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Eurovision Song Contest : Xavier Naidoo beim ESC 2016: Gegner starten Online-Petition

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Xavier Naidoo tritt beim Eurovision Song Contest 2016 für Deutschland an. Die Zuschauer dürfen nur noch über das Lied abstimmen.

Xavier Naidoo soll bei dem internationalen Liederwettbewerb, dem Eurovision Song Contest (ESC), für Deutschland antreten. Die Entscheidung hat die ARD getroffen - abstimmen dürfen die Zuschauer nur noch über das Lied. Dass es ausgerechnet Naidoo sein soll, der Deutschland beim ESC vertritt, passt vielen allerdings überhaupt nicht. Denn schon mehrfach sorgte der Mannheimer mit indischen und afrikanischen Wurzeln für politische Diskussionen - etwa, als er am Tag der Deutschen Einheit vor den rechtspopulistischen sogenannten Reichsbürgern sprach, die Deutschland nicht als souveränen Staat anerkennen. 2011 hatte er ARD-Morgenmagazin erklärt: „Wir sind nicht frei. Wir sind immer noch ein besetztes Land.“ Zudem werden ihm Homophobie und ein Hang zu Verschwörungstheorien vorgeworfen. Die User machen ihrem Ärger in den sozialen Netzwerken Luft - und haben mittlerweile sogar eine Petition gegen die Teilnahme Naidoos am ESC gestartet.

Die Befürworter des Naidoo-Auftritts sind deutlich in der Unterzahl.

Mit einem Witz gegenzusteuern versucht der ESC-Account selbst:

Doch die Kritik kommt auch aus anderer Ecke. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) sieht die Teilnahme von Sänger Xavier Naidoo am Eurovision Song Contest (ESC) „äußerst kritisch“. „Deutschland steht für eine pluralistische Gemeinschaft“, sagte LSVD-Bundesvorstand Tobias Zimmermann am Donnerstag in Berlin. „Dann jemanden dorthin zu schicken, der Deutschland als Kolonie der USA bezeichnet, ist sehr schwer nachzuvollziehen.“

Der Lesben- und Schwulenverband hatte 2012 zudem Anzeige wegen eines Liedes von Naidoo und dem Rapper Kool Savas erstattet, weil das Stück aus Sicht des Verbands schwulenfeindlich war. Über Naidoos ESC-Teilnahme sei man „mehr als unglücklich“. „Jeder hat eine zweite Chance verdient. Ich sehe aber nicht, dass er sich von dem rechten Gesinnungsgut distanziert hat“, sagte Zimmermann mit Blick auf Naidoos Auftritt vor den sogenannten Reichsbürgern.

ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber verteidigt derweil die Entscheidung seiner Sendeanstalt: „Dass Xavier Naidoo polarisiert, wussten wir. Die Frage ist, ob alle Hassäußerungen, die es in den sozialen Netzwerken gibt, eine sachliche Grundlage haben“, sagt er im Interview mit der dpa. „Zu den einzelnen Vorwürfen: Xavier Naidoo steht für Toleranz allen Lebensentwürfen gegenüber, die es in dieser Republik gibt.“ Er habe vor Kurzem die Resolution an die Kanzlerin unterschrieben, die die Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Ehe fordert.

 

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erstellt am 19.Nov.2015 | 13:53 Uhr

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