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„TV Total“ und „Schlag den Raab“ : TV-Aus für Stefan Raab – Produktionsfirma entlässt 80 Mitarbeiter

vom

Der TV-Rückzug des Moderators wirkt sich auf seine Mitarbeiter aus. Die Produktionsfirma Brainpool muss sich zum Jahresende verkleinern.

shz.de von
erstellt am 24.Jun.2015 | 14:00 Uhr

Köln | Als Konsequenz aus dem Bildschirm-Abschied von Stefan Raab (48) entlässt seine Produktionsfirma Brainpool rund ein Viertel ihrer Mitarbeiter. Eine Brainpool-Sprecherin bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte. Am Dienstag seien 80 betriebsbedingte Kündigungen zum Jahresende ausgesprochen worden. Grund sei der Wegfall der Stefan-Raab-Formate im kommenden Jahr. Die in Köln ansässige Firma Brainpool produziert Raabs Sendungen. Sie beschäftigt zurzeit 230 Mitarbeiter.

Raab etablierte bei ProSieben neben der Unterhaltungssendung „TV Total“ auch die Spielshow „Schlag den Raab“ und diverse Spektakel wie die „Wok WM“. Auch beim Songwettbewerb Eurovision Song Contest (ESC) zeigte sich der TV-Produzent aus Köln als geschickter Fernsehmacher: Aus seiner Castingshow „Unser Song für Oslo“ ging 2010 die deutsche ESC-Siegerin Lena Meyer-Landrut hervor. Raab erhielt mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Grimme-Preis.


Der Entertainer hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass er sich zum Jahresende aus dem Fernsehgeschäft zurückziehen wird: „ProSieben hat mir eine mehrjährige Vertragsverlängerung angeboten.

Das hat mich sehr geehrt. Dennoch habe ich meine Entscheidung nach reiflicher Überlegung und mit Überzeugung getroffen.“ Nach Angaben der „Bild“-Zeitung (Mittwoch) war Raab nicht zugegen, als die Betroffenen die Nachricht von den Entlassungen erhielten. Dem Branchendienst DWDL.de zufolge sind vom Wegfall der Produktionen neben den direkt bei Brainpool Beschäftigten auch zahlreiche freie Mitarbeiter und Dienstleister betroffen, die für die Sendungen des Raab-Universums tätig waren oder noch bis Ende des Jahres sind.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte die Entlassungen. „Wir fordern die Produktionsfirma auf, nicht nur die Kündigungsfristen einzuhalten, sondern den Mitarbeitern auch eine Abfindung zu zahlen“, sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.

Der Verband warf zudem den privaten Rundfunksendern vor, zu wenig eigenes Personal vorzuhalten und dadurch Moderatoren wie Raab dazu zu bringen, für ihre Sendungen eigene Firmen zu gründen. Die Gefahr sei groß, dass beim Weggang eines Moderators oder bei der Einstellung eines Formats die Mitarbeiter dann ebenfalls gehen müssten.

Unterhaltungsprofi Borris Brandt, der bei Endemol und ProSieben in hohen Positionen tätig war, hält den TV-Abschied von Raab lediglich für eine Kreativpause. „Kommt er zurück? Davon bin ich überzeugt“, schreibt Brandt in einem Gastbeitrag für das People-Magazin „Gala“.

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