Schwedischer Regisseur : Promi-Geburtstag vom 2. Juni 2018: Lasse Hallström

Lasse Hallström ist ein Meister der gefühlvollen Filme. /TT NEWS AGENCY
Lasse Hallström ist ein Meister der gefühlvollen Filme. /TT NEWS AGENCY

Mit seinen Filmen rührt er das Herz an: Seine Karriere aber begann der schwedische Regisseur Lasse Hallström in seiner Heimat mit einem berühmten Quartett.

shz.de von
02. Juni 2018, 00:01 Uhr

Sein letzter Film stand unter keinem guten Stern. Im Januar 2017 wurden kurzfristig Premiere und Pressetermine zu dem Hundefilm «Bailey - Ein Freund fürs Leben» abgesagt. Der Grund war der Vorwurf der Tierquälerei.

Ein Video von den Dreharbeiten hatte Tierschützer alarmiert. Auf dem Clip wird ein Schäferhund von seinem Trainer angehalten, in ein Becken mit tosendem Wasser zu springen. Der verängstigte Hund versucht mehrmals aus dem Becken herauszuklettern. Im Wasser kämpft das Tier gegen künstliche Stromschnellen an.

Lasse Hallström zeigte sich erschüttert: Auf Twitter schrieb er damals, dass ihn das Video «bestürzt» gemacht habe. Er habe den Vorfall auf dem Set nicht mit eigenen Augen gesehen. Als großer Hunde-Liebhaber sei ihm der Schutz der Tiere bei Dreharbeiten sehr wichtig.

In dem zuckersüßen Familienfilm erlebt eine Hunde-Seele eine mehrfache Reinkarnation. Dabei fragt sie sich: «Was ist der Sinn des Lebens? Wozu sind wir hier?» Die Antwort lautet: Um die Besitzer zum Lachen und zum Lieben zu bringen. An den Kinokassen war «Bailey» dennoch ein Erfolg: Weltweit spielte der Film annähernd 200 Millionen Dollar ein. Heute wird der schwedische Regisseur 72 Jahre alt.

Bevor er in Hollywood berühmt wurde, verdiente der mehrfach Oscar-nominierte Hallström seine Brötchen mit den großen schwedischen Exportschlagern. Bei nahezu allen Musikvideos der Poplegenden von Abba führte der Stockholmer nach deren Grand-Prix-Sieg mit «Waterloo» Regie, später dann bei «Abba - The Movie». Auch die Astrid-Lindgren-Bücher «Wir Kinder aus Bullerbü» und «Mehr von uns Kindern aus Bullerbü» brachte Hallström auf die Leinwand.

Der internationale Durchbruch gelingt dem Schweden 1985 mit dem oscarnominierten Film «Mein Leben als Hund» über einen Jungen, der von seiner todkranken Mutter weggeschickt wird. «Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa» (1993) mit dem jungen - und bis dahin noch ziemlich unbekannten - Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle bringt ihm erneut Oscarnominierungen ein.

2011 gelingt Hallström die herrlich skurrile Satire «Lachsfischen im Jemen», in der ein kleinkarierter Forscher für einen Scheich Lachse in der jemenitischen Wüste ansiedeln soll.

Ein Oscar bleibt ihm aber auch da verwehrt. Dafür landet Hallström in seiner Karriere mit zuckersüßem Wohlfühlkino Publikumshits. Gute Kritiken bekam er zuletzt für «Madame Mallory und der Duft von Curry» (2014) mit Helen Mirren, ein Streifen im Stil seiner sinnlichen Komödie «Chocolat» (2000), der aber nicht ganz an dessen Erfolg anknüpfen konnte.

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft soll Hallströms neuer Film «Der Nussknacker und die vier Reiche» ins Kino kommen. In der Disney-Produktion, die auf Tschaikowskis Ballett und E.T.A. Hoffmanns Erzählung «Nussknacker und Mäusekönig» basiert, wird ein junges Mädchen in eine magische Welt gezogen, in der sie auf die Zuckerfee und Lebkuchen-Soldaten trifft.

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