zur Navigation springen

Trainer-Legende : Udo Lattek ist tot – er wurde 80 Jahre alt

vom

Udo Lattek litt an Parkinson und Altersdemenz. Nur Tage nach seinem 80. Geburtstag starb die Fußball-Legende am Sonntag.

Köln | Über den Tod denke er nicht mehr nach, sagte Udo Lattek vor fünf Jahren anlässlich seines 75. Geburtstages. „Wenn es Zeit ist zu gehen, dann ist es eben so weit“, fügte Deutschlands Trainer-Legende damals an - zu einer Zeit, als er trotz etlicher Rückschläge so gesund war, wie es Männer seines Alters sein können. Erst am 16. Januar feierte er Geburtstag. Am Sonntag starb Lattek im Alter von 80 Jahren, berichten Medien.

Zuletzt lebte der gebürtige Ostpreuße Lattek in einer Kölner Betreuungseinrichtung, wo ihn seine Frau Hildegard pflegte. Lattek litt nach einer Gehirnoperation und zwei Schlaganfällen unter Parkinson und schleichender Altersdemenz.

15 Titel gewann Udo Lattek in seiner großartigen Trainerlaufbahn und ist mit acht deutschen Meisterschaften - sechs mit Bayern München, zwei mit Borussia Mönchengladbach - erfolgreichster Vereinscoach hierzulande. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bezeichnete seinen ehemaligen Lehrmeister als „Glücksfall für den FC Bayern München“.

Als Spieler war der am 16. Januar 1935 im ostpreußischen Landkreis Sensburg geborene Lattek nie herausragend, als Coach ist er legendär geworden und bekannte einmal: „Dem Fußball habe ich alles zu verdanken.“ Von 1965 bis 1970 stand der Pädagoge Lattek in Diensten des Deutschen Fußball-Bundes, der ihn im August 2013 anlässlich der 50-Jahr-Feiern der Bundesliga mit einem Ehrenpreis auszeichnete; wegen seiner fortschreitenden Erkrankung konnte er die verdiente Würdigung damals nicht persönlich erleben.

Über den Job als Assistent von Bundestrainer Helmut Schön schaffte Lattek im Jahr 1970 den Sprung in den Liga-Profibetrieb. Franz Beckenbauer lotste ihn damals nach München, wo Lattek 1972 mit den Bayern den ersten seiner vielen Titel gewann - mit der berühmten Achse, bestehend aus Torwart Sepp Maier, Beckenbauer und Torjäger Gerd Müller. „Er war wie ein zwölfter Spieler. Ich habe ihn nie als einen Trainer empfunden, eher als einen Kumpel“, sagte Maier dem Fachmagazin „kicker“. Lattek habe immer für positive Stimmung und Euphorie gesorgt.

Dreimal nacheinander (1972, 1973, 1974) wurde er mit den Bayern deutscher Meister. Zunächst mit einem 1:1, dann mit einem 4:0 im Wiederholungsspiel gegen Atletico Madrid gewannen die Bayern 1974 mit Lattek als erste deutsche Mannschaft den Europapokal der Landesmeister.

Nach seiner Entlassung bei den Bayern im Januar 1975 folgten für ihn Stationen in Mönchengladbach, Dortmund, Barcelona, Köln, Schalke und abermals Dortmund. Den BVB führte er in seiner zweiten Amtszeit (2000) gemeinsam mit Assistent Matthias Sammer aus der Abstiegszone. Danach zog er sich aus dem Trainergeschäft zurück. Als Zeitungskolumnist und Experte in der TV-Sendung „Doppelpass“ bei Sport1 erlangte Lattek unter Deutschlands Fußballfans Kultstatus.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Feb.2015 | 17:07 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen