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Herzstillstand bei Brust-OP : Tod von „Sexy Cora“: Witwer klagt gegen Schönheitsklinik

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Einnahmeausfälle und Schmerzensgeld: Die Forderungen von Tim Wosnitza liegen im Millionenbereich. Die Pornodarstellerin starb vor fünf Jahren nach einer missglückten Schönheitsoperation.

Sie war der Star der Amateurpornoszene, mit ihren wasserstoffblonden Haaren und großen Brüsten. Vor fünf Jahren, am 20. Januar 2011, starb die Pornodarstellerin „Sexy Cora“ mit nur 23 Jahren. Bei ihrer fünften Brustvergrößerung erlitt sie während der Operation in der Hamburger Alsterklinik einen Herzstillstand – fiel ins Koma und starb neun Tage später an einer Hirnlähmung im Universitätskrankenhaus Hamburg Eppendorf (UKE).

Bei ihrer fünften Brustvergrößerung sollte ihre Körbchengröße von 70F auf 70G wachsen. „Sexy Coras“ Tod löste nicht nur in der Amateurpornoszene große Trauer aus, sondern entfachte eine Debatte über den Schönheitswahn und die Frage: Welches Risiko ist uns die eigene Schönheit wert?

Jetzt klagt der Witwer von „Sexy Cora“, Tim Wosnitza, gegen die Hamburger Schönheitsklinik. Der Zivilprozess beginne am 11. März am Hamburger Landgericht, sagte ein Gerichtssprecher Ende Januar. Die „Bild“-Zeitung berichtete von Forderungen des Witwers in Höhe von vier Millionen Euro. Bestätigt wurde diese Summe jedoch nicht. Lediglich, dass die Forderungen sich im Millionen-Bereich bewegen, bestätigte der Sprecher.

Der Kläger macht in der zivilrechtlichen Auseinandersetzung nach Angaben des Gerichts eine Entschädigung für seine Einkommensausfälle geltend. Er weise daraufhin, mit seiner Frau über ein gemeinsames Unternehmen geschäftlich verbunden gewesen zu sein. Sie hätte sich langfristig in der Branche behaupten können, durch ihren Tod seien ihm Einkünfte entgangen, fasste der Gerichtssprecher die Argumentation des Klägers zusammen. Er verlange außerdem Schmerzensgeld zu ihren Gunsten.

Bereits zwei Jahre nach dem Tod des Porno-Sternchens wurde eine beteiligte Narkoseärztin zu 14 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt. Die Richter befanden die 56-Jährige der fahrlässigen Tötung an Carolin Wosnitza, so der bürgerliche Name von „Sexy Cora“, für schuldig. Die Medizinerin hatte vor Gericht die Schuld und Verantwortung für den tödlichen Eingriff auf sich genommen. Die Kammer wertete den Fehler der Ärztin als „Ausnahmeversagen“. Die 56-Jährige habe bei der Schönheitsoperation nicht auf die korrekte Beatmung der Patientin geachtet - und die über längere Zeit bestehende Fehlbeatmung nicht bemerkt, betonte der Richter damals. Ein Berufsverbot gab es nicht. Mit dem Urteil war der Witwer damals nicht zufrieden.

Carolin Wosnitza hatte kurz vor ihrem Tod versucht, als seriöse Schauspielerin Fuß zu fassen. In der Serie „Einsatz in Hamburg“ spielte sie sich in ihrem Debüt selbst. Wosnitza ist in der Episode „Der Tote an der Elbe“ als Erotikdarstellerin namens Cora zu sehen, die den männlichen Polizisten gehörig den Kopf verdreht. Als Teilnehmerin in der 10. Staffel der Reality-Show „Big Brother“ wurde sie einem größeren Publikum bekannt.

Beerdigt wurde „Sexy Cora“ in Hamburg. In einer bewegenden Trauerfeier nahmen Freunde und Angehörige Abschied.

(mit dpa)

 

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erstellt am 10.Feb.2016 | 10:56 Uhr

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