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Gefeuerter „Top Gear“-Moderator : Russischer Militärsender und Netflix buhlen um Clarkson

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Aus der Onlineredaktion

Jeremy Clarkson ist in Russland willkommen, es gibt geheime Pläne und auch Netflix buhlt um ihn. Nach seinem Rauswurf bei der BBC ist auch offen, wie es mit seinen Co-Moderatoren weitergeht.

London | Jeremy Clarkson ist in Russland willkommen: Geht es nach den Verantwortlichen des russischen Militärsenders „Zvezda“, könne der 54-Jährige zeitnah eine Autosendung in Moskau moderieren. Dies geht aus einer Email hervor, die der Sender auf seiner Internetseite veröffentlicht hat. „Lieber Jeremy, der russische Militärsender Zvezda möchte seinen tiefen Respekt zum Ausdruck bringen und bittet freundlichst um Zusammenarbeit. Wir möchten dich einladen, Moderator einer Autosendung in unserem TV-Sender in Moskau zu werden“, heißt es in dem Schreiben. Im April solle Clarkson nach Moskau kommen, um Details zu besprechen. Das der Autoexperte wenig von russischen Autos halte, könne sich in Russland ändern, meint der Sender. Clarkson ist bekannt, sowjetische und russische Fahrzeuge zu verunglimpfen. Britische Medien berichten von einer Antwort von Daniel Rix, Clarksons Manager, der ironisch schrieb: „Ich kann mir vorstellen, wie eine russische Version von ,Top Gear‘ aussehen könnte. Es könnte einen Zaren in einem preisgünstigen russischen Fahrzeug geben.“

Jeremy Clarkson war der schillernde Moderator der britischen Automobil-Kultsendung „Top Gear“. Sein Vertrag wurde durch die BBC nicht verlängert. Clarkson war Anfang März suspendiert worden, weil er mit dem Produzenten Oisin Tymon in Streit geraten war und gegen den Mann sogar handgreiflich geworden sein soll. „Top Gear“ ist eins der weltweit erfolgreichsten Automagazine im Fernsehen. Zusammen mit seinen Co-Moderatoren James May und Richard Hammond moderierte Clarkson seit 2002 die Sendung für die BBC. 167 Folgen wurden in 21 Staffeln ausgestrahlt. In Großbritannien ist die Serie ein Dauerbrenner. Die Sendung läuft im deutschen Fernsehen bei RTL Nitro und DMAX. Weltweit hat sie bis zu 350 Millionen Fans, darunter fünf Millionen im Heimatland Großbritannien.

Wahrscheinlicher scheint jedoch ein anderes Szenario. Das britische Boulevardblatt „Daily Mail“ berichtet in der Zwischenzeit von einem geheimen Treffen mit „Top Gear“-Produzent Andy Wilman. Es geht um geheime Pläne für ein neues Format. Auch andere Medien beteiligen sich an der Gerüchteküche. Demnach hat offenbar auch Netflix Interesse angemeldet, Clarkson einen Vertrag anzubieten. Was auch immer für eine Show er mit Netflix kreiere, er hätte volle Kontrolle über alles, schreibt der irische Independent.

Clarksons Co-Moderatoren James May und Richard Hammond halten ihre Zukunft bei der BBC im Augenblick noch offen. Die Verträge der beiden Briten laufen Ende des Monats aus. Die BBC möchte das Duo ungern verlieren und plant auch die Fortsetzung des Kultmagazins. Offen bleibt, mit welchen Moderatoren. May hatte es in einem Interview abgelehnt, eine klare Antwort zu geben, ob er und Hammond „Top Gear“ ebenfalls verlassen werden. „Darüber muss man sorgfältig nachdenken. Wir drei, als ein Team, das funktioniert.“ Die drei noch ausstehenden Folgen der 22. Staffel werden nicht mehr produziert. May und Hammond hatten es abgelehnt, ohne Clarkson vor die Kamera zu treten.

Für Clarkson gibt es derweil neben dem Rauswurf auch weitere Konsequenzen. Die Polizei ermittelt gegen den 54-Jährigen. Die BBC solle eine Kopie des Untersuchungsberichtes an die Behörden übermitteln. Die 30-sekündige Entgleisung Clarksons, die für Oisin Tymon sogar in der Notaufnahme endete, könnte also auch noch ein juristisches Nachspiel haben.

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erstellt am 27.Mär.2015 | 13:50 Uhr

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