Beleidigung nach Urteil in Kinderporno-Affäre : Sebastian Edathy erstattet Anzeige gegen Jan Leyk

Er nennt Edathy auf Facebook einen „Drecks-Pedo“: Der Trash-TV-Darsteller Jan Leyk bekommt jetzt Post vom Anwalt.

shz.de von
26. Mai 2015, 15:20 Uhr

Berlin/Hamburg | Der ehemalige SPD-Abgeordnete Sebastian Edathy geht gegen diffamierende Aussagen des Hamburgers Jan Leyk vor. Dieser hatte am 2. März nach dem Urteil in der Kinderporno-Affäre gegen Sebastian Edathy auf Facebook eine Reaktion gepostet. In dem Statement fallen Worte wie „perverser Bastard“, „psychisch kranker Mensch“ oder „Dreckspedo“. Der Edathy-Post wurde von rund 184.500 Menschen gelikt und von mehr als 33.000 seiner über eine Million Facebook-Fans geteilt. Der Beitrag ist noch immer aufrufbar.

Leyk ist ein deutscher Laiendarsteller, Designer und DJ. Er wurde durch seine Rolle als Carlos Hansen in der RTL-II-Sendung „Berlin – Tag und Nacht“ einem größeren Publikum bekannt. In 248 Folgen war er bis zu seiner Kündigung durch den Sender als Barkeeper, Macho und Frauenheld zu sehen. Ihm wurde gekündigt, da ihn ein Video zeigte, in welchem er eine damalige Freundin schlug.

Edathy zeigt nun ein Foto eines Anwaltsschreibens auf seinem Facebook-Account. Auf dem Bild ist der Betreff „in dem Ermittlungsverfahren gegen Herrn Jan Leyk“ zu lesen. Dazu fragt Edathy: „Wie sehr darf man auf fb (Facebook) gegen das Strafgesetzbuch verstoßen?“ und ergänzt: „Wird jetzt mal durchgezogen...“

Edathy macht ernst: Die Beleidigungen von Jan Leyk will sich der 45-Jährige nicht gefallen lassen.
Screenshot/Facebook
Edathy macht ernst: Die Beleidigungen von Jan Leyk will sich der 45-Jährige nicht gefallen lassen.

Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy hatte Anfang März im Prozess zugegeben, sich mit seinem dienstlichen Laptop kinderpornografische Videos und Bilder aus dem Internet besorgt zu haben. Die Vorwürfe träfen zu, sagte Edathys Verteidiger Christian Noll vor dem Landgericht Verden. Kurz darauf verkündete die Strafkammer die Einstellung des Prozesses gegen eine Geldauflage von 5000 Euro. Edathys Aussage war Voraussetzung für eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage. Kritik wurde laut, als Edathy direkt nach dem Prozess mitteilte: „Ich begrüße die Einstellung des Verfahrens durch das Landgericht Verden. Eine Fortsetzung wäre unverhältnismäßig gewesen. Ich weise darauf hin, dass ein ,Geständnis‘ ausweislich meiner heutigen Erklärung nicht vorliegt.“ Die Staatsanwaltschaft sei mit dem Wortlaut der Erklärung einverstanden gewesen. Eine Schuldfeststellung sei damit ausdrücklich nicht getroffen worden, schrieb der 45-Jährige auf Facebook. Die Reaktion Edathys löste heftige Debatten und Empörung aus.

Immer wieder sorgt Jan Leyk für Aufreger. Zuletzt sorgte ein Vergleich Adolf Hitlers mit GDL-Chef Claus Weselsky für Aufregung. So nannte er die streikenden Bahnmitarbeiter „unter Alkohol entstandene Fi**fehler“ und Weselsky einen „kurzbartschnäuzertragenden Osteunuchen“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen