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TV-Tipp : Usedom-Krimi: Trugspur

vom

Hauptkommissarin Thiel muss im fünften «Usedom-Krimi» nicht nur klären, wer für den Tod eines Teenagers verantwortlich ist. Auch mit ihrer Tochter gibt es wieder einige Probleme. Diesmal sehr ernsthafte.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2017 | 00:01 Uhr

Im nächtlichen Hafen von Peenemünde veranstalten Jugendliche ein illegales Autorennen. Als zwei Streifenwagen der Polizei eintreffen, machen sie sich aus dem Staub. Einer von ihnen, Sören Wulf (Jan Pohl), überfährt dabei einen 17-Jährigen, der noch am Unfallort stirbt.

Wulf begeht Fahrerflucht.

Etwas später in derselben Nacht ist auch die ehemalige Staatsanwältin Karin Lossow (Katrin Sass) mit ihrem Auto unterwegs. Neben sich hat sie den achtjährigen polnischen Jungen Tomasz (Olgierd Kopec), dessen Mutter ins Krankenhaus auf der anderen Seite der Grenze musste. Lossow, die sich am Strand mit beiden angefreundet hat, will sich um ihn zu kümmern.

Von einem entgegenkommenden Fahrzeug an den Rand der Landstraße gedrängt, überschlägt sich jedoch ihr Wagen. Lossow wird bewusstlos - und das Kind ist bald darauf verschwunden. War Wulf auch diesmal der Täter, wie Bremsspuren es vermuten lassen? Und wenn ja, warum?

Das muss Karin Lossows Tochter, Hauptkommissarin Julia Thiel, (Lisa Maria Potthoff) im fünften «Usedom-Krimi» herausfinden, den das Erste unter dem Titel «Trugspur» am Donnerstag (26. Oktober, 20.15 Uhr) zeigt. Zusammen mit ihren deutschen und polnischen Kollegen versucht sie, Wulf auf die Schliche zu kommen und Tomasz zu finden. Die Ermittlungen sind spannend - und das Ergebnis ist überraschend.

Aber das ist nur der eine Teil der neuen Folge nach dem Drehbuch von Scarlett Kleint, Alfred Roesler-Kleint und Michael Vershinin. Die von Jochen Alexander Freydank stimmungsvoll inszenierte Episode schließt gleichzeitig an den Fall «Nebelwand» an, der in der Vorwoche zu sehen war. Da zündete der 18-jährige Jäckie (Oskar Bökelmann) eine Segelyacht an, was beinahe einer Obdachlosen das Leben gekostet hätte. Die Tat hat die mittlerweile in Untersuchungshaft sitzende Simone (Lena Urzendowsky) auf sich genommen - aus Liebe zu dem jungen Mann.

Doch mehr und mehr erhärtet sich bei der Hauptkommissarin der Verdacht, dass ihre Tochter Sophie (Emma Bading), ebenfalls in Jäckie verliebt, ihm dabei geholfen hat. Um die sich immer stärker abkapselnde Tochter zu beschützen, fasst die überforderte Polizistin einen ungewöhnlichen Entschluss. Der wird am Ende des Films für einen Knalleffekt sorgen. Melancholie und innere Zerrissenheit sind die vorherrschenden Seelenzustände auch dieser «Usedom-Krimi»-Geschichte.

Das Verhältnis zwischen Hauptkommissarin Julia Thiel und ihrer Mutter Karin Lossow ist noch immer gestört. Schließlich hat die damalige Staatsanwältin ihren Mann - Julias Vater - einst mit Julias Dienstwaffe erschossen. Eine Tat, die auch nach Karins acht Jahren Haft noch nicht vergessen ist. Und die nun möglicherweise in der unglücklichen Beziehung zwischen Julia und ihrer Tochter Sophie einen Widerhall findet.

Manchem Zuschauer dürfte es inzwischen vielleicht sogar zu viel werden mit den Beziehungsproblemen, die die jeweils aktuellen Kriminalfälle überlagern. Zumal einige heiter gemeinte, aber eher albern geratene Momente nicht wirklich für einen Ausgleich sorgen.

Trugspur

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