist in Niedersachsen und Berlin am größten. Gleiches gilt für SPD und FDP. Die Suchanfragen zur CSU mit Spitzenkandidat Joachim Herrmann sind erwartungsgemäß in Bayern groß. Nach Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht (Linke) suchen die Bürger ebenfalls in den neuen Bundesländern am häufigsten. Das Suchinteresse zu den Grünen war in der letzten Woche in Berlin und Niedersachsen überdurchschnittlich hoch.

Meistgesuchte Parteien der letzten Woche

Wirft man einen Blick auf die Parteien, so ist das Suchinteresse an der AfD höher als bei den anderen Parteien. Nach SPD und CDU wird mit Abstand weit weniger gesucht. Noch weniger Menschen interessieren sich für FDP, Grüne, Linke und die CSU.

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Suche nach dem Wahlomat

Zur Bundestagswahl wird natürlich nach dem Begriff selbst gesucht, aber vor allem auch nach dem Wahlomaten. Er startet allerdings erst am 30. August um die Mittagszeit. Das Frage-und-Antwort-Tool ermittelt, welche Partei der eigenen politischen Meinung am nächsten steht. 38 Thesen muss der Nutzer dazu nacheinander zu aktuellen Wahlkampfthemen beantworten. Dabei hat der Nutzer die Antwortmöglichkeiten „stimme zu“ „stimme nicht zu“, „neutral“ und „These überspringen“. Auch die Fragen: „Wann ist Bundestagswahl?“, „Was soll ich wählen Bundestagswahl 2017?“ oder „Wie geht Briefwahl?“ beschäftigten die User bei Google. „Wie geht es nach der Bundestagswahl weiter?“ ist eine weitere Frage. Ob sich diese Frage sicher beantworten lässt, ist offen. Nachdem das amtliche Endergebnis feststeht, wird in Sondierungsgesprächen und Koalitionsverhandlungen eine neue Regierung gesucht. Nach der Bundestagswahl 2013 dauerte die Regierungsbildung 86 Tage – länger als bei keiner anderen Bundestagswahl zuvor.

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