Er mischt sich ein : Promi-Geburtstag vom 11. September 2018: Moby

Moby wird 53. /PAP
Moby wird 53. /PAP

Moby bringt mit seiner Musik die Menschen zum Tanzen. Und er sagt, was er denkt.

shz.de von
11. September 2018, 00:01 Uhr

Moby, der seit 30 Jahren überzeugter Veganer ist, hat ein großes Herz für Tiere. Sein Mitgefühl für Donald Trump hält sich dagegen in Grenzen. Immer wieder attackiert der Musiker den amtierenden US-Präsidenten in den sozialen Netzwerken.

Und als Moby damals gefragt wurde, ob er vielleicht bei Trumps Amtseinführung spielen wolle, kommentierte er das auf Twitter kurz und knapp mit: «Hahahaha, wirklich?». Heute wird der Elektronik-Wizard 53 Jahre alt.

Auf den Punkt bringt er sein Lebensgefühl in dem dystopischen Video zu dem Song «In This Cold Place», in dem Tiere misshandelt werden und Mammon Gott ist. Es endet schließlich damit, dass Donald Trump, der sich in einen Roboter verwandelt, explodiert.

«In This Cold Place» stammt von dem Album «More Fast Songs About The Apocalypse» (2017), das der New Yorker mit The Void Pacific eingespielt hat. Und auch sein aktuelles Soloalbum «Everything Was Beautiful, And Nothing Hurt» (Alles war schön, und nichts tat weh), das in diesem Jahr erschienen ist, ist von Düsternis durchzogen.

Ein Beschwörer des reinen, unbeschwerten Spaßes war Moby eigentlich nie. Schon in den alten Rave- und Dance-Zeiten hat das Multitalent Wert auf Texte mit Tiefgang gelegt. Und so beschreibt «Mere Anarchy», der erste Song auf «Everything Was Beautiful», eine chaotische, postapokalyptische Welt, in der Außerirdische die verlassene, verwüstete Erde besuchen. Am anderen Ende schließt «A Dark Cloud Is Coming» den Bogen.

Aber ein kompletter Schwarzseher ist Moby trotzdem nicht: «Es gibt durchaus noch Gründe, optimistisch zu sein», sagte er im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

Geboren als Richard Melville Hall am 11. September 1965 in Harlem, New York, wuchs Moby in Connecticut auf. Die Wurzeln des ehemaligen Punkers liegen in der New Yorker Rave-Szene. Bereits Ende der 80er Jahre trat er dort als DJ auf, seine erste Single kam 1989 auf den Markt. 1992 ist sein Name das erste Mal in den Charts notiert. Der Dance-Track «Go» schafft es in die Top Ten - allerdings nicht zu Hause in den USA, sondern in England. Mit den Alben «Play« (1999) und «18» (2002) legt Moby dann zwei Bestseller vor, die international ganz oben in die Hitlisten landen.

Moby, der entfernt mit dem Schriftsteller Herman Melville («Moby Dick») verwandt ist, hat sich früher als Außenseiter und Versager gefühlt - der sich nach Gemeinschaft sehnte. Das sei auch der Grund, warum er Musik mache, verriet Moby der «Zeit»: «Weil ich Menschen gesucht habe, die mir zuhören und sich dadurch mit mir verbunden fühlen.»

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