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Tod einer Rock-Legende : Trauer um Lou Reed

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Es ging um Sex, Gewalt und Drogen: Mit seiner Rock-Band „Velvet Underground“ überführte Reed Avantgarde, Pop-Art und psychedelische Klänge in den Mainstream.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2013 | 12:44 Uhr

„Ja, ich fürchte, es ist wahr“, sagte Reeds britischer Agent Andy Woolliscroft dem „Guardian“ und bestätigte die erschütternde Nachricht: Lou Reed ist tot. Der Rockstar sei auf der Halbinsel Long Island bei New York vermutlich an den Folgen einer Lebertransplantation, der er sich im Frühjahr unterzogen hatte, gestorben, sagte sein US-Agent Andrew Wylie der „New York Times“. Zuvor hatte das US-Musikmagazin „Rolling Stone“ über den Tod Reeds berichtet.

Reed, der in den 1960er und 70er Jahren mit der vom Künstler Andy Warhol geförderten Punk-Avantgarde-Band Velvet Underground bekannt geworden war, war auch als Solosänger weltweit erfolgreich. Zahlreiche Kollegen und Prominente betrauerten den Tod des Musikers beim Kurznachrichtendienst Twitter. „Mein Freund Lou Reed ist am Ende seines Songs angelangt“, schrieb beispielsweise der Bestseller-Autor Salman Rushdie. „So traurig.“ 

Sie sei ihm „extrem dankbar“ für alles, twitterte die Schauspielerin Mia Farrow. Reeds Musik sei genau die seiner Generation und immer noch relevant, schrieb ihr Kollege Samuel L. Jackson. Und der Hip-Hop-Produzent Russell Simmons twitterte: „New York hat eines seiner größten Geschenke verloren.“ Die von Großstadt-Erfahrungen geprägten Texte Reeds über Sex, Gewalt und Drogen kombiniert mit dem Hang seines Bassisten John Cale zu Klangexperimenten ergaben den charakteristischen düster-schrägen Sound der Band. Der stand damals vollkommen konträr zu den heiteren Klängen der Flower-Power-Bewegung.

Das erfolgreiche und von der Kritik gelobte Album „Loaded“ - das deutlich Reeds Handschrift trägt - kam erst kurz nach dessen Bandausstieg 1970 auf den Markt. Stücke wie „Sweet Jane“ oder „Rock'n'Roll“ wurden zu Klassikern in seinem Repertoire. Legendär sind auch seine Soloalben „Transformer“, „Metal Machine Music“ sowie seine Comeback-CD „New York“. 1996 wurde Reed als Mitglied von Velvet Underground in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Zuletzt widmete er sich verstärkt neuen Projekten und arbeitete mit Künstlern, Theater- und Filmemachern wie Robert Wilson, Wim Wenders und Julian Schnabel zusammen sowie mit der Metal-Band Metallica und seiner Ehefrau, der Performance-Künstlerin Laurie Anderson. Die Zeit sei furchtbar schnell vergangenen, hatte Reed noch jüngst in einem Interview gesagt, „Wie konnte das passieren? Das hört nie auf, mich zu verwundern. Gerade war ich doch noch 19.“ 

„Er war ein Meister“, erklärte Musiker David Bowie, der 1972 Reeds erstes Soloalbum „Transformer“ produziert hatte. Punk-Ikone Patti Smith trauert um „einen meiner wichtigsten Freunde in meinem Leben“. Musiker Iggy Pop, der Ende der 1970er Jahre mit Bowie und Reed in einer WG im Westen des geteilten Berlins lebte, schrieb auf Twitter von „niederschmetternden Neuigkeiten“. Paul Stanley, Gründungsmitglied der Rockgruppe Kiss, würdigte Reed als „Musiker, Künstler und Vorreiter, der nach seinen eigenen Regeln gespielt hat“.

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