Raub in Buxtehude : Stellungnahme der Polizei: Bushido-Foto war Grundlage für Phantombild

<p>Original und Fälschung? Das Phantombild (links) sieht Bushido (rechts) sehr ähnlich.</p>

Original und Fälschung? Das Phantombild (links) sieht Bushido (rechts) sehr ähnlich.

Erstaunliche Ähnlichkeit scheint ein Verbrecher mit Bushido zu haben. Jetzt äußerte sich die Polizei zu dem Vorfall.

shz.de von
31. März 2017, 11:10 Uhr

Stade | Die Polizei gibt mittlerweile zu ein Foto von Bushido als Grundlage für ihre Suche nach einem Räuber verwendet zu haben. „Die ersten Aussagen des Opfers zu markanten Tätermerkmalen dienten für den Polizeizeichner in diesem Fall als Grundlage für eine Recherche im Internet, um entsprechende Bilder zu generieren“, teilte das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen am Freitag mit. „Dabei stieß er auf ein Bild von Bushido.“ Der Zeichner habe das Foto dann als Grundlage für das Phantombild verwendet.

Die Ermittler betonten auch am Freitag, es handele sich nicht um einen Aprilscherz. Zu weiteren Details und zur genauen Vorgehensweise beim Erstellen von Phantombildern wollte sich das LKA nicht äußern. Das Verfahren sei aber „rechtlich zulässig“, sagte ein LKA-Sprecher.

Am Sonntag kam es in Buxtehude zu einem Raub an einer Frau. Etliche Medien berichteten über den Fall und so verbreitete sich das von der Polizei in Stade veröffentlichte Phantombild des Täters. Außerdem veröffentlichte die Polizei in Stade folgende Personenbeschreibung in ihrer Pressemitteilung:

Männlich - nicht über 30 Jahre - 190-200cm groß, sportlich schlank - südländisches Erscheinungsbild - kräftiger Vollbart - sprach gebrochenes deutsch - dunkelrotes Basecap mit einem silbernen Button an der Unterseite der Schirms

Soweit so gut. Doch der Mann auf dem Phantombild hat erstaunliche Ähnlichkeit mit dem 38-Jährigen Rapper Bushido aus Berlin. Zuerst aufgefallen war dies dem Bildblog, dem „Watchblog für deutsche Medien“.

Der Vorwurf: die Polizeiinspektion in Stade hatte sich an einem Bild des Rappers bedient, es leicht retuschiert und dann als Phantombild veröffentlicht. Die Bearbeitungsschritte lassen sich tatsächlich gut nachvollziehen, wenn man sich das Originalbild von Bushido anschaut. So wurde das Bild gespiegelt, leicht verzerrt, ein Zeichenfilter darüber gelegt, die Kette wegretuschiert, der Bart verlängert und dem Mann ein Basecap aufgetzt.

Besonders prägnante Stellen des Bildes gaben preis, dass es sich tatsächlich um ein Bild von Bushido handeln musste. Ein helles Haar in der Augenbraue, ein rausstehendes Nasenhaar und die Spuren der wegretuschierten Kette am Kragen des T-Shirts. Auch, dass die Falten und Schattierungen auf dem T-shirt und die Größe der Ohren identisch sind, konnte kein Zufall sein.

Zunächst hatte die Polizei dies dementiert. NDR.de gegenüber wies der Pressesprecher den Vorwurf, das Foto von Bushido als Vorbild genommen zu haben, zurück und sprach laut tageblatt.de von einer „zufälligen Ähnlichkeit“. Auf die Frage, ob die Polizei jetzt Bushido ins Visier nehme, meinte er: „Zu ermittlungstaktischen Dingen sagen wir in dieser Sache nichts.“

Bushido reagierte mit Humor auf den Vorfall und bedankte sich bei der Buxtehuder Polizei für den Style-Tipp.

 
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