Multitalent : Promi-Geburtstag vom 18. Mai 2018: Mark Mothersbaugh

Mark Mothersbaugh wird 68 Jahre alt. /EFE
Mark Mothersbaugh wird 68 Jahre alt. /EFE

Seit 60 Jahren zeichnet Mark Mothersbaugh jeden Tag. Berühmt aber wurde er aber als New-Wave-Musiker mit einem Blumentopf auf dem Kopf.

shz.de von
18. Mai 2018, 00:01 Uhr

Monteursanzüge, futuristische Brillen und Blumentöpfe auf dem Kopf: Die amerikanische Band Devo ist mit ihren schrillen Outfits und mit schrägem Elektronik-Punk-Pop sicherlich eine der schillerndsten Erscheinungen der New-Wave-Szene gewesen.

Kopf der Truppe ist Mark Mothersbaugh, der zusammen mit seinem Bruder Bob und einigen Studenten-Freunden die schräge Band in den 70er Jahren gründete. Mit ihrem ersten Album «Q: Are We Not Men? A: We Are Devo!» (1978) gelang ihnen gleich ein fulminanter Underground-Hit. Und mit «Whip It!» schnupperte die Kult-Band aus Akron, Ohio sogar Chartluft. Von Anfang an war David Bowie ein großer Devo-Fan.

Das letzte Album erschien 2010 («Something For Everybody»), aber aufgelöst haben sich Devo nicht, auch wenn die Band ihre Aktivitäten immer wieder heruntergeschraubt und für längere Zeit unterbrochen hat. Immerhin steht am 30. Juni mal wieder ein Auftritt in Oakland auf dem Programm. Heute wird Mark Mothersbaugh 68 Jahre alt.

Vom Outfit über Videos zu choreographierten Shows: Devo waren von Anfang an ein besonders visuell orientiertes Art-Projekt gewesen. Wahrlich keine Selbstverständlichkeit für Mark Mothersbaugh, der die Welt als kleiner Junge viele Jahre lang nur wie durch einen Nebel sah.

«Ich habe nie Vögel fliegen sehen oder Baumwipfel oder Wolken», sagte der Ober-Devo, der wegen einer starken Kurzsichtigkeit fast blind war. «Ich habe die Sonne niemals richtig scheinen sehen. Als ich dann eine Brille bekam, fing ich unmittelbar an, Bilder zu zeichnen.» Das war kurz vor seinem achten Geburtstag.

Und seitdem hat Mark Mothersbaugh auch nicht mehr aufgehört, dessen neuer Blick auf die Welt die Antriebskraft seiner Kreativität werden sollte. Weit über 30.000 - nicht selten skurrile - Bilder hat er inzwischen geschaffen, die er zusammen mit Prints, überarbeiteten Fotografien oder manch kryptischer Lärm-Installation seit über 40 Jahren in Ausstellungen zeigt.

Dabei sollte er es aber nicht bewenden lassen. Als der Stern von Devo in den 80er Jahren langsam zu sinken begann, orientierte sich Mark Mothersbaugh neu. Mit seiner Firma Mutatao Muzak begann er mit einigen Devo-Mitstreitern Jingles, Filmmusik und Videoclips zu produzieren.

Und daraus wurde Größeres: Inzwischen ist Mark Mothersbaugh ein angesehener Filmkomponist in Hollywood - und daran hat der Regisseur Wes Anderson («Isle of Dogs - Ataris Reise») großen Anteil, der mit seinen skurrilen, visuell ausgeklügelten und fantasiereichen Filmen eine ganz eigene Welt erschafft.

Als die beiden sich Mitte der 90er Jahre kennenlernten, stand Wes Anderson noch ganz am Anfang seiner Karriere. Mit Mark Mothersbaugh traf er auf einen experimentierfreudigen Musiker, der die richtigen Töne für seine überbordenden Kreationen fand. Bislang haben die beiden an fünf Filmen zusammen gearbeitet. Angeblich basteln sie auch an einem gemeinsamen Themenpark.

Eine Karriere als Schauspieler hätte Mark Mothersbaugh ebenfalls starten können. Steven Spielberg und Robert Zemeckis hätten ihm eine Rolle als verrückter Professor angeboten, erzählte Mark Mothersbaugh im Interview mit dem Film-Magazin «Little White Lies». Da er aber nicht schauspielern könne, habe er den Part in «Zurück in die Zukunft» abgelehnt. Bereut hat er es aber nie.

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