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Interview mit Werner Walter : Ufo-Forscher hat die Faxen dicke

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Fliegende Untertassen? Unerklärliche Lichtkegel? Eindringlinge von anderen Planeten? Für den Ufologen Werner Walter ist die Bremer Erscheinung eine Geschichte mit Vollbart.

Für das in Bremen gesichtete unbekannte Flugobjekt (Ufo) gibt es nach Einschätzung des Mannheimer Ufo-Erforschers Werner Walter eine einfache natürliche Erklärung. Im Interview der Nachrichtenagentur dpa erläutert der langjährige Betreiber einer „Ufo-Meldestelle“, warum er sich nicht mehr so für das Thema begeistern kann wie früher.

Wie viele Ufo-Meldungen gibt es in Deutschland pro Jahr?
Das hängt immer vom Ufo-Wetter ab: Es muss schönes Wetter sein. Unterm Schirm guckt keiner hoch, sieht also auch nichts.

Wie erklären Sie sich, dass Menschen immer wieder meinen, eine fliegende Untertasse von Außerirdischen gesehen zu haben?
Die Faszination der unbedarften Menschen steckt dahinter, das heizt das Ganze an. Es ist auch das letzte Märchen im Weltraumfahrzeitalter, das funktioniert.

Was halten Sie denn von der Sache in Bremen?
Ich denke mal, da ist etwas als Auslöser verantwortlich, das die Flugsicherung heutzutage nicht mehr kennt: das Phänomen der sogenannten Radarengel. Wenn Radarsignale ausgeschickt werden, dann brechen die sich irgendwo, am Hochhaus, am Baum oder weiß der Geier wo - und sorgen eben für Falschsignale.

Es waren also keine Außerirdischen am Werk?
Das sowieso nicht. Es gibt keine außerirdische Präsenz auf Erden. Die gibt es bloß im Fernsehen und im Kino - mehr oder weniger gut gemacht.

Sind Sie Ufo-müde?
Meine Kollegen und ich haben uns aus dem Ufo-Thema zurückgezogen. Wir sind die ersten Ufologen weltweit, die den Hals dicke haben.

Wieso das?
Das liegt ganz einfach daran, dass sich alles unendlich wiederholt, bloß in neuen Facetten. Und das ist langweilig.

Sie sind also genervt von dem Thema, das Sie vorher so fasziniert hat?
Ganz genau. 40 Jahre lang, aber das ist erloschen, eben weil es keine neuen Facetten gibt, die interessant sind.

ZUR PERSON: Werner Walter (55) aus Mannheim gründete 1976 mit Gleichgesinnten das Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (Cenap). Das Ziel: Mit gesundem Menschenverstand und Kenntnissen über Astronomie und Fluggeräte die natürlichen Hintergründe der geheimnisvollen Erscheinungen aufzudecken.

Inzwischen hat sich Walter nach eigenen Angaben weitgehend zurückgezogen, weil ihn die Arbeit zusehends langweilt.

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erstellt am 07.Jan.2014 | 15:11 Uhr

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