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Schumacher im Koma : Rotkäppchen und Tränen zum Geburtstag

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An Michael Schumachers 45. Geburtstag versammeln sich vor der Klinik in Grenoble die treuesten seiner Fans - meist in Ferrari-Rot gekleidet. Es fließen auch Tränen.

shz.de von
erstellt am 03.Jan.2014 | 15:28 Uhr

Im Krankenhaus von Grenoble berieten die Ärzte von Michael Schumacher das weitere Vorgehen, draußen huldigten über hundert Ferrari-Fans dem lebensgefährlich verletzten Formel-1-Rekordweltmeister zu dessen 45. Geburtstag. Sein ehemaliger Rennstall hatte Busse organisiert und zu der speziellen Aktion aufgerufen. „Heute gibt es doppelten Grund, ihm nur das Beste zu wünschen“, schrieb die Scuderia am Freitag auf ihrer Homepage. Wie es dem Kerpener wirklich geht, nachdem er seit Tagen wegen seiner schweren Kopfverletzungen im künstlichen Koma liegt, blieb aber auch an Schumachers Geburtstag zunächst unklar.

Die Universitätsklinik hatte bis zum frühen Nachmittag noch nicht entschieden, wann neue Informationen zum Gesundheitszustand von Schumacher verbreitet werden. Es werde zunächst intern beraten, hieß es. Die letzten Informationen zu seinem stabilen, aber kritischen Zustand hatte es am Mittwoch gegeben. Seitdem heißt es von den Ärzten wie auch von Schumachers Managerin Sabine Kehm, dass erst bei Veränderungen wieder informiert werde. Seit seinem Skiunfall am vergangenen Sonntag in Méribel schwebt Schumacher weiter zwischen Leben und Tod. Zweimal wurde er bereits am Kopf operiert.

Schumachers Familie, sein Bruder und sein Vater - sie alle sind in seiner Nähe. Der Gang ins Krankenhaus dürfte ihnen am Freitag noch schwerer gefallen sein als in den Tagen zuvor. Eigentlich wollte Schumacher auf seinen 45. Geburtstag im Winterdomizil in Méribel mit Freunden und Familie anstoßen. Am Freitag wollten ihm aber auch einige seiner Fans nahe sein und ihn unterstützen. Auf dem Parkplatz entrollten sie eine riesige Ferrari-Fahne. Den Weg in die Klinik dekorierten sie mit roten Fahnen, Ferrari-Bannern und Plakaten: „Schumi - Alle unsere Gedanken sind bei Dir und Deiner Familie.“ 

Von 1996 bis Ende 2006 war Schumacher für den italienischen Traditionsrennstall gefahren. 72 seiner 91 Grand-Prix-Sieg gewann er im Wagen der Scuderia, fünf seiner sieben WM-Titel holte er im Ferrari. „Forza Michael!“ schrieb das Team in seiner Mitteilung zu Schumachers Geburtstag. Präsident Luca di Montezemolo und Teamchef Stefano Domenicali sind seit dem Unglück in engem Kontakt mit Schumachers Familie.

Via Twitter erreichten den ehemaligen Piloten ebenfalls unzählige Glück- und Genesungswünsche. „Wir möchten uns den weltweiten Wünschen zu Michaels 45. Geburtstag heute anschließen“, hieß es vom Formel-1-Rennstall Mercedes. Für die Silberpfeile hatte Schumacher von 2010 bis einschließlich 2012 sein Comeback gegeben. Das deutsche Team hob auch die „bewegende Geste“ von Ferrari hervor. „Möge sie Michael weitere Stärke für seinen Kampf geben.“ 

Auch Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker gratulierte Schumacher: „Happy Birthday #Schumi #KaempfenSchumi.“ „Werde schnell wieder gesund, Champ“, meinte der neunmalige Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb. „Halt durch“, schrieb Schumachers ehemaliger Teamkollege Rubens Barrichello unter einem Foto aus der gemeinsamen Ferrari-Zeit in der Formel 1.

Weltweit berichten Medien seit Tagen über den Unfall und den Zustand des deutschen Piloten, der zu den bekanntesten Sportlern der jüngeren Zeit gehört. Vor allem im rheinländischen Kerpen ist Schumacher das beherrschende Thema. Hier hat Schumacher früher gelebt, hier kommt er her. Und er ist immer heimatverbunden geblieben, auch wenn er seit mittlerweile vielen Jahren in der Schweiz wohnt.

An Schumachers Kartbahn haben Fans Schumi-Kappen am Gitter aufgehängt. „Wir beten für dich!“ ist zu lesen oder „Ich hoffe, du wirst das Rennen gewinnen.“ Einer schreibt: „MS, wenn du das liest, hast du deinen wichtigsten Zweikampf gewonnen.“ Schumachers Familie hatte sich bereits am Donnerstag erneut für die riesige Anteilnahme bedankt. „Das ist für uns eine tolle Unterstützung“, hieß es auf der Homepage des Rekordweltmeisters. „Wir wissen alle, Michael ist ein Kämpfer und wird nicht aufgeben.“

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