Idee eines britischen Schuhverkäufers : Schuldenkrise in Griechenland per Crowdfunding lösen

Jeder EU-Bürger müsste nur den Gegenwert eines griechischen Salates spenden.
Jeder EU-Bürger müsste nur den Gegenwert eines griechischen Salates spenden.

Jeder Europäer müsste 3,19 Euro spenden, also einen Salat mit Feta und Oliven. Mit dieser einfachen Rechnung würde ein Schuhverkäufer die 1,6-Milliarden-Rate an den IWF zusammenbekommen.

shz.de von
02. Juli 2015, 17:43 Uhr

York | Thom Feeney, ein britischer Schuhverkäufer,  will die Schuldenkrise via Crowdfunding lösen. Vor fünf Tagen richtete er auf der Plattform „Indiegogo“ eine Kampagne zur Rettung Griechenlands ein. Bereits bis Donnerstagnachmittag spenden über 82.000 Menschen mehr als 1,4 Millionen Euro. Bis zur seit dem 30. Juni fälligen IWF-Rate von 1,6 Milliarden Euro, die die griechische Regierung zurückzuzahlen hätte, ist es aber noch ein weiter Weg. Mit der aktuellen Summe ist noch nicht einmal ein Prozent erreicht.

Die Rechnung des Mannes ist einfach. 503 Millionen Einwohner lebten in der EU. Wenn jeder nur einen kleinen Betrag spende, sei die Schuldenkrise gelöst und die EU-Minister könnten mit den Muskelspielen aufhören, heißt es in dem Aufruf.

Für jeden Bürger wären das umgerechnet nur etwas über drei Euro. Das sei so viel wie ein Bier in London koste oder so viel wie ein Salat mit Feta und Oliven zum Mittagessen, schreibt der 29-Jährige aus York.

Und viele machen mit. Auf dem offiziellen Twitter-Account zur Crowdfunding-Aktion gibt es bereits eine erste Statistik. Viele Briten und Deutsche haben bereits gespendet:

<center><blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p lang="en" dir="ltr">As the campaign hits €1.2m most contributors are from UK, Germany and France <a href="https://twitter.com/hashtag/crowdfundgreece?src=hash">#crowdfundgreece</a> Thanks to all involved! <a href="http://t.co/9VngM6Owze">pic.twitter.com/9VngM6Owze</a></p>&mdash; Greek Bailout Fund (@GreekBailout) <a href="https://twitter.com/GreekBailout/status/616492992745074692">2. Juli 2015</a></blockquote></center>

Wird die Aktion zum Erfolg, gibt es für drei Euro eine Postkarte von Alexis Tsipras, für sechs Euro einen Salat mit Fetakäse und Oliven. Weitere Geschenke sind eine Flasche Ouzo oder eine Buddel griechischer Wein. Für einen Griechenland-Urlaub haben sich bereits fünf Spender angemeldet. Sie wären bereit, bis zu 5000 Euro dafür zu bezahlen. Griechische Unternehmen sollen hierbei mit eingespannt werden und die Produkte an die Spender liefern.

Für Feeney ergibt die Aktion durchaus Sinn. „Volkswirtschaften muss durch Investitionen und Anreize geholfen werden, nicht durch Sparmaßnahmen und Kürzungen.“

<center><blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p lang="en" dir="ltr">There&#39;s a serious point here. Economies should be helped through investment and stimulus. Not austerity and cuts.</p>&mdash; Thom Feeney (@ThomFeeney) <a href="https://twitter.com/ThomFeeney/status/616165642182463488">1. Juli 2015</a></blockquote></center>

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