Fußball-Manager : Promi-Geburtstag vom 29. Juni 2018: Ralf Rangnick

Ralf Rangnick wird 60.
Ralf Rangnick wird 60.

Seinen 50. Geburtstag feierte Ralf Rangnick noch mit 160 Gästen in einem Backnanger Biergarten mit Hoffenheim-Gönner Dietmar Hopp. Zehn Jahre später ist dieses Verhältnis ad acta gelegt. Nun hat er beim neuen Projekt neue Wegbegleiter - auf fast allen Ebenen.

shz.de von
29. Juni 2018, 00:01 Uhr

Ein Machtmensch, getrieben von unbändigem Ehrgeiz. Auch mit 60 Jahren hat sich bei Ralf Rangnick daran nichts geändert. Im Gegenteil. Zumindest für eine Saison steht er wohl vor der Fast-Alleinherrschaft bei RB Leipzig.

Sportdirektor, Projekthüter und Antreiber ist er seit sechs Jahren, in der kommenden Saison dürfte er wohl auch wieder auf die Trainerbank des Fußball-Bundesligisten rücken. An diesem Freitag feiert der unermüdliche Schwabe seinen 60. Geburtstag.

Ob er sich eine Auszeit gönnt, ist nicht übermittelt. Anfragen in Sachen Rangnick laufen bei dem Verein in diesen hektischen Wochen meist ins Leere. Der Kader für die kommende Saison muss aufgestellt werden, damit übernächste Saison Julian Nagelsmann - der RB-Trainer in spe - eine Topmannschaft vorfindet. Im besten Fall eine, die sich für die Champions League qualifiziert hat. Die Verpflichtung des Noch-Hoffenheimers kann man getrost als großen Coup von Rangnick einstufen.

Der Vater zweier erwachsener Söhne investiert täglich einen enormen Aufwand, opfert sich auf. Rangnick stellte seine Ernährung um, hält sich fit. In Trainingslager sieht man ihn auch schon mal um den Platz joggen. Rangnick fordert sich und sein Umfeld. «Als Trainer für einen von Ralf Rangnick geführten Verein zu arbeiten ist schwierig. Über einen längeren Zeitraum eher unmöglich. Das sagen viele, die mit dem Manager gearbeitet haben», schrieb jüngst die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Rangnick verlangt von allen RB-Mitarbeitern die gleiche Intensität und Hingabe wie er sich selbst abverlangt. Sagt RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff.

Vor unpopulären Entscheidungen scheut Rangnick auch nicht zurück, wie vor der überraschenden vorzeitigen Trennung von Ralph Hasenhüttl nach der vergangenen Spielzeit. Rangnick hat sich dem Verein ohne Wenn und Aber verschrieben. «Ich bin froh darüber, dass meine Zukunft weiterhin in diesem tollen Club liegt, der eine fantastische Entwicklung genommen hat und dessen Weg aus meiner Sicht noch lange nicht zu Ende ist», sagte er bei seiner Vertragsverlängerung bis 2021.

Das englische Fußball-Magazin «FourFourTwo» kürte Rangnick auch schon mal zum besten Fußball-Manager der Welt. «Motor unseres Vereins», so nennt Mintzlaff Rangnick immer wieder und immer wieder gerne. Rangnick sei «elementar für unsere zukünftige Entwicklung». Alle aktuellen Spieler im Kader wurden persönlich vom Sportdirektor verpflichtet. Er könne es einem schmackhaft machen, berichtete einmal Dominik Kaiser, der im Sommer 2012 von Rangnick geholt wurde. Kaiser spielte Bundesliga mit Hoffenheim und entschied sich für den damaligen Regionalligisten. Kaisers Zeit in Leipzig ist vorbei, er wechselte nach Kopenhagen. Rangnick bleibt. Er gibt weiter das System vor, Hochgeschwindigkeitsfußball, Umschaltspiel.

Als aktiver Fußballer war Rangnicks Karriere noch weit weniger rasant. 1983 schaffte er mit dem SSV Ulm als größten Erfolg den Aufstieg in die zweite Liga. Der gelernte Sport- und Englisch-Lehrer, der im März die Trennung von seiner Frau Gabriele bestätigte, musste aber auch in seiner Trainer-Karriere Rückschläge einstecken. Aus gesundheitlichen Gründen löste er den Vertrag bei seiner zweiten Amtszeit beim FC Schalke 2011 vorzeitig auf. Zuvor hatte Rangnick als Coach unter anderem für Hannover 96, 1899 Hoffenheim und den VfB Stuttgart gearbeitet. Er ist einer, der Vereine mit klaren Richtlinien nach oben bringen kann. Mit Leipzig muss er beweisen, dass er einen Club auch dauerhaft in der Spitze der ersten Liga halten kann.

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