Interview zu „Bachelor in Paradise“ : Ur-Bachelor Paul Janke denkt ans Aufhören

Badehosen-Fotos müssen reichen: Bachelor Paul Janke erzählt im Interview zu „Bachelor in Paradise“, warum Nackt-Formate für ihn nicht infrage kommen.

Badehosen-Fotos müssen reichen: Bachelor Paul Janke erzählt im Interview zu „Bachelor in Paradise“, warum Nackt-Formate für ihn nicht infrage kommen.

Im Spin-off „Bachelor in Paradise“ tritt Paul Janke noch einmal an. doch er denkt ans Aufhören – und ans Dschungelcamp.

shz.de von
09. Mai 2018, 17:13 Uhr

Berlin | Am 9 Mai startet RTL die Spin-off-Show „Bachelor in Paradise“. Sechs Jahre nach seinem Karrierestart als „Bachelor“ tritt auch Paul Janke noch einmal an. Vor der Premiere hat der 36-Jährige im Interview über seine Zukunftspläne und ein Leben nach der Arbeit als Rosenverteiler gesprochen.

Herr Janke, sechs Jahre nach dem „Bachelor“ kehren Sie ins Mutterformat zurück. Warum?

Das ist eigentlich ganz einfach zu beantworten. Wie man ja mitbekommen hat, bin ich seit acht, neun Monaten wieder Single. Und insofern suche ich immer noch die Traumfrau. Wieso nicht im Paradies?

Ist die Traumfrau zu finden in Ihrem Fall nicht eher riskant? Das Wort Bachelor heißt Single. Gehört Alleinsein bei Ihnen nicht zum Markenkern?

Ich habe ja immer gesagt, dass ich auch mal Familie haben möchte. Das ist immer noch so. Ob das beruflich schlau wäre, steht auf einem anderen Blatt. Aber ich werde irgendwann eine Frau haben, und dann wäre mir das egal. Als Arbeit finde auch was anderes, falls es als Bachelor dann nicht mehr funktioniert.

Mit Kindern wäre ihr aktueller Terminplan zumindest sehr unbequem.

Auch unabhängig davon: Ich möchte nicht mit 50 Jahren noch in der Disco stehen und Rosen verteilen. Im Moment bringt es Spaß, aber das ist nichts zum Altwerden. Ich bin schon dabei, ein paar andere Standbeine zu entwickeln. Ich komme aus der Gastronomie; das könnte ich wieder machen. Den Bereich Immobilien könnte ich mir auch vorstellen. Im Moment habe ich viele Ideen und wenig Zeit. Ein Café oder ein Restaurant kann man nicht nebenbei machen.

Hätten Sie sich je ausgemalt, dass Sie sechs Jahre vom „Bachelor“ leben können?

Eigentlich wollte ich nach drei Monaten wieder in den normalen Beruf zurück. Es ist ganz anders gekommen, und ich hätte niemals damit gerechnet, dass es mich über so viele Jahre finanziert.

Wahrscheinlich nehmen die meisten Leute Sie als den Original-Bachelor wahr; dabei gab es Jahre vor Ihnen schon eine erste Staffel mit Marcel Maderitsch. Keiner kennt ihn mehr; sind Sie ihm schon mal begegnet?

Ich habe ihn leider nie getroffen. Dass es bei ihm nicht geklappt hat, lag wahrscheinlich nicht an ihm, sondern am Verhalten der Zuschauer damals. Inzwischen haben wir Social Media, Reality-Formate werden ganz anders wahrgenommen. Selbst seit meiner Staffel hat sich viel verändert. Den ganzen Aufmerksamkeitsschwung, den man heute über Instagram kriegt, habe ich zum Beispiel gar nicht mitgenommen. Ich zehre natürlich davon; dass ich als Erster wahrgenommen werde; das ist ein Vorsprung vor den anderen.

Ihr Erfolg kann aber nicht nur daran liegen. Was machen Sie, um das Karussell Laufen zu halten? Wie sieht der Teil Ihrer Arbeit aus, der nicht öffentlich wird?

Es ist natürlich nicht nur, dass ich der Erste war. Ich habe eine Chance bekommen, für die ich dankbar bin. Aber man muss sie auch nutzen. Ich wäre nicht über sechseinhalb Jahre erfolgreich, wenn ich nicht konsequent gute Leistung bringen würde. Wenn ich mir meine Bookings über die Jahre angucke: Ich war überall ein zweites, drittes Mal. Und Folge-Bookings hängen davon ab, wie man sich präsentiert, wie man mit den Leuten zurechtkommt. Das geht nicht, wenn man abhebt und den dicken Larry macht.

