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Deutschland & Welt

22. Oktober 2017 | 10:30 Uhr

Neue Infektionen : Britischer Ebola-Patient in London

vom

Ein britischer Krankenpfleger hat sich in Afrika mit Ebola angesteckt und wird in London behandelt. Auch im Kongo gibt es alarmierende neue Fälle. Doch ein japanisches Grippemittel weckt Hoffnung.

shz.de von
erstellt am 25.Aug.2014 | 15:31 Uhr

London | Zum zweiten Mal wird ein an Ebola erkrankter Europäer in seinem Heimatland behandelt. Der 29-jährige Brite William Pooley werde im Londoner Royal Free Hospital betreut, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Der Krankenpfleger hatte sich demnach im westafrikanischen Sierra Leone mit dem Virus infiziert und war in der Nacht zum Montag mit einer speziell ausgestatteten Maschine der britischen Luftwaffe nach London gebracht worden.

Das Flugzeug der Royal Air Force habe ihn bereits knapp 24 Stunden nach der Ebola-Diagnose in Sierra Leone abgeholt, hieß es weiter. Der 29-Jährige habe bislang keine sehr schweren Symptome. In Spanien war Mitte August der Geistliche Miguel Pajares an Ebola gestorben. Er hatte in Sierra Leones Nachbarland Liberia als Pfleger gearbeitet und war ebenfalls zur Behandlung in seine Heimat geflogen worden.

Von Ebola ist inzwischen auch Zentralafrika betroffen: Behörden der Demokratischen Republik Kongo meldeten erste bestätigte Infektionen. Mit der Epidemie in Westafrika hänge der Ausbruch wahrscheinlich nicht zusammen, sagte Gesundheitsminister Felix Numbi. In dem Land gab es bereits mehrfach Ebola-Ausbrüche.

Unterdessen gab Japan bekannt, im Kampf gegen die Epidemie ein neues Medikament zur Verfügung stellen zu wollen. Sollte es eine entsprechende Anfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geben, sei man bereit, das Grippemittel Favipiravir zu liefern, sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga. Das vom Unternehmen Toyama Chemical entwickelte Präparat ist in Japan gegen Influenza zugelassen. In einer kürzlich von deutschen Forschern veröffentlichten Studie hatte es auch mit Ebola infizierten Mäusen geholfen.

Ein in größeren Mengen vorhandenes Medikament wäre ein Ausweg aus dem Engpass an verfügbaren experimentellen Präparaten wie „ZMapp“. Der in den USA entwickelte Wirkstoff war in den vergangenen Tagen bei drei Gesundheitsmitarbeitern in Liberia eingesetzt worden - einer von ihnen erlag nun dennoch der Krankheit. Der Tod des Arztes am späten Sonntagabend sei ein Schock gewesen, zitierte die Zeitung „Front Page Africa“ Liberias Informationsminister Lewis Brown. „Er lief gestern noch herum, und die Ärzte hatten auf eine vollständige Genesung gehofft.“

Vor den drei Patienten, die nun in Liberia behandelt wurden, hatten zwei US-Amerikaner und der Spanier „ZMapp“ erhalten. Die US-Helfer gelten als geheilt, der an Vorerkrankungen leidende Geistliche starb.

Von dem Wirkstoff, der aus Tabakpflanzen gewonnen wird, gab es nur wenige Dosen, die nach WHO-Angaben bereits vergeben sind. Die Produktion neuen Wirkstoffs läuft, nimmt aber Monate in Anspruch. Der WHO waren aus den von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria bis zum 20. August 1427 Todesfälle gemeldet.

Vor der aktuellen Epidemie in Westafrika und den Fällen im Kongo waren 20 Ebola-Ausbrüche sowie 4 Einzelerkrankungen hauptsächlich in Zentralafrika erfasst. Entdeckt wurde das Virus 1976 im damaligen Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo. Zuletzt hatten sich dort 2012 knapp 60 Menschen angesteckt, 29 starben.

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