Gewinner Goldene Palme : Promi-Geburtstag vom 6. Juni 2018: Kore-Eda Hirokazu

Kore-Eda Hirokazu hat in Cannes die Goldene Palme gewonnen. /XinHua
Kore-Eda Hirokazu hat in Cannes die Goldene Palme gewonnen. /XinHua

Für seine berührenden Dramen hat Kore-Eda Hirokazu schon viele Preise eingeheimst. Seinen größten Triumph feierte der japanische Filmregisseur aber erst kürzlich.

shz.de von
06. Juni 2018, 00:01 Uhr

Er ist auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere angekommen: Der japanische Regisseur Kore-Eda Hirokazu hat im Mai die Goldene Palme beim Filmfestival in Cannes gewonnen.

In seinem berührenden Drama «Shoplifters» erzählt er von einer Patchwork-Familie am Rand der Gesellschaft. Kore-Eda Hirokazus Werk wird durch seine stille und subtile Sozialkritik zu einem emotionalen Plädoyer für mehr Toleranz und Zusammenhalt.

In Cannes ist der japanische Filmemacher, der heute 56 Jahre alt wird, Stammgast: Hier zeigte er bereits 2001 seinen Film «Distance», in dem es um ein Sektenmassaker geht, dessen Folgen auch die Angehörigen der Täter kaum bewältigen können. Die Gegenpole Natur und Stadt, Hilflosigkeit und Schuld, Schweigen und vorsichtiges Gespräch sorgen jeweils für Kontur.

Mit seinem Kammerspiel «Nobody Knows» war er 2004 im Wettbewerb vertreten. Darin lässt er vier Kinder spielen, wie sie mitten in Tokio ohne ihre Mutter klarkommen.

Dann ein erster Triumph: Für «Like Father, Like Son» hat Kore-Eda Hirokazu 2013 in Cannes den Jurypreis gewonnen. In dem einfühlsamen Drama beobachtet er zwei Familien, deren Söhne bei der Geburt vertauscht wurden. Einige Jahre später sollen sie sich entscheiden, ob sie ihr leibliches Kind nehmen oder den ins Herz geschlossenen Knirps behalten möchten. Ein schmerzhafter Prozess, der auch die Zuschauer rührt.

Die Erinnerung, die Familie, Trauer und Tod - das sind die immer wiederkehrenden Motive in den Filmen des vielfach preisgekrönten Regisseurs Kore-Eda Hirokazu, der nach einem Literaturstudium eigentlich Schriftsteller werden wollte. Nach einigen Dokumentarfilmen gab er 1995 mit «Maborosi» sein Spielfilmdebüt. Das Drama um Trauer und Verlust brachte ihm gleich den Regie-Preis beim Filmfest in Venedig ein

Neues Terrain hat sich Kore-Eda Hirokazu, der häufig aus der eigenen Erfahrung schöpft, mit dem Gerichtsthriller «The Third Murder» (2017) erobert. Darin geht es um einen Anwalt, der an der Schuld seines Klienten zweifelt, der des Mordes verdächtig ist.

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