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Video von 1997 : Christian Lindner als Schüler: Aktenkoffer, Krawatte und Miet-Benz

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Ein Video des jungen Christian Lindner geht viral: Der damalige Schüler sieht Probleme als „dornige Chancen“.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2017 | 15:35 Uhr

Düsseldorf | Waren Spitzenpolitiker anders, als sie jung waren? Ein Video aus dem Jahr 1997 beantwortet diese Frage zumindest für den jungen Christian Lindner mit einem klaren Nein. Der aktuelle FDP-Vorsitzende gibt sich bereits als 18-Jähriger wie ein Politprofi.

Christian Lindner: „Probleme sind nur dornige Chancen“

Mit hochgegelten Haaren, dunklem Anzug und Krawatte mit Kuhfleckenmuster sagt er Sätze wie: „Ran an die Arbeit, Arbeit bewältigen, Probleme sind nur dornige Chancen“. Nach dieser Maxime führen er und sein Geschäftspartner auch die eigene PR-Firma, die sie im Dachgeschoss der Großeltern betreiben, erklärt der 18-jährige Christian Lindner. Im gemieteten Benz geht es zu den Kunden, die er im Gespräch „durch Leistung, gerade auch durch Kompetenz, die nicht akademisch domestiziert ist“ überzeuge. Immerhin: Lindner sitzt selbst am Steuer.

 

Christian Lindners Mitschüler als Statisten

Zur Zeit des Beitrags, der 1997 im Jugendmagazin „100 Grad“ bei Deutsche Welle TV zu sehen war, besucht Christian Lindner im letzten Schuljahr das Städtische Gymnasium in Wermelskirchen. Und er zeigt sich als Macher: Weil in seiner Schule nicht gedreht werden darf, mietet Christian Lindner ein Klassenzimmer und platziert seine Mitschüler als Statisten. Der Heranwachsende erklärt, dass eine Krawatte im Klassenzimmer „Auswirkungen auf ein pädagogisches Klima“ habe – offen bleibt, welche Auswirkungen er meint.

Schule ist für Lindner ein Zeitschredder

Dann offenbart der junge FDP-Politiker Züge, die für Schüler auf der Zielgeraden nicht unüblich sind: Schule empfindet Christian Lindner als lästig. „Wenn man in der Schule sitzt, und man sitzt seine Zeit ab, weiß, dass man telefonieren, den Kunden besuchen oder Arbeit erledigen müsste, dann kommt man sich so vor, als sei die Zeit durch den Schredder gelaufen“, sagt Linder. Der junge Mann mit dem Aktenkoffer und dem geliehenen Mercedes fühlt sich zu Höherem berufen. Und er klettert schnell die Karriereleiter hinauf.

Erster Porsche mit 19 Jahren

Mit 19 kauft sich Lindner nach eigener Aussage seinen ersten Porsche. Als 21-Jähriger zieht Lindner als jüngster Abgeordneter in der Geschichte des Landtags von Nordrhein-Westfalen ins Landesparlament ein. Sein zweiter Versuch als Unternehmer scheitert dagegen grandios. Als die Blase des Neuen Marktes platzt, machen Investoren einen großen Bogen um Firmen wie Linders Software-Unternehmen Moomax GmbH. Noch bevor die Firma Insolvenz anmeldet, verlässt Lindner das Unternehmen. Die Zeit bei Moomax beschreibt er später als „lehrreich“.

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