Exaltiert : Promi-Geburtstag vom 21. Januar 2018: Lars Eidinger

Schauspieler Lars Eidinger 2017 in Hamburg beim Filmfest.
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Schauspieler Lars Eidinger 2017 in Hamburg beim Filmfest.

Er gibt immer alles. Lars Eidinger ist ein exzessiver, extrovertierter Schauspieler - und privat ganz anders. Jetzt feiert der Star seinen 42. Geburtstag.

shz.de von
21. Januar 2018, 00:01 Uhr

Lars Eidinger brüllt, wispert, schmeichelt, schluchzt und tobt. Sein «Hamlet» und sein «Richard III.» sind eine Bühnen-Sensation. Der gebürtige Berliner überzeugt aber genauso als Gänsehaut erregender «Tatort»-Psychopath.

Sein ganzes Können spielt er auch in leisen, subtil angelegten Rollen in Familien- und Beziehungsdramen wie «Alle anderen», «Was bleibt» und «Familienfest» aus. An diesem Sonntag feiert das Ausnahmetalent seinen 42. Geburtstag.

Auf der Theaterbühne und im Film kehrt Eidinger sein Innerstes nach Außen und geht keine Kompromisse ein. Privat meidet der Star rote Teppiche und macht sich durch geschickte Ablenkungsmanöver am liebsten unsichtbar - mit tief ins Gesicht gezogener Mütze, dunkelblau lackierten Fingernägeln und ins Haar geklemmtem Spängchen. Mit dieser Verwandlung schütze er sich, sagte Eidinger einmal im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Dann habe ich das Gefühl: Das bin nicht mehr ich. Ich bin ja maskiert.»

Wenn er aber auf der Theaterbühne steht, dann genießt Eidinger die Aufmerksamkeit und die Intensität des Erlebens. «Das hat etwas Euphorisches und Rauschhaftes», erklärt der Schauspieler. «Deshalb arbeite ich wahrscheinlich auch so viel. Das ist wie eine Droge.» Nach so einem rauschhaften, 165 Minuten langen und ohne Pause gespielten «Hamlet»-Abend zum Beispiel sei es dann gar nicht so einfach, wieder auf Alltag umzuschalten.

In den letzten Jahren war Eidinger außerdem in drei internationalen Film- und TV-Produktionen zu sehen sein. In Russland stand er für Aleksey Uchitels Drama «Matilda» als Zar Nikolaus II. vor der Kamera. In der BBC-Thrillerserie «SS-GB» über die fiktive Besetzung Großbritanniens durch Hitlers Schergen spielte er einen Nazi. Und mit Hollywood-Schauspielerin Kristen Stewart, dem Star der «Twilight»-Reihe, drehte Eidinger den in der Modewelt spielenden Geisterfilm «Personal Shopper».

Geboren wurde Lars 1976 im Westteil Berlins. Sein Handwerk lernte er an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in der Hauptstadt. In Eidingers Schauspielklasse waren damals auch Nina Hoss, Devid Striesow und Fritzi Haberlandt. 1999 kam Eidinger als festes Ensemble-Mitglied an die Berliner Schaubühne - wo er bis heute engagiert ist. Sein Durchbruch auf der Kinoleinwand gelang ihm mit Maren Ades Beziehungsdrama «Alle anderen» an der Seite von Birgit Minichmayr.

Es folgten der Endzeitfilm «Hell» mit Hannah Herzsprung, das Depressionsdrama «Was bleibt» mit Corinna Harfouch und «Die Wolken von Sils Maria» an der Seite von Juliette Binoche. Zusammen mit seiner Frau, der Opernsängerin Ulrike Eidinger, und seiner Tochter lebt der Schauspieler in Berlin. Ein Typ fürs Relaxen ist er nicht. Sein Terminkalender ist prall gefüllt.

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