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DDR-Agent in Afrika : Spionageserie «Deutschland 86» kommt 2018

vom

In Südafrika wird die Fortsetzung der Spionageserie «Deutschland 83» gedreht. Um zu sehen, wie sich DDR-Agent Martin Rauch drei Jahre später in Afrika durchschlägt, müssen deutsche Fans diesmal zahlen.

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erstellt am 25.Okt.2017 | 10:05 Uhr

Kapstadt (dpa) – Ein ausgedienter Mercedes-Laster holpert über eine staubige Straße im südwestafrikanischen Angola. Auf der Ladefläche sitzt DDR-Spionin Leonora Rauch (Maria Schrader) zwischen schwer bewaffneten Rebellen. Plötzlich fallen Schüsse. Der Laster stoppt.

Die Kamera zoomt auf ein Messer an Schraders Kehle. «Fühl die Spannung. Draußen hört man Schritte. Keiner weiß, was los ist!», ruft Regisseur Florian Cossen («Das Lied in mir»). Cossen und Team filmen auf einem ehemaligen Fabrikgelände im südafrikanischen Kapstadt die Fortsetzung der Spionageserie «Deutschland 83».

Sie soll 2018 beim Streaming-Dienst Amazon Prime Video zu sehen sein. Die neue Staffel spielt 1986 in Angola, Südafrika, Libyen, Paris, West-Berlin und schließlich wieder in der DDR. Dem Land geht es wirtschaftlich bereits schlecht. Hungrig nach Devisen, zwingt die ostdeutsche Führung ihre Agenten in kapitalistische Experimente in aller Welt, um das sinkende sozialistische Schiff vor dem Untergang zu retten.

Serienheld Martin Rauch (Jonas Nay), ein zur Spionage gezwungener DDR-Agent, wurde nach Angola verbannt. Auf dem Gelände einer Ölraffinerie, in der auch ostdeutsche Ingenieure tätig sind, trifft er auf seine Tante Leonora, die mit Hilfe von Söldnern Waffen in das Bürgerkriegsland schmuggelt. Die Lage eskaliert. Martin und Leonora geraten zwischen die Fronten der Rebellengruppen – und werden zum Spielball beider Seiten.

Seit September wird «Deutschland 86» in Kapstadt gedreht. Parallel haben Anfang Oktober Dreharbeiten unter der Regie von Arne Feldhusen («Der Tatortreiniger») in Berlin begonnen. Es geht um Terrorismus in Europa, die Perestroika, den Kampf gegen die Apartheid, Waffenhandel und den Kampf gegen AIDS.

Die erste Staffel wurde in mehr als 120 Ländern ausgestrahlt und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Adolf-Grimme-Preis und die Goldene Kamera. Im Ausland fand «Deutschland 83» großen Anklang, doch in Deutschland galt die Serie, die bei RTL im Herbst 2015 enttäuschende Quoten erzielte, als Flop. Deutsche Zuschauer werden die Fortsetzung beim Streaming-Dienst Amazon Prime Video gegen Bezahlung sehen müssen. RTL hat erst im Anschluss daran Rechte für eine Erstverwertung im Free-TV.

Wie viele Zuschauer Amazon braucht, damit sich die zweite Staffel rentiert, will Christoph Schneider, der Chef von Amazon Instant Video Deutschland, nicht sagen. Amazon werde «Deutschland 86» ab Anfang 2018 intensiv bei seinen Abonnenten vermarkten, sagte er. «Dazu hoffen wir, dass einige der vier Millionen Zuschauer, die die erste Staffel bei RTL gesehen haben, zu uns kommen», sagt er.

Filme nicht im klassischen Fernsehen zu schauen, sei noch immer gewöhnungsbedürftig für viele Deutsche, gibt Schneider zu. Doch für eine historisch-politische Serie wie «Deutschland 86» sei ein Streaming-Dienst der richtige Anbieter, meint er. «Stark horizontal erzählte Serien tun sich im linearen Fernsehen schwer. Wenn man zwei Episoden verpasst hat, ist man draußen.»

Jörg Winger, der die Serie mit seiner Frau Anna Winger erfand und zusammen UFA-Chef Nico Hofmann produziert, glaubt, RTL sei «einfach der falsche Sender» gewesen. Dabei war das internationale Interesse groß. Auch «Deutschland 86» sei bereits weltweit verkauft worden, unter anderem an den französischen Canal Plus, den britischen Channel 4 und das amerikanische SundanceTV, erzählt Jumana Rizwan, die Kommunikationschefin der internationalen Produktionsgesellschaft Fremantle Media. «Eine junge Show mit einem ernsthaften Handlungsablauf ist für ein breites Publikum attraktiv», sagt sie.

Angelegt ist das Drehbuch der Spionage-Serie als Trilogie. «Deutschland 89» würde wieder drei Jahre später spielen, pünktlich zum Mauerfall. Ob es zur dritten Staffel kommt, wird vom Erfolg von «Deutschland 86» abhängen.

UFA Pressemitteilung

Amazon Prime Video

Fremantle Media Webseite, auf Englisch

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