zur Navigation springen

Bestseller-Autorin : Promi-Geburtstag vom 31. Juli 2017: J.K. Rowling

vom

Die Autorin der Bestseller-Reihe «Harry Potter», J.K. Rowling, hat eine grandiose Erfolgsgeschichte erlebt. Heute ist sie eine der bestbezahlten Schriftstellerinnen der Welt. Doch der Weg aus einer zugigen Wohnung in Edinburgh auf die Bestsellerlisten der Welt war nicht immer einfach.

shz.de von
erstellt am 31.Jul.2017 | 00:01 Uhr

Joanne K. Rowling ist eine unter Millionen, die es geschafft hat, von der Hobby-Schriftstellerin zur Bestseller-Autorin aufzusteigen. Heute wird sie 52 Jahre alt.

Anfang der 90er Jahre saß Rowling in Edinburgh: Geschieden, alleinerziehend und Sozialhilfeempfängerin. Während einer Zugfahrt soll ihre Idee von einem Waisenjungen in einem Zauberinternat entstanden sein. Ab diesem Zeitpunkt schrieb sie in jeder freien Minute an ihrem ersten Buch.

Hätte man ihr zu diesem Zeitpunkt gesagt, dass sie zwanzig Jahre später zu einer der erfolgreichsten Schriftstellerinnen der Welt gehören würde, hätte sie wahrscheinlich herzlich gelacht. Inzwischen kennt fast jeder auf der Welt die Geschichte von «Harry Potter», dem Jungen, der überlebt hat.

Die Schöpferin der Romanfigur «Harry Potter» wurde am 31. Juli 1965 in der Nähe von Bristol geboren und ist in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Für ihr Studium der Klassischen Altertumswissenschaften und Französisch zog sie nach Exeter und Paris.

Die Verlagssuche gestaltete sich schwierig und Rowling sendete ihr Manuskript an dutzende Literaturagenten, bevor sich der renommierte Bloomsbury Verlag für die Veröffentlichung entschied. Einer der Verlags-Chefs, Nigel Newton, gab das Manuskript seiner achtjährigen Tochter zu lesen. Ihr Urteil nach einer Stunde: «Dad, das ist so viel besser als alles andere».

Das kleine Mädchen sollte Recht behalten, doch der Verlag wollte vorerst kein Risiko eingehen und startete mit einer winzigen Auflage von 500 Büchern. Außerdem befürchtete man, dass Jungen das Buch nicht lesen würden, wenn es von einer Frau geschrieben wäre. Deshalb verschleierten sie das Geschlecht der Autorin, indem sie nur die Initialen ihres Vornamens benutzen und Rowling das «K» von ihrer Großmutter Kathleen einfügte. J.K. Rowling war geboren.

450 Millionen verkaufte Buchexemplare, in 77 Sprachen übersetzt, acht Blockbuster plus der Film «Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind» später, ist die «Harry Potter»-Saga Kult.

Doch bis J.K. Rowling zu der momentan erfolgreichsten Schriftstellerin der Welt werde sollte, war es ein langer Weg. Nach dem Tod ihrer Mutter Anfang der neunziger Jahre zog sie nach Portugal, wo sie ihren ersten Mann kennenlernte. Die beiden heiraten und bekamen ihr erstes Kind. Doch die Ehe hielt nicht lange, weswegen sie 1994 nach Edinburgh zurückzog und dort von Sozialhilfe lebte. Keine einfache Zeit für die damals Alleinerziehende.

Dieses schwierige Kapitel ihres Lebens ist nun seit rund zwanzig Jahren abgeschlossen. Als erste Schriftstellerin überhaupt, hat die studierte Altphilologin mit ihrem Werk schätzungsweise mehr als eine Milliarde US-Dollar verdient. Im diesjährigen Ranking der bestbezahlten Prominenten belegt die Engländerin nach «Forbes»-Angaben mit Einnahmen von 95 Millionen Dollar den dritten Platz.

Rowling gilt als überaus großzügig und spendet regelmäßig große Teile ihres Vermögens für wohltätige Zwecke. «Lumos» ist der Name ihrer eigenen Wohltätigkeitsorganisation für Heimkinder, die sie 2004 ins Leben gerufen hat. Der Begriff «Lumos» ist ein Zauberspruch aus dem «Harry Potter»-Universum und soll Licht ins Dunkel bringen.

Doch Joanne K. Rowling nutzt ihre Bekanntheit auch, um auf Missstände in der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Bekannt ist Rowling für ihre scharfzüngigen, pointierten Kommentare bei Twitter, wo sie aktuell 11,1 Millionen Follower hat. Legendär sind ihre Tweets zu Politik, homophoben Hasstiraden oder unangemessenen Kommentaren gegenüber Frauen. Sie nutzt ihre Berühmtheit, um politische und gesellschaftliche Statements zu setzen.

Nach dem Abschluss der siebenbändigen «Harry Potter»-Reihe fiel und fällt der Schöpferin der Abschied aus dieser magischen Welt nicht leicht. Die «Harry Potter»-Saga ist das Lebenswerk von J.K. Rowling und so ist es nicht verwunderlich, dass sie mit weiteren Spin-Offs aus der «Harry Potter»-Welt die Magie am Leben erhält.

Ob etwa «Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind» oder «Die Märchen von Beedle dem Barden», Potter-Fans bekommen noch mehr Einblicke in die zauberhafte Welt. Letztes Jahr im Juli wurde außerdem das zweiteilige Theaterstück «Harry Potter und das verwunschene Kind» in London uraufgeführt.

Die Inszenierung basiert auf einer Geschichte von Rowling, John Tiffany und Jack Thorne, die nach dem siebten Potter-Roman einsetzt und den angesehenen Theaterpreis Olivier Award in neun Kategorien gewann.

2013 und 2014 veröffentlichte Rowling unter dem Pseudonym Robert Galbraith die Krimis «Der Ruf des Kuckucks» und «Der Seidenspinner», um unabhängig von ihrem berühmten Namen bewertet zu werden. Die Bücher konnten zwar nicht ganz an die kommerziellen Erfolge der «Harry Potter»-Reihe anknüpfen, doch beweisen muss sie sicherlich niemandem mehr etwas.

Joanne K. Rowling ist eine der wichtigsten Schriftstellerinnen dieser Zeit. Sie hat in den letzten zwanzig Jahren ein neues Fantasy-Universum geschaffen, das eine ganze Generation beflügelt hat. Wer hat nicht an seinem elften Geburtstag sehnsüchtig in den Briefkasten geschaut und auf einen Brief aus Hogwarts gehofft?

«Harry Potter»-Fans lassen sich das Symbol für die Heiligtümer des Todes tätowieren, schreiben die Saga als Fanliteratur weiter und setzen Hermine als feministisches Vorbild auf Protestmärschen gegen Donald Trump ein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert