„Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ : Null Motivation: Ist die Luft raus im Dschungelcamp?

Die Kandidaten der aktuellen Staffel.
Die Kandidaten der aktuellen Staffel.

Bis zum Ende kämpfen – das war einmal. Im Dschungelcamp überwiegt die Lustlosigkeit. Droht der Sendung bald das Aus?

shz.de von
22. Januar 2015, 14:52 Uhr

„Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ - das ist eigentlich der Satz, mit dem man sich freiwillig aus der Dschungel-Wildnis befreien kann. In der aktuellen Staffel hat sich noch niemand getraut, diesen erlösenden Schrei von sich zu geben. Noch nicht. Denn irgendwie scheint die Motivation bei einigen schon nach knapp einer Woche flöten zu gehen. Vier Gründe, warum früher alles besser war im Dschungel.

Langeweile

Die Kandidatin Angelina Heger heult sich jede Nacht vor Heimweh in ihr Kissen und fordert Elektrolyte – sonst würde sie das Camp verlassen. Macho Aurelio ist niedergeschlagen, da er noch keine Traumfrau gefunden hat. Walter Freiwald geht im Dschungel auf Jobsuche und Maren Gilzer hört über seine ständigen Sticheleien hinweg. Auch der Schönling Jörn Schlönvoigt bewahrt bei der ganzen depressiven Stimmung die Ruhe und spielt für alle die Mutti im Camp. Wo bleiben die richtigen Eskalationen, auf die die Zuschauer vor ihren Bildschirmen wie gebannt warten?

So richtig ins rollen kommen die C-Promis nicht. Für den letzten öffentlichen Skandal sorgte die Teilnehmerin mit der großen Klappe Sarah Knappik in der Staffel 2011. Sie unterstellte ihrem Dschungel-Mitbewohner Jay Kahn, dass er ihr vor der Staffel angeboten habe, eine Liebesaffäre zu inszenieren. Das machte Schlagzeilen, das sorgte für ordentlich Wind, das wollte man sehen. Was wir jetzt sehen, gleicht an eine himmlische Familie. Zwar neckt man sich, aber plötzlich verstehen sich sogar die Rivalinnen Angelina Heger und Sara Kulka, denen man doch einen ach so schönen Konkurrenzkampf prognostiziert hatte.

 
 

Es hält niemand mehr durch

Das Durchhaltevermögen der Kandidaten lässt bisher zu wünschen übrig. Michael Wendler steigt 2014 nach ein paar Tagen wieder aus – und will dann doch wieder rein. Sara Kulka bricht ihre Prüfung ab, bevor sie es überhaupt versucht hat und Tanja Tischewitzs Höhepunkt während der Prüfung scheint der angebliche Flirt mit „Dr. Bob" zu sein. Ach – ist ja ganz niedlich. Aber so richtig spannend macht es bisher wirklich nur Walter Freiwald, der zwar seinen Ekel-Cocktail bei der Prüfung nicht runterbekommt, aber der mit seinen harten Äußerungen gegen seinen ehemaligen Kollegen Harry Wijnvoord wenigstens für ordentlich Wirbel sorgte. Porno-Queen Melanie Müller zeigte in der letzten Staffel mehr Ehrgeiz als alle Kandidaten zusammen.

 

Dschungelprüfungen sind nicht mehr das Wahre

Auch die Prüfungen sind nicht mehr so hart, wie in den vergangenen Jahren. Angelina taucht fast unbeschwert durch das mit Krokodilen und anderen Tierarten besetzte Gewässer und Walter Freiwald machen die Kakerlaken und Fliegen bei seiner letzten Dschungelprüfung fast gar nichts aus. Gelangweilt sitzt er die Dschungelprüfung aus und ist von den kleinen Tierchen, die über seine Haut krabbeln, unbeeindruckt.

Keine nackte Haut

Micaela Schäfer packte bei ihrer Teilnahme 2012 ihre Brüste aus, auch Melanie Müller verspürte kein Scham sich nackt zu zeigen. Was wir jetzt zu sehen bekommen, kann da nicht mithalten. Zwar kann sich das Sixpack von Aurelio sehen lassen, aber das Geschlechtsteil von Walter Freiwald muss man nun wirklich nicht zu Gesicht bekommen. Angelina Heger und Sara Kulka haben den Zuschauern die Vorfreude auf nackte Tatsachen schon vorweggenommen, indem sie sich bereits vor dem Beginn der Staffel ein Nackt-Duell im Playboy lieferten. Schade eigentlich.

 
 

Die Moderatoren

Das Duo Sonja Zietlow und Daniel Hartwich versucht das Geschehene mit knallharten Angriffen auf die Teilnehmer etwas aufzuhübschen. Doch so ganz kann man sich noch nicht mit dem „Neuen“ an ihrer Seite anfreunden. Es war der bereits verstorbene Dirk Bach, der irgendwie besser in die TV-Show passte, der einen Witz nach dem nächsten raushaute und mit Zietlow genau auf einer Wellenlänge war. Doch in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten, ist immer eine schwere Aufgabe. Das wissen wir bereits nach der Übernahme von Markus Lanz von „Wetten Dass?!..., der an die Quoten aus den Zeiten von Thomas Gottschalk nicht anknüpfen konnte. Droht dem Dschungelcamp bald dasselbe Ende, wie „Wetten Dass?!...“. Noch scheint es ganz gut zu laufen, das Dschungelcamp 2014 erreichte eine Rekordquote. Doch dieses Jahr läuft es nicht ganz so rund. Da muss noch ein bisschen mehr her: Mehr Ehrgeiz, mehr Eskalationen. Walter Freiwald hat den Dreh schon ganz gut raus. Jetzt müssen nur noch seine Mitstreiter mitziehen, damit sich der Dschungel noch ein paar weitere Jährchen halten kann.

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