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Wirkung von Terror und Extremismus : Breivik-Anschläge führten zu massivem Anstieg psychischer Erkrankungen in Dänemark

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Zu keinem anderen Zeitpunkt seit 1995 gab es einen vergleichbaren Sprung der Diagnosen.

Kopenhagen/Oslo | Laut einer dänischen Studie wurden direkt nach dem Attentat von Anders Breivik auf der norwegischen Insel Utøya und während des Breivik-Prozesses bis zu 2736 zusätzliche Diagnosen von psychischen Erkrankungen in dänischen Kliniken gestellt. Zu keinem anderen Zeitpunkt seit 1995 gab es laut Forschern einen vergleichbaren Sprung. Auch die mediale Berichterstattung spielt eine wichtige Rolle.

Am 22. Juli 2011 hatte der Rechtsextremist Anders Breivik für eines der schwärzesten Kapitel in der Geschichte Norwegens gesorgt. Bei seinen Anschlägen auf Regierungsangestellte in Oslo und in einem Feriencamp auf der Insel Utøya waren 77 Menschen ums Leben gekommen. Mit seiner Tat sorgte Breivik in der Folge nicht nur in Norwegen für Angst und Schrecken – sondern auch in Dänemark.

„Unsere Forschungen zeigen, dass sich Terrorismus über Landesgrenzen hinaus auf die Psyche der Menschen auswirken kann – sogar so stark, dass sie krank werden können“, sagt Søren Dinesen Østergaard, Dozent für klinische Medizin an der Universität Aarhus, zu Videnskab.dk. Er ist einer der Forscher, die die Studie verfasst haben. Sie basiert auf Daten aus dem dänischen psychiatrischen Zentralregister. Die Untersuchung schaut auf sogenannte Belastungs- und Anpassungsstörungen – das heißt psychische Erkrankungen, die als Reaktion auf eine psychische Belastung entstehen.

In der Zeit unmittelbar nach den Taten bis Ende 2012 stieg die Zahl der Dänen mit Belastungs- und Anpassungsstörungen um 16 Prozent im Vergleich zu dem erwarteten Niveau an. „Zu keinem anderen Zeitpunkt gab es einen so markanten Sprung bei der Zahl der gestellten Diagnosen. Sie erreichte kurz nach dem Angriff ihren Höhepunkt, fiel danach wieder und stieg erneut an, als Brevik der Prozess gemacht wurde und vermehrt in den Medien auftauchte“, so der Mitverfasser der Studie, Bertel Teilfeldt, von der Universität Kopenhagen.

Im Zeitraum 1995 bis 2012 gab es zu keiner Zeit einen vergleichbaren Anstieg bei den Diagnosen. Daher sei es laut Teilfeldt statistisch gesehen äußerst unwahrscheinlich, dass etwas anderes als die Breivik-Angriffe für die vermehrten psychischen Erkrankungen der Dänen verantwortlich seien.

In die Studie floss zudem die mediale Berichterstattung über die Terrorismusangriffe mit ein. Diese hatte direkt nach der Tat und nochmal während des Prozesses ihre Höhepunkte. „Die Steigerung der medialen Berichte verlief zeitgleich mit der Steigerung der psychischen Erkrankungen. Das ist ganz natürlich, da wir durch sie ja erst mitbekommen haben, was dort alles passiert ist.

Die Frage ist nun, ob die Art und Weise der Berichterstattung dazu geführt hat, dass Angst geschürt wurde“, sagt der dritte Mitverfasser der Studie, Peter Thisted Dinesen, Professor am Institut für Staatskunde an der Universität Kopenhagen. Diese Frage haben die Forscher allerdings noch nicht wissenschaftlich untersucht.

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erstellt am 17.Jul.2017 | 14:44 Uhr

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