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Bestseller-Verfilmung : Zeitlos und universell: «Die Geschichte der Liebe»

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Der Roman «Die Geschichte der Liebe» von Nicole Krauss wurde ein Bestseller. Nun kommt die Verfilmung ins Kino. Der Stoff fordert mit unterschiedlichen Handlungssträngen und Zeitsprüngen.

shz.de von
erstellt am 14.Jul.2017 | 11:32 Uhr

«Die Geschichte der Liebe» ist eigentlich eine Geschichte der Trennung: Schon als Junge liebt Leo seine Alma. Doch das Glück der beiden in einem kleinen polnischen Dorf hält nicht lange - der Zweite Weltkrieg trennt die Liebenden.

Alma flüchtet aus der jüdischen Siedlung nach Amerika. Leo verspricht nachzukommen. Bis es so weit ist, will er ihr schreiben - jedes Mal ein neues Kapitel der «Geschichte der Liebe».

Die Geschichte von Leo (Derek Jacobi) und Alma (Gemma Arterton; «Hänsel und Gretel: Hexenjäger») selbst wird in Zeitsprüngen erzählt. Sie beginnt mit den jungen Liebenden in dem kleinen Dorf und springt dann um Jahrzehnte nach vorne zu Leo, der inzwischen ein alter Mann ist und im hektischen New York lebt.

Immer wieder wird das, was in der Vergangenheit geschah, in Rückblenden gezeigt. Im Laufe des Films, der auf einem Bestseller von Nicole Krauss basiert, wird klar: «Die Geschichte der Liebe» ist nicht nur am Anfang eine Geschichte der Trennung.

Denn: Leo hat seine Alma in New York gefunden, wohnt längst in derselben Stadt wie sie - und dennoch kann er nicht mit ihr zusammen sein. Sie ist mit einem anderen verheiratet, mit dem sie Leos Sohn Isaac aufgezogen hat, der nach ihrer Flucht geboren wurde.

Alma hatte kein Lebenszeichen mehr von Leo erhalten und ihn für tot gehalten. Nachdem Leo sie gefunden hat, trennen sich ihre Wege daher wieder.

Doch warum kam Leos «Geschichte der Liebe» nicht bei Alma an? Das wiederum ist die Geschichte einer Lüge: Leo hatte das Manuskript einem Freund mitgegeben, der aus Polen nach Chile auswanderte - mit der Bitte, es Alma nach Amerika zu schicken. Doch der brachte es in Chile unter seinem eigenen Namen heraus.

Was Leo zunächst nicht weiß: Das Buch wurde ein Erfolg - und eine Übersetzerin, die es in Chile einst vom Vater ihrer Kinder geschenkt bekam, soll es nun ins Englische übertragen.

Deren Tochter Alma (Sophie Nélisse) ist sogar nach der Figur im Buch benannt. An die Liebe glaubt der Teenager - wenn auch gerade sehr verliebt - allerdings nicht.

Die Handlung ist bisweilen durch die vielen Verstrickungen der Protagonisten untereinander etwas verworren. Auch bedingt durch die Zeitsprünge ist es für die Zuschauer teilweise schwierig, den Überblick zu behalten.

Regisseur Radu Mihăileanu («Das Konzert», «Zug des Lebens») fiel die filmische Umsetzung des Buches ebenfalls nicht ganz leicht, wie er im Presseheft zum Film die Herausforderung beschreibt.

«Von einem polnischen Dorf vor dem Krieg in das New York der Jahre 1946, 1957, 1995 und 2006 - mit einem Abstecher nach Chile. Und das alles, ohne in Klischees zu verfallen und ohne den Zuschauer auf der Wegstrecke zu verlieren.» Anders als im Buch gebe es im Film nur zwei konkrete Hinweise auf Ort und Zeit.

Insgesamt geht «Die Geschichte der Liebe» dennoch ans Herz. Auch weil sie zeigt, dass die Liebe ein zeitloses und universelles Thema ist: Selbst in Zeiten von Facebook & Co. hat die junge Alma Schwierigkeiten, mit ihrem Schwarm zusammenzukommen - weil sie nicht an die Liebe glaubt und doch darauf hofft.

Und was ist mit Leo und der ersten Alma? So viel sei verraten: Ein klassisches Happy End hat «Die Geschichte der Liebe» nicht. Wiedersehen werden sich die beiden aber dennoch.

Die Geschichte der Liebe, Frankreich/Kanada 2016, FSK ab 6, 135 Min., von Radu Mihăileanu, mit Gemma Arterton, Derek Jacobi, Sophie Nélisse

Die Geschichte der Liebe

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