Bei Ihrer Terminliste habe ich auch das Gefühl: Sie nehmen klaglos alles mit, vom Autohaus bis zum Late Night Shopping im Designer Outlet. Fragen Sie sich manchmal: Warum ich?

Alles mitnehmen ist ganz sicher nicht mein Prinzip; auch nicht im Fernsehen. Ich habe genug Formate abgelehnt: Für „Kiss Bang Love“ gab es eine Anfrage, für „Love Island“ und das Dschungelcamp. Das habe ich alles nicht gemacht. Man muss sich gut überlegen, wie man wahrgenommen werden möchte. Aber so ein Shopping-Center – das tut nicht weh, ist relativ leicht verdientes Geld und bringt Spaß. Ich mache das gern.

Und warum passten die drei TV-Shows nicht?

Na, okay, bei „Love Island“ werden wahrscheinlich einige den Vergleich zu „Bachelor in Paradise“ ziehen. Aber es ist auch immer die Frage: Mit welchen Leuten bin ich in so einem Format? Und nichts gegen RTL II; gewisse Sachen, die bei „Love Island“ vor der Kamera gemacht werden, wird man bei „Bachelor in Paradise“ nicht sehen. Und „Kiss Bang Love“, naja. Ich bin sechseinhalb Jahre in dem Business und habe eine weiße Weste. Ich hab keine Skandale, und das möchte ich auch so beibehalten.

Und wieso sind Sie zu „Promi Big Brother“ gegangen, aber nicht ins Dschungelcamp?

Das Dschungelcamp würde ich, wenn ich ehrlich bin, heute gar nicht mehr unbedingt ablehnen. Ich finde, das Format hat wirklich dazugewonnen. Für „Big Brother“ sprach das Essen. Ich hasse Insekten und könnte einen Känguruh-Hoden auch für zehn Millionen Euro nicht essen.

Würden Sie „Promi Big Brother“ denn trotz Ihrer Sorge vor schmuddeligen Bildern noch mal machen? In Ihrer Staffel war mit Mia Julia ein Porno-Star dabei, später kam ein Zuhälter. Und Edona James und die spätere „Bachelorette“ Jessica Paszka haben einander vor laufender Kamera ihre Intim-Implantate präsentiert.

Das ist ja genau meine These: Man muss gucken, mit wem man in sowas reingeht. Mit meiner Staffel hatte ich Glück, das fand ich hochwertig. Mia Julia, gut, die zieht sich auch mal aus, das ist nicht meins; aber mittlerweile verdient sie richtig gutes Geld. Jeder muss das für sich selbst entscheiden. Ich selbst würde keine Schmuddelsachen machen; „Adam sucht Eva“ ist ein gut gemachtes Format, aber nichts für mich. Wenn ich in Badehose auftrete, muss das reichen.

Mir fällt auf, dass Sie viel mehr Facebook- als Instagram-Fans haben. Verpassen Sie den Anschluss an die Jugend?

Facebook ist deutlich älter. Instagram ist ja erst vor zwei Jahren aufgepoppt. Allerdings wird Facebook allgemein unwichtiger; die Leute kommentieren weniger. Facebook drosselt die Reichweite nochmal, weil sie wollen, dass du die Beiträge bezahlst. Bei Instagram habe ich für meine Bekanntheit natürlich deutlich zu wenig Leute, das müsste mindestens eine halbe Million sein, nicht 44.000. Aber dafür war ich mit dem „Bachelor“ halt zu früh dran. Aber was soll’s; ich verdiene mein Geld ja nicht mit Social Media, wie andere Leute. Jeder hat sein Geschäftsmodell.

Stimmt. Mir ist aufgefallen, dass Sie offenbar vor allem von Auftritten leben und das Influencer-Marketing, also Werbung in Netzwerken wie Instagram, keine große Rolle für Sie spielt. Wieso eigentlich nicht?

Klar, da kann man auch Geld verdienen; und es ist nicht so, dass ich das völlig vernachlässigen würde. Aber das ist natürlich auch nicht so einfach. Ich glaube, Männer tun sich im Allgemeinen etwas schwerer damit. Und anders als andere Leute habe ich auch nie Instagram-Follower gekauft. Ehrlich gesagt, ist meine Zielgruppe auch älter als die von Instagram. Als ich beim „Bachelor“ war, haben mich auch 80-jährige Frauen angesprochen: „Mensch, Ihre Sendung war so süß, das haben Sie so schön gemacht. Und auch das hat sich inzwischen verändert: Wenn man fast nur noch 20-jährige Mädels für den „Bachelor“ castet, verschiebt sich auch das Publikum. Meins ist sicher sehr breit, aber eher älter. Und die Damen, die 30, 40, 50 Jahre alt sind, haben kein Instagram. Das ist was für die Jüngeren.

