Festspiele in Bayreuth : Wagner bei über 30 Grad: Merkel lobt neuen «Lohengrin»

Die Ehepaare Merkel und Söder trotzen der Hitze in Bayreuth.
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Die Ehepaare Merkel und Söder trotzen der Hitze in Bayreuth.

Bei bestem Hochsommerwetter haben die Bayreuther Festspiele mit einer Premiere der Oper «Lohengrin» begonnen. Kanzlerin Merkel winkt freundlich, viele Roben glitzern mit der Sonne um die Wette. Und der FDP-Chef ist ein begehrtes Fotomotiv.

shz.de von
26. Juli 2018, 12:18 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel winkte freundlich, Moderator Thomas Gottschalk bekam den lautesten Applaus - und Glitzerroben waren der Trend des Tages: Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad haben in Bayreuth am Mittwoch die Richard-Wagner-Festspiele begonnen.

Nach der Premiere der Oper «Lohengrin» kam Merkel am späten Abend noch zum Staatsempfang ins Neue Schloss. Auf die Frage, wie ihr die Inszenierung gefallen habe, antwortete sie: «Wunderbar.»

In einem schillernd grünen Zweiteiler mit langem Rock und Blazer war die Regierungschefin am Nachmittag an der Seite ihres Mannes Joachim Sauer am Festspielhaus angekommen. Begleitet wurde das Paar vom niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte. Die Kanzlerin, die sich offiziell im Urlaub befindet, wirkte entspannt und lächelte in die Kameras, die rund 200 Schaulustigen applaudierten freundlich.

Weniger nett wurde Bayerns Ministerpräsident Markus Söder begrüßt: Etwa zehn Menschen bildeten einen Sprechchor und skandierten «Refugees are welcome here!» (Flüchtlinge sind hier willkommen) als Reaktion auf die Asylpolitik der CSU. Söder quittierte die Rufe nur mit einem kurzen Blick.

Zu hören und zu sehen bekamen die Premierengäste eine Neuinszenierung der Wagner-Oper «Lohengrin». Der Auftakt der Premiere ist überwiegend freundlich aufgenommen worden, zu Beginn der ersten Pause gab es Applaus. Vor allem das Bühnenbild beeindruckte - geschaffen hat es der Maler Neo Rauch. Die musikalische Leistung der Sänger und des Orchesters war zunächst als solide einzustufen, die Inszenierung des amerikanischen Regisseurs Yuval Sharon wirkte jedoch statisch. Die musikalische Leitung lag bei Musikdirektor Christian Thielemann, der damit alle zehn im Festspielhaus aufgeführten Wagner-Werke dirigiert hat. Das ist vor ihm nur Felix Mottl (1856-1911) gelungen.

Ebenso lobend wie die Kanzlerin äußerte sich auch Gesundheitsminister Jens Spahn: «Es war toll», sagte der CDU-Politiker. Und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kommentierte den Opernabend: «Es war großartig, man kann nur schwärmen.»

Ein besonders begehrtes Fotomotiv auf dem roten Teppich war FDP-Chef Christian Lindner - denn er zeigte sich erstmals mit seiner neuen Lebenspartnerin. Den lautesten Applaus bekam einmal mehr Thomas Gottschalk, ein traditioneller Gast der Bayreuther Festspiele und beim oberfränkischen Publikum beliebt, weil er aus dem benachbarten Kulmbach stammt.

Während er einen klassischen Smoking trug, glänzte seine Frau Thea in einem goldfarbenen Hosenanzug, passender Kopfbedeckung und ebenso glänzenden Schuhen. Für ein Glitzerkleid in Goldton hatte sich beispielsweise auch Karin Stoiber, die Frau von Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber, entschieden - etliche weitere Premierengäste trugen auch glänzende Roben an diesem Sommertag. Auch gerne gewählt: Spitze - wie etwa Söders Frau Karin in hellblauer Spitze oder die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt in zartem Rosa.

Überhaupt hatten es die weiblichen Gäste ein wenig leichter an diesem Hochsommertag in Bayreuth - ein Abendkleid ist nun einmal meist etwas luftiger als ein Smoking oder ein Anzug. Zudem entschieden sich die meisten Frauen für sommerliche Sandalen - für Männer ein No-Go.

In besonders gewagten hohen Absätzen zeigte sich Bayerns neue Wissenschaftsministerin Marion Kiechle, die zu dem schwarzen Schuhwerk ein leuchtend rotes Kleid kombiniert hatte. An ihrer Seite: ihr Mann, Sportmoderator Marcel Reif, der bereitwillig Autogramme schrieb. Außerdem war das ehemalige Skirennfahrer-Ehepaar Christian Neureuther und Rosi Mittermaier nach Bayreuth gekommen, zudem die Schauspieler Udo Wachtveitl und Francis Fulton-Smith.

Im Festspielhaus war es ähnlich heiß und drückend wie auf dem roten Teppich - denn das nach Plänen des Komponisten errichtete Haus ist nicht klimatisiert. Umso begehrter waren die Schattenplätze im Park rund um das Festspielhaus in den Pausen. Am Donnerstag werden die Festspiele mit «Parsifal» fortgesetzt, das Festival endet am 29. August.

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