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„Elf Zimmer für 600 Mark“ : Rainald Grebe trauert West-Berlin nach

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Musiker spottet gern über den Osten. Im alten West-Berlin ist der gebürtige Kölner zu seinem Leidwesen nie gewesen.

shz.de von
erstellt am 29.Sep.2015 | 13:10 Uhr

Berlin | Der für seine Spott-Hymnen über die ostdeutsche Provinz bekannte Liedermacher Rainald Grebe (44, „Brandenburg“) bedauert, das alte West-Berlin zu Mauerzeiten nie erlebt zu haben. „West-Berlin ist eine versunkene, historisch abgeschlossene Welt“, sagte Grebe, der seit Jahrzehnten in der Hauptstadt lebt, dem Berliner „Tagesspiegel“.

„Sicher, da hätte ich gerne einiges gesehen“, sagte der Liedermacher, dessen Stück „Westberlin“ am Freitag an der Berliner Schaubühne uraufgeführt wird. „Den 2. Juni auf der Krummen Straße, 1967 beim Studentenprotest, als die Schüsse auf Benno Ohnesorg fielen. Das SO 36 in seinen Anfangszeiten, das erste Konzert der Einstürzenden Neubauten“, so der gebürtige Kölner. „Und ich hätte auch gern in einer Altbauwohnung mit elf Zimmern für 600 Mark gelebt.“

Gerne hätte er auch dieses bestimmte Klima, dieses Lebensgefühl mitbekommen, „von dem alle Leute unter dem Schlagwort "Es ging nicht um Geld" erzählen. In West-Berlin war es in den 70er und 80er Jahren verpönt, mit einer Kneipe Geld machen zu wollen. Der antikapitalistische Traum war bei vielen da.“

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