Vermutlich muss man auch viel Zeit in einen attraktiven Instagram-Kanal stecken.

Und da bin ich gar nicht der Typ für. Wenn ich das beruflich nicht bräuchte, würde ich mich bei allen Social-Media-Kanälen abmelden. Ich ertappe mich immer selbst, dass ich ständig am Handy bin, abends am Esstisch, im Restaurant, spielt man am Telefon. Im Konzert filmt man das für die anderen Leute – und man genießt gar nicht mehr den Moment. Ich muss mich überwinden, wenn ich Social Media nutze; wenn ich das beruflich nicht bräuchte, hätte ich keinen Antrieb, der ganzen Welt zu zeigen, was ich mache und wer ich bin.

Wie sind denn eigentlich die Reaktionen der Leute auf Sie?

Zu 95 Prozent gut, nett, höflich. Klar, tanzen immer welche aus der Reihe und finden, ich bin nur der Spacken mit den ganzen Frauen. Wahrscheinlich ist das eine Situation, in der sie selbst gern wären.

Die Handy-Sucht haben Sie eben schon angesprochen; ist Alkohol eigentlich eine Gefahr für Sie? Sie haben für Bacardi gearbeitet, verdanken Ihren Ruhm einer Show, die von Amarula gesponsert wurde, und verbringen ihr berufliches Leben auf Sektempfängen. Wie sichern Sie sich in diesem Hochrisiko-Umfeld ab?

Ich war nie empfänglich für Drogen. Ich habe nie geraucht, ich habe nie Drogen konsumieren müssen. Ich trinke sowieso fast nur Wasser und sehr selten Alkohol. Cola Zero ist mir lieber als ein Cocktail; ich bin in der glücklichen Situation, dass es mir nicht schmeckt. Natürlich mal ein Schluck Wein zum Essen, aber ich würde nie auf die Idee kommen, wenn ich allein bin, Alkohol zu trinken.

Die letzte „Bachelor“-Staffel war die erste, in der die Kandidatinnen ganz offen über das Dschungelcamp als Karriereoption gesprochen haben. Ist das nicht ein hässlicher Illusionsbruch im Format der Liebe?

Ich kann nur von mir sprechen. Natürlich fragen viele: Warum geht ein Paul Janke zu „Bachelor in Paradise“. Selbst die Kandidaten im Paradies haben gesagt: Mensch, Paul, ich hätte das nicht riskiert. Du hast viel mehr zu verlieren als zu gewinnen; eigentlich bist du der Bachelor schlechthin – aber hier bist du genauso von den Rosen abhängig wie wir alle. Und es stimmt ja: Mit dem falschen Format kann man sich viel verbauen. Ich bin ganz ehrlich: Die Gage ist es in dem Fall nicht; ich würde auch Geld verdienen, wenn ich in der Zeit Bookings annehmen würde. Bekanntheit muss ich auch nicht mehr erlangen, denke ich. Das ist für viele andere die Motivation. Bei mir ist es das Abenteuer; der „Bachelor“ war so ziemlich die geilste Zeit meines Lebens. Und wirklich auch die Chance, eine Frau kennenzulernen. Natürlich habe ich auch sonst kein Problem, eine Frau kennenzulernen. Aber im Fernsehen finde ich Frauen, die im gleichen Boot sitzen, die auch in der Öffentlichkeit stehen. Es ist schon schwierig, jemanden zu finden, der all das gerne teilt.

Im Gegensatz zum normalen „Bachelor“ wissen Sie diesmal ja, welche Frauen mitmachen konnten. Es sind ja alles ehemalige Kandidatinnen. War da überhaupt eine dabei?

Ich glaube, das ist vom Fernseher aus schwer zu beurteilen. Da muss ich jemandem schon in die Augen gucken.

Abgedreht ist die Show schon. Was erwarten Sie sich von den nächsten Wochen?

Ich bin sehr, sehr gespannt. Was man erlebt hat und wie es im Schnitt dann aussieht – darauf bin ich gespannt.

Der Bachelor live im Stream und als ganze Folge im Netz

Wer die RTL-Show „Der Bachelor“ live verpasst, kann sie nachträglich über „TV now“ abrufen, die senderübergreifende Mediathek der RTL-Gruppe. Etliche Shows werden hier zumindest während der aktuellen Staffel kostenlos bereitgestellt. Um die Sendung noch bei der Ausstrahlung im live im Stream zu sehen, ist ein kostenpflichtiges „TV now“-Abo nötig, über das alle Sender der Gruppe freigeschaltet werden, also auch Vox, RTL II oder Toggo plus. Die ersten 30 Tage des Abos sind kostenlos, danach beträgt der monatliche Preis 2,99 Euro.

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