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Agenten-Komödie : Road-Movie um den «Hunderteinjährigen» auf DVD

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Ein alter Mann mit viel Herz, eine irre Road-Movie-Story und eine Lösung, die ganz nah liegt.

Allan Karlsson, bestens bekannt als «Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand», wird in der Fortsetzung des ersten Teils wieder in jede Menge wilde Ereignisse verstrickt. Diesmal geht es um den Kalten Krieg, Spionage und...eine Limonade. Die Komödie «Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand» liegt jetzt bei Concorde auf DVD vor.

Die Story beginnt auf Bali, wo sich Allan (gespielt von Robert Gustafsson), sein Freund Julius, das Paar Benny und Miriam sowie Affe Erlander nach dem großen Coup aus dem ersten Teil zur zeitweiligen Ruhe gesetzt haben. Hier feiert die Gruppe den 101. Geburtstag von Allan. Passend zum Anlass zaubert Erlander aus einer Menge Gerümpel eine Flasche rote Brause hervor, von deren Geschmack alle sofort begeistert sind. Allan erinnert sich, dass es sich hierbei um das sogenannte Volkssoda handelt, ein Getränk, dass noch aus seiner Zeit als Doppelagent im Kalten Krieg stammt.

Damals versuchte die Sowjetunion verzweifelt, den USA und ihren Aushängeschildern wie Coca-Cola und Rock 'n' Roll etwas entgegenzusetzen. Durch einen Zufall, an dem Allan nicht ganz unschuldig ist, gelingt es den Chemikern schließlich, das Volkssoda zu entwickeln. Zwischen den Mächten entbrennt ein erbitterter Kampf um das Rezept, und Allan Karlsson steckt als Agent für beide Seiten mittendrin. Mal hat die eine Seite die Oberhand, mal die andere. Schließlich münden die erfolglosen Versuche, das Rezept endgültig zu bekommen, in den «SALT»-Gesprächen.

In der Gegenwart versucht die Bande ebenfalls, an die Rezeptur zu kommen. Allan, Julius und der schweigsame Geddan machen sich per Flugzeug, Zug und geklautem Auto auf den Weg. Er führt sie von Bali nach Moskau, weiter nach Berlin und schließlich in die schwedische Provinz, wo Benny und Miriam ein kleines Ferienhaus besitzen. Angereichert wird die Geschichte um die Jagd nach dem Rezept um einen aggressiven Engländer, der sich um sein Geld aus Teil Eins betrogen sieht sowie ein US-amerikanisches Ermittlerpaar, das eigens zur Auffindung des Rezepts nach Schweden gereist ist. Nach einer langen und aufreibenden Suche ergibt sich schließlich eine für alle überraschende Lösung.

Der Film gewinnt beim Zuschauer vor allem mit fortlaufender Dauer an Sympathie. Zu Beginn ergibt sich eine etwas unübersichtliche Situation, da die Figuren nur marginal eingeführt werden. Die Geschichte funktioniert aber dann auch ohne konkretes Vorwissen, da durch Rückblenden immer wieder Bezüge zu früheren Ereignissen hergestellt werden. Und vor allem die Großherzigkeit Allans und sein einnehmender Charakter trösten über einige Schwäche des Streifens hinweg.

Diese liegen vor allem in der geringen Zündkraft der Gags und Pointen, mit denen das Road-Movie doch recht zahlreich angereichert ist. Wer den bissigen Humor früherer Filme aus Skandinavien gewohnt ist (etwa «Adams Äpfel», «In China essen sie Hunde»), der wird hier etwas enttäuscht. Die Geschichte ist zwar gut gespielt, doch wirkt sie insgesamt glatt und vorhersehbar. Bis auf das Ende, mit dem sich die Macher des Streifens wirklich etwas überlegt haben.

«Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand» ist ein Film für ein Publikum, das den ersten Teil kennt und sich für die Fortsetzung interessiert. Darüber hinaus mag er mit einigen wenigen Spitzen zu gefallen; insgesamt aber besitzt dieser Film zu wenig Substanz, um zu überzeugen.

Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand

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erstellt am 31.Jul.2017 | 11:03 Uhr

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