TV-Tipp : Reise zum Saturn

Der Saturn mit seinen Ringen, aufgenommen von der Sonde Voyager 1 der USRaumfahrtbehörde NASA am 18. Oktober 1980. NASA
Der Saturn mit seinen Ringen, aufgenommen von der Sonde Voyager 1 der USRaumfahrtbehörde NASA am 18. Oktober 1980. NASA

Er gilt als der schönste Planet unseres Sonnensystems: der Saturn. Die Reise zu ihm - mittels einer Raumsonde - schildert eine TV-Dokumentation.

shz.de von
28. Juli 2018, 00:01 Uhr

Er ist fast anderthalb Milliarden Kilometer von der Erde entfernt und mit einem Äquatordurchmesser von etwa 120 500 Kilometern nach Jupiter der zweitgrößte Planet: der Saturn.

Er ist der äußerste Planet, der am Nachthimmel mit bloßem Auge gut sichtbar ist, zuletzt in diesem Spätfrühjahr stellenweise auch bei uns. In der Dokumentation «Reise zum Saturn», die an diesem Samstag um 22 Uhr auf Arte zu sehen ist, wird von der letzten Phase der spektakulären Reise einer Raumsonde erzählt.

Sie heißt «Cassini», und dieses Projekt der US-Weltraumbehörde NASA gilt als die erfolgreichste interplanetarische Mission aller Zeiten, denn sie zeigte, dass es im Saturnsystem mit seinen spektakulären Ringen und 62 Monden sehr wohl Leben geben könnte. Fast 20 Jahre lang dauerte die Reise der Raumsonde insgesamt. Etwa 13 Jahre davon erforschte sie auf ihrer Erkundungstour - an Merkur, Venus, Mars und der Erde vorbei - den Saturn und flog als erste Raumsonde zwischen dem Planeten und seinen Ringen hindurch, insgesamt 22 Mal. Am 15. September 2017 hat sie sich planungsgemäß - der Treibstoff ging zur Neige - bei einem Absturz selbst zerstört.

Der Saturn gehört zu den Gasriesen und wird von vielen Forschern als der schönste Planet angesehen, auch wegen seines bemerkenswerten Ringsystems. Es galt herauszufinden, wie alt diese Ringe sind - geklärt ist das noch immer nicht, aber vermutlich jünger als unser eigenes Sonnensystem. Die Sonde war auf ihrer Annäherung an den Saturn großen Gefahren wie Staubpartikeln, Gewittern oder herumfliegenden Trümmern ausgesetzt, die sie hätten zerstören können. «Sieben Schrecksekunden, alle sieben Tage», beschreibt Missionsleiter Earl Maize das, was seinem Team bei den 22 Ringdurchquerungen jedesmal bevorstand.

Der Planet besitzt keine Oberfläche, auf der man laufen könnte, und besteht hauptsächlich aus einer Mischung aus Wasserstoff und Helium, wodurch er sehr leicht ist. Die zumeist kleinen Monde heißen zum Beispiel Prometheus, der wie eine Kartoffel aussieht, während Janus einem Fleischbällchen und Pan einer Ravioli ähnelt. Unter der salzigen Kruste von Enceladus wurde ein Meer entdeckt, sowie Nanopartikel, die aus heißem Wasser am Meeresgrund stammen, wo folglich Leben vermutet wird. «Cassini» entdeckte auf dem äußersten E-Ring (1967 entdeckt) eine ganz eigene, dynamische Welt aus seltsamen Gebilden, die teilweise sogar über den Ring hinausreichen.

Autor Terri Randall (59, «Family Video Diaries: Daughter of the Bride») schlägt einen sehr großen Bogen, der von der Entdeckung des Titanmondes durch den niederländischen Astronomen Christiaan Huygens mit seinem selbstgebauten Teleskop (1655) über vergangene Missionen im All bis hin zur modernen Erforschung von Magnetfeldern reicht. Das ist ziemlich viel und detailreicher Stoff, und Randall gibt zumeist ziemlich enthusiastischen Forschern reichlich Raum.

Sein Film wimmelt von Superlativen, und es kommen viele verschiedene Biologen, Physiker, Planetologen, Raumfahrtingenieure und sonstige Forscher der NASA ausführlich zu Wort. Randall legt seinen Film wie einen Krimi an, bei dem die Forscher manchmal ihre eigenen Daten nicht verstehen und das glückliche Ende der Mission bis zuletzt nicht sicher ist. Spannend ist dieses Abenteuer im All für den Zuschauer allemal, aber so manch einer könnte schließlich völlig erschöpft im Sessel versunken sein.

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