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Rauswurf bei der BBC : Top-Gear-Moderator Clarkson erklärt seinen Ausraster

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Jeremy Clarkson schreibt über den stressigsten Tag seit 27 Jahren, James May und Richard Hammond vertreiben sich die Langeweile mit Video-Drehs.

London | Er schlug einem Produzenten ins Gesicht, wurde suspendiert und trotz Petition schließlich rausgeworfen. Der Top-Gear-Moderator Jeremy Clarkson nannte den Tag in seiner aktuellen Kolumne für die Zeitung „The Sunday Times“ den „schlimmsten seines Lebens“ und bedauerte den Vorfall. „Das war der stressigste Tag, den ich in meinen 27 Jahren bei der BBC hatte. Es war unfassbar stressig, alles lief verkehrt und da haben wir es“, vermeidet Clarkson es, seine Attacke direkt anzusprechen.

Jeremy Clarkson war der schillernde Moderator der britischen Automobil-Kultsendung „Top Gear“. Sein Vertrag wurde durch die BBC nicht verlängert. Clarkson war Anfang März suspendiert worden, weil er mit dem Produzenten Oisin Tymon in Streit geraten war und gegen den Mann sogar handgreiflich geworden sein soll. „Top Gear“ ist eins der weltweit erfolgreichsten Automagazine im Fernsehen. Zusammen mit seinen Co-Moderatoren James May und Richard Hammond moderierte Clarkson seit 2002 die Sendung für die BBC. 167 Folgen wurden in 21 Staffeln ausgestrahlt. In Großbritannien ist die Serie ein Dauerbrenner. Die Sendung läuft im deutschen Fernsehen bei RTL Nitro und DMAX. Weltweit hat sie bis zu 350 Millionen Fans, darunter fünf Millionen im Heimatland Großbritannien.

Clarkson (55) begründet den Angriff in seiner Kolumne mit einer extremen Stresssituation: Nachdem er schon unter der Scheidung von seiner Frau Frances Cain und dem Tod seiner Mutter litt, habe ihm der Arzt gesagt, dass er wahrscheinlich Krebs habe. Ein Knoten auf seiner Zunge sei laut des behandelnden Arztes offenbar Krebs, der unverzüglich untersucht werden sollte. „Aber das konnte ich nicht machen. Wir waren mitten in der Arbeit für ,Top Gear‘ und die Sendung ging immer vor“, sagte Clarkson. Er gab zu, dass andere Menschen mit solchen Stresssituationen besser fertig würden - zumal sich später herausstellte, dass es doch kein Krebs war.

Das Ende nach zwölf Jahren „Top Gear“ sei ein Schock gewesen, schreibt er. Die Kultsendung habe nach den privaten Rückschlägen sein ganzes Leben vereinnahmt. Er habe sich kopfüber in die Arbeit gestürzt, die er nun auch noch „idiotischerweise“ verloren habe. Über seine Zukunft äußerte sich Clarkson nur vage. „Ich habe mein Baby verloren, will aber ein neues machen“, sagte er. „Ich weiss nicht, wer der andere Elternteil sein wird oder wie das Baby aussieht. Aber ich kann nicht nur rumsitzen und Fotos sortieren.“

Zunächst wird Clarkson mit seinen Moderator-Kollegen James May und Richard Hammond auf Welttournee gehen. Die BBC hat bereits 200.000 Tickets für die „Top-Gear“-Liveshows verkauft. Allerdings nicht unter dem Label der Sendung. Mit dem Titel „Clarkson, Hammond and May Live“ wird der Raucher unter anderem in Irland, Norwegen und Südafrika auftreten. So berichtet es die BBC.

Unterdessen gibt es verschiedene Wege wie die drei Moderatoren mit ihrer neuerlichen Langeweile umgehen. Auf Twitter hatte James May zunächst mit dem Kochen angefangen. Für Fans bereitet er unter anderem verschiedene traditionelle britische Gerichte zu und postete Videolinks zu Youtube.

Doch auch das Kochen wird irgendwann langweilig.

Ab und an gibt es auch mal ein Ständchen auf der Blockflöte...

Und auch seinem Kollegen Richard Hammond scheint es ohne die Kult-Sendung langweilig zu werden. Er machte ein zehnminütiges Video mit dem Titel „Bored“ (gelangweilt) und untertitelte es mit „Dieses Video handelt von Langeweile“. May kommentiert auf seinem Twitter-Kanal: „Und er denkt, er wäre der Gelangweilte“:

Über 500 Kommentare und über 200.000 Klicks auf das Video sind bislang zusammen gekommen. Und die Langeweile ist weiterhin groß. Mittlerweile gibt es eine zweite Version unter dem Titel „Richard Hammond ist gelangweilt“ auf Youtube.

Eins fasst die „Top-Gear“-Tragödie zusammen: Während Hammond gelangweilt ist, bezeichnet sich James May als „unemployed“ (arbeitslos). Die beiden Co-Moderatoren versuchen sich seit Wochen zu beschäftigen, kommen aber immer wieder zu diesem einen Schluss. Mehrfach finden sich entsprechende Postings auf Twitter.

(mit dpa)

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erstellt am 20.Apr.2015 | 12:34 Uhr

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