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Hilfe für Flüchtlinge : Til Schweiger, Mario Adorf und Kokolores bei Facebook

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Til Schweiger setzt sich für Flüchtlinge ein - mit Taten und teils drastischen Worten. Mario Adorf hat Bedenken.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2015 | 17:35 Uhr

Schauspieler Til Schweiger (51) zeigt sich nach Kritik seines Kollegen Mario Adorf (85) enttäuscht. „Lieber Mario, was hab' ich Dir denn getan, dass du mir so einen mitgibst?“, schrieb Schweiger am Montagabend bei Facebook:

Lieber Mario, was hab' ich Dir denn getan, dass du mir so einen mitgibst? Ich hab' Dir doch sogar ne' Rolle angeboten in...

Posted by Til Schweiger on  Monday, 7 September 2015

Adorf hatte im Interview der „Stuttgarter Zeitung“ (Dienstag) zunächst Schweigers Engagement für Flüchtlinge gelobt: „Dass ein prominenter Künstler den Flüchtlingen helfen will, finde ich großartig.“ Dann fügte er allerdings hinzu: „Til Schweiger hat aber leider die unglückliche Gabe, sich mit seinem dünnhäutigen, motzigen Auftreten nicht beliebt zu machen.“ Adorf glaubt, dass Schweiger mit seinen Polemiken polarisiere und damit fremdenfeindliche Menschen auf den Plan rufe.

Damit spielt Adorf vermutlich auf Schweigers Facebook-Posts und den öffentlichen Ausraster bei Maischberger an. Der Schauspieler und Filmproduzent hatte seinem Ärger über rassistische Kommentare sehr deutlich Luft gemacht und die Verfasser beleidigt.

Adorf ist am Dienstag 85 Jahre alt geworden. Er äußerte sich noch nicht zu Schweigers Angebot, dessen Stiftung zu unterstützen.

Dass die Kritik an seiner Ausdrucksweise angekommen ist, zeigt Schweiger allerdings. Er achtet auf Rechschreibung, Zeichensetzung und betont, dass er auf Schimpfwörter verzichtet.

Sänger Peter Maffay (66), der sich selbst schon lange in sozialen Projekten gegen Rassismus einsetzt, stärkte Schweiger den Rücken. „Dass er sich so aus dem Fenster lehnt und Dinge von sich gibt, die anecken, tut er aus vollster Überzeugung, Menschen helfen zu wollen“, wurde Maffay von der deutschen Ausgabe der Online-Zeitung „Huffington Post“ zitiert. „Ich kenne Til und ich weiß, dass er ein Mensch mit unglaublich viel Zivilcourage ist.“ Maffay kann angesichts der aktuellen Situation auch Schweigers Emotionalität beim Thema Fremdenfeindlichkeit nachvollziehen: „Es wäre fatal, die demokratischen Errungenschaften, die wir uns nach dem Krieg aufgebaut haben, wieder aufzugeben und die Geschichte wiederholen zu lassen. Insofern verstehe ich die Emotionalität von Til.“

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