Royaler Rentner : Promi-Geburtstag vom 10. Juni 2018: Prinz Philip

Prinz Philip hat sich weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. /PA Wire
Prinz Philip hat sich weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. /PA Wire

Er spricht Deutsch, ging in ein Internat am Bodensee und setzte sich auch für das Wattenmeer und die Donau-Auen ein: Prinz Philip hat viele Wurzeln in Deutschland.

shz.de von
10. Juni 2018, 00:01 Uhr

Schon seine Geburt war so ungewöhnlich wie sein weiteres Leben: Prinz Philip kam am 10. Juni 1921 auf einem Küchentisch auf der Insel Korfu als Mitglied des griechischen Königshauses zur Welt. Der Arzt hielt das für praktisch.

Nach politischen und familiären Wirren - die Familie wurde nach der Revolution aus Griechenland verbannt, der Vater ging seine eigenen Wege, die Mutter erkrankte psychisch - verschlug es Philip nach Großbritannien, wo er Karriere in der Marine machen sollte.

In England lernte er seine große Liebe kennen: Lilibeth, die sich schon als 13-Jährige unsterblich in den schnieken Kadetten verliebte. Heute ist Philip schon mehr als 70 Jahre mit der britischen Königin Elizabeth II. verheiratet. Seinen 97. Geburtstag am Sonntag feiert der Herzog von Edinburgh privat, wie der Palast in London mitteilte.

Prinzgemahl - sicherlich kein einfacher Beruf für einen so stolzen Mann wie Philip. Seit vergangenem Jahr ist nun Schluss mit der Rolle. Er muss nicht mehr ein paar Schritte artig hinter der Monarchin hergehen: Philip ist nun im Ruhestand. Seitdem taucht er kaum noch in der Öffentlichkeit auf. Seine 92-jährige Elizabeth begleitet er nur noch zu Terminen, wenn er Lust dazu hat und sich fit fühlt.

Prinz Philip liebte - als es ihm noch besser ging - das Jagen, Kutschenrennen und Polo, er war ein leidenschaftlicher Pilot und kerngesund. In den vergangenen Jahren machten ihm aber diverse Gebrechen zu schaffen, darunter Blasenentzündungen, Herzprobleme und erst kürzlich bekam er ein neues Hüftgelenk. Als er keine zwei Monate später - ohne Gehhilfe - zur Hochzeit seines Enkels Prinz Harry (33) und der US-Amerikanerin Meghan (36) in eine Kirche auf Schloss Windsor kam, wirkte er gut erholt. Doch danach tauchte er wieder ab.

Philip hat einen starken Bezug zu Deutschland. In seinem weit verzweigten Stammbaum kommen viele Deutsche vor. Der Spross des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg wurde auf Korfu als Prinz von Griechenland und Dänemark geboren. Sein Vater war Andreas von Griechenland. Seine Mutter Prinzessin Alice von Battenberg stammte aus dem Geschlecht der Großherzöge von Hessen. Philip besuchte zeitweilig die Eliteschule Salem am Bodensee.

Philip hatte vier ältere Schwestern: Cecilia starb schon mit 26 Jahren. «Aber die drei anderen - Margarita, Sophie und Theodora - sind mit hoher deutscher Fürstlichkeit aus den Häusern Hannover, Hessen und Baden verheiratet gewesen», sagte Deutschlands bekanntester Royal-Experte, ARD-Journalist Rolf Seelmann-Eggebert, der Deutschen Presse-Agentur. Inzwischen sind alle Schwestern tot.

Die Queen und Philip absolvierten noch 2015 hochbetagt ihren fünften Staatsbesuch in Deutschland. Lange war Philip Präsident der Naturschutzorganisation WWF in Großbritannien und international - und setzte sich auch immer wieder für deutsche Regionen wie das Wattenmeer, die Donau-Auen und die Lüneburger Heide ein.

Seine Karriere in der Marine musste er seiner Frau zuliebe an den Nagel hängen. Inzwischen ist er der dienstälteste Prinzgemahl der britischen Geschichte. Insider behaupten, sie sei Königin und er habe zu Hause die Hosen an. Berühmt-berüchtigt ist Philip für seine derben Witze - er gilt als König des Fauxpas. So bezeichnete er etwa den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl als «Reichskanzler».

Auch über das Alter macht er Witze: «Nichts baut einen mehr auf, als wenn man daran erinnert wird, dass die Jahre immer schneller vergehen und dass der Lack beginnt, vom alten Rahmen abzublättern», schrieb er in einem Brief, als er 2011 den Titel «Oldie des Jahres» bekam.

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