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Take That auf Europa-Tour : Nach dem Hype – Was ist aus den 90er-Boybands geworden?

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Ihnen flogen die Herzen zu - in den 90er Jahren schwärmten viele Mädchen für Boybands. Um einige Boys ist es sehr still geworden, um andere nicht. Eine Übersicht.

Was heute One Direction und die Jonas Brothers sind, waren vor zwanzig Jahren Take That, New Kids on the Block, Backstreet Boys, Bed & Breakfast, East 17, N'Sync oder Touché. Kreischende und weinende Mädchen und leidende Eltern im Publikum, vor den Radios und Bildschirmen und synchron tanzende, singende Jungs mit hippen Klamotten und Frisuren auf den Bühnen.

Alle wurden heiß geliebt, doch was ist heute aus ihnen geworden?
Take That haben – ohne Robbie – ein neues Album aufgenommen und geben am 2. Oktober ihr erstes Deutschland-Konzert seit Jahren in Hamburg.
Um einige der anderen 90er-Jahre Stars ist es sehr still geworden, um andere nie so richtig. Hier ist eine Übersicht über die beliebtesten Boybands und ihren Verbleib:

Die Gründungsmitglieder von Take That waren 1990 Gary Barlow, Howard Donald, Mark Owen, Robbie Williams und Jason Orange. Nach Auftritten in Clubs gelang ihnen 1993 der Durchbruch mit dem Album „Everything Changes“ und sie wurden im Laufe der Zeit die kommerziell erfolgreichste Boyband der 90er.
Im Gegensatz zu anderen Boybands spielten alle Mitglieder von Take That Instrumente und schrieben auch ihre Songs selbst. Zu ihren größten Hits gehören „Babe” (1993), „Back for Good” (1995), „How Deep Is Your Love” (1996) und „Patience” (2006).

1995 verließ zuerst Robbie Williams die Band und brach damit zahlreiche Herzen. Im Februar 1996 gaben dann auch die anderen Bandmitglieder die Auflösung von Take That bekannt und einige Mädchen äußerten überzeugt, sie würden nie wieder Lachen können. Gary Barlow startet kurz darauf eine Solokarriere und die englische Presse prophezeite ihm große Erfolge. Barlows Singles und Alben verkauften sich zu Beginn recht gut, mit der Zeit und durch öffentliche Diffamierungen durch Williams aber immer schlechter. Er arbeitete als Songwrtiter, musste aber teilweise sogar ein Pseudonym benutzen.

Eine Überraschung für viele war es, als ausgerechnet Robbie Williams nach Drogen- und Partyexzessen und einigen Flops Ende 1997 mit „Angels“ einen riesigen Hit landete. Was Robbie Williams seit Take That so gemacht hat, fragen sich wohl die wenigsten. Er hat 77 Millionen Tonträger verkauft, 17 Brit Awards gewonnen und hält den Rekord für die meisten verkauften Konzert-Tickets an einem Tag: 1,6 Millionen.

Mark Owen nahm mehrere Solo-Alben auf, die zwar von der Kritik gