Charakterdarsteller : Promi-Geburtstag vom 9. Januar 2018: J.K. Simmons

J.K. Simmons wird 63.  
J.K. Simmons wird 63.  

Kleine Rollen, große Auftritte: J.K. Simmons ist einer der ganz großen Nebendarsteller in Hollywood, der von cool bis gefährlich alles spielen kann. Seinen Oscar hat er sich mehr als verdient.

shz.de von
09. Januar 2018, 00:01 Uhr

J.K. Simmons ist ein Charakterdarsteller mit einem Charakterkopf. Ein Mann, der mit Mimik und kleinsten Gesten die ganze Leinwand zu füllen vermag.

Allein, wenn der Ausnahmekünstler nur seine Mundwinkeln hochzieht, dann kann er damit gleichermaßen Freude, Ironie oder Gefahr vermitteln. Keine Frage, J.K. Simmons ist ein echter «Scene Stealer».

Auf seinen Durchbruch musste der Schauspieler, der ursprünglich eine Musikkarriere angepeilt hatte und auf der Bühne seine ersten Gehversuchte unternahm, ziemlich lange warten. Langsam aber stetig hat sich Jonathan Kimble Simmons, der heute 63 Jahre alt wird, einen guten Namen in Hollywood gemacht - wenn auch meistens in Nebenrollen.

Nachdrücklich in Erinnerung blieb er dabei vor allem durch Sam Raimis Spider-Man-Trilogie (2002 bis 2007), in der er den Zeitungschef J. Jonah Jameson spielte, der aus seiner Abneigung gegen Peter Parker/Spider-Man kein Hehl macht.

Und dann kam «Whiplash» (2014): Für seine Rolle als harter, gnadenloser und sadistischer Musiklehrer kam seine Karriere erst so richtig in Schwung. Gekrönt wurde seine Darstellung eines Berserkers mit einem Oscar als bester Nebendarsteller. Seine hochgereckte Faust, mit der er die Musiker immer abrupt zum Schweigen bringt, wurde zu einer ikonischen Geste.

Jason Reitman («Juno», «Up In The Air»), der mit J.K. Simmons sechs Filme gedreht hat, hatte Regisseur Damien Chazelle («La La Land») den Schauspieler für die Rolle vorgeschlagen. Die perfekte Wahl.

Bisher ist es dem US-Schauspieler allerdings noch nicht so ganz gelungen, seinen Oscar-Gewinn in die ganz große Rollen umzumünzen. Meistens bleiben ihm doch nur kleinere Parts («The Accountant», «Boston», «La La Land», «Justice League»), in denen er aber immer nachhaltig in Erinnerung bleibt.

Eine Hauptrolle aber gab es für ihn in der kurzweiligen und vergnüglichen Buddy-Komödie «The Runaround - Die Nachtschwärmer» von Gavin Wiesen. Darin spielt J.K. Simmons einen knallharten Geschäftsmann (Beschaffungswesen), der sich auf die Suche nach seiner vermeintlich verschwundenen Tochter Ginnie macht, zu der er eigentlich kein besonders enges Verhältnis hat.

Sein «Buddy» wird von Emile Hirsch gespielt, der mal mit Ginnie zusammen war. Ein echtes Weichei und weinerlicher Looser, der sich als Banjo-Spieler durchschlägt, keinen Wein verträgt und am liebsten Tofu isst, während Mr. Gallo (J.K. Simmons) auf blutige Steaks steht. Ein ungleiches Paar, das das Schicksal für eine Nacht in Los Angeles zusammenschweißt.

Seit 1996 ist J.K. Simmons mit der Regisseurin Michelle Schumacher verheiratet, die ihrem Mann in «I'm Not Here» (2017) eine weitere Hauptrolle bescherte. Simmons spielt einen Mann, der sich in den Alkohol geflüchtet hat. Die Bruchstücke seiner Erinnerungen offenbaren die ganze Tragödie seines Lebens.

Um seine Brötchen zu verdienen, hat sich J.K. Simmons auch als Synchronsprecher über Wasser gehalten und viel Werbung gemacht. Für einen sehr populären M&M-Commercial lieh er der gelben Schokolinse seine Stimme.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert