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Rommel, Murot, Grzimek : Promi-Geburtstag vom 29. Juli 2017: Ulrich Tukur

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Als «Tatort»-Ermittler Murot polarisiert er, als Charakterdarsteller beeindruckt er, und als Musiker ist er nostalgisch. Ulrich Tukur ist ein Multitalent - und wird nun 60 Jahre alt.

Er war RAF-Mitglied Andreas Baader, Wehrmachtsgeneral Erwin Rommel und Tierfilmer Bernhard Grzimek: Der Theater-, TV- und Film-Schauspieler, Musiker und Schriftsteller Ulrich Tukur wird heute 60 Jahre alt.

Grund für das eloquente, unterhaltsame und geistreiche Multitalent, wortkarg zu bleiben. «Jeder Geburtstag ist für ihn eine Katastrophe», sagte seine Frau, die Fotografin Katharina John, vor einigen Jahren dem «Zeit-Magazin». Der umtriebige Tukur, der schon alle wichtigen deutschen Preise bekommen hat, formulierte es im Gespräch mit dem Magazin «Galore» im vergangenen Herbst so: «Jetzt bin ich bald 60, und das ist scheiße.»

Rund 50 TV- und Kino-Produktionen sowie mehr als 15 CDs, Bücher und Hörbücher sind auf seiner Homepage erwähnt, andere Chroniken listen noch mehr auf. Dazu kommen viele beeindruckende Theaterrollen: Tukur gehört längst zu den bekanntesten und besten zeitgenössischen Schauspielern in Deutschland. In einem Oscar-gekrönten Film ist er auch zu sehen, als Oberstleutnant der DDR-Staatssicherheit («Das Leben der Anderen»).

Im «Tatort» des Hessischen Rundfunks hat Tukur als LKA-Ermittler Felix Murot seit 2010 einmal im Jahr Raum für Experimente. Die außergewöhnlichen Formate und Geschichten spalten zwar das Publikum, haben aber auch schon mehrere renommierte Auszeichnungen erhalten. Der siebte Tukur-«Tatort» («Murot und das Murmeltier») ist abgedreht, hat jedoch noch keinen Sendetermin. Der achte soll 2018 gedreht werden.

Mit Hessen verbindet Tukur zudem sein Geburtsort Viernheim an der Bergstraße. Aufgewachsen ist er auch in Westfalen und Niedersachsen. Mit seiner zweiten Frau lebt er in Venedig auf der Insel Giudecca und in der Toskana, wo er zumindest zeitweilig auch Wein anbaute. Aus seiner ersten Ehe hat er zwei Töchter.

Regisseur Michael Verhoeven entdeckte Tukur noch während dessen Schauspielausbildung in Stuttgart für die Rolle des Willi Graf in dem Film «Die weiße Rose» (1982). Schon zwei Jahre später wurde Tukur für seine Darstellung des SS-Offiziers Kittel in Peter Zadeks «Ghetto»-Inszenierung an der Freien Volksbühne in Berlin gefeiert. Auf Verhoevens Empfehlung legte er seinen Geburtsnamen Scheurlen ab und sich den Künstlernamen Tukur zu.

Mit Zadek arbeitete Tukur am Theater viele Jahre eng zusammen. «Er hat mich aufgebaut, aber auch ausgesaugt», hatte er bei einer Preisverleihung gesagt. Von 1985 an gehörte Tukur zum Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Ein Jahr später wurde er von den Theaterkritikern zum Schauspieler des Jahres gekürt. Von 1995 bis 2003 leitete er zusammen mit Ulrich Waller als Intendant die Kammerspiele in der Hansestadt und feierte auch in dieser Zeit Erfolge. Herausragend war er 1999 und 2001 auch in der Titelrolle des «Jedermann» bei den Salzburger Festspielen.

Anschließend konzentrierte er sich auf Fernsehen und Kino. Das zeitgenössische Theater sieht er kritisch. «Ich bin damals ausgestiegen, als die Regisseure anfingen, sich über die dramatische Literatur zu erheben und in Ermangelung neuer oder eigener Stücke fragmentierten und zerstörten, was mir wertvoll war», hatte er der dpa früher gesagt.

Die Palette seiner Film-Rollen ist auch groß: Als RAF-Terrorist Andreas Baader in Volker Hauffs Film «Stammheim» (1986) wurde er bundesweit bekannt. Er war aber auch der junge Herbert Wehner in Heinrich Breloers zweiteiligem Fernsehspiel, der Theologe Dietrich Bonhoeffer und der SS-Offizier Kurt Gerstein.

Er brillierte als Henning von Tresckow in «Stauffenberg» und spielte General Lucius D. Clay in «Die Luftbrücke». Auch in der düsteren deutschen Kindergeschichte «Das weiße Band» von Michael Haneke ist er zu sehen. In dem Spielfilm über den sexuellen Missbrauch an der renommierten Odenwaldschule in Südhessen («Die Auserwählten») übernimmt er die Rolle des Schulleiters, der sich des Missbrauchs schuldig macht. Im ZDF-Taunus-Krimi nach einem Roman Nele Neuhaus («Die Lebenden und die Toten») ist er der Serienkiller.

Zugleich schreibt Tukur sein drittes Buch. Der Anfang für den Roman sei gemacht, hatte er vor einem Jahr gesagt, und dass das Buch Mitte 2018 fertig sein solle. Als Musiker füllt der TV-Star mit seiner 1995 gegründeten Tanzkapelle Rhythmus Boys viele Konzertsäle. Premiere des neuen Programms «Grüss' mir den Mond» soll im Februar im Theater am Ku'damm in Berlin sein.

Website Ulrich Tukur

Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys

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erstellt am 29.Jul.2017 | 00:01 Uhr

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