Modisch im Supermarkt : Shoppen wie ein Hipster: Anleitung für Landeier

Ein junger Mann beim Hipster Cup Festival in Berlin.
Ein junger Mann beim Hipster Cup Festival in Berlin.

Auftritte im Supermarkt sind nicht unbedingt stylish. Wie kann man das ändern? Braunschweiger Kunststudenten haben sich von Hipstern inspirieren lassen.

shz.de von
06. Mai 2015, 16:17 Uhr

Berlin | Schnurrbart, Hornbrille und Jutebeutel: Der Hipster ist seit einigen Jahren eine Ikone der Großstadt, ein wandelndes Gesamtkunstwerk, das viel Spott ernten muss.  Designstudenten der Braunschweiger Hochschule für Bildende Künste (HBK) sind dem Phänomen im gewöhnlichen Alltag nun auf den Grund gegangen. Wie kauft der Hipster eigentlich ein und was braucht er dafür?

In der Hipster-Hauptstadt Berlin haben sie gefragt und beobachtet.

Zurück in Braunschweig wurde dann konstruiert, genäht und geschraubt.„Die Arbeitsanweisung war, Einkaufshilfen zu gestalten, die auch von Hipstern angenommen werden“, sagt HBK-Professorin Kerstin Kaczmar, die das Projekt leitete. Herausgekommen sind Prototypen von Taschen und Geräten, die nicht nur schick, sondern auch praktisch sein sollen.

- JUTEBEUTEL 2.0: Der Jutebeutel ist des Hipsters Lieblingsstück. Er eignet sich zwar für den kleinen Einkauf, ist aber auch unpraktisch, findet Thomas Bauer. Zu klein, enge Schlaufen und kein richtiger Boden. Der 24-jährige Student hat deshalb eine praktischere Version genäht. Ob sie den abgegriffenen Stoffsäckchen im Style-Vergleich das Wasser reichen kann, muss sich allerdings noch zeigen.

- ROLLENDER BIERKASTEN: Mit dem aufgemotzten Aluroller „Beporter“ können Stadtmenschen nicht nur durch die City rasen, sondern auch ihre Einkäufe mitnehmen. In eine Halterung auf der Tretfläche passen eine Transportkiste und ein Getränketräger. Wird das Gefährt zu wackelig, kann man es hinter sich herziehen.

- CONTAINERN LEICHT GEMACHT: Der Name „Urban Ninja“ verspricht Abenteuer. Tatsächlich ist die Tasche für eine nicht ganz legale Art der Nahrungsmittelbeschaffung gedacht: das Containern. Dabei sammeln Menschen weggeworfene Lebensmittel. „Die brauchen die Hände frei“, sagt Kaczmar. Platz für Macbook und Tablet ist auch.

- EINKAUFSKORB FÜR DEN RÜCKEN: „Arghh, die Einkaufskörbe sind schon wieder aus!“ Gut, wenn man den eigenen Korb selbst mitbringt. Als Teil eines „Ruckzacks“. Der Korb kann auf einer Art Tragegestell befestigt und auch gefüllt auf dem Rücken transportiert werden.

- VIELE SÄCKCHEN: Einige Hipster sind nicht nur mode-, sondern auch umweltbewusst. Sie wollen beim Einkaufen Müll vermeiden und möglichst das unverpackte Lebensmittel mitnehmen. Im Jutebeutel gibt es da schnell Sauerei und Durcheinander. Deshalb hat Friederike Fänger „Physalis“ entwickelt, eine Geschirr für den Oberkörper mit mehreren kleinen Stoffsäcken. „Das ist speziell für Hipster, die auf dem Markt einkaufen gehen“, sagt die 24-Jährige. Es soll eine Art Erntegefühl vermitteln, jedes Produkt kommt ins eigene Säckchen.

- SCHNELLER AN DER KASSE: Einpacken, auspacken, einpacken - spätestens an der Kasse müssen die Einkäufe wieder raus aus dem Korb oder Tasche, um nach dem Piepen des Preisscanners wieder eingeräumt zu werden. Wie nervig ist das denn! „Tuta“ aus Leder soll das Problem lösen. Die Tasche besteht aus einem Tuch, dass sich auf dem Kassenband auffalten lässt und die Lebensmittel für den Kassierer freigibt. Danach geht es ohne Einräumen weiter.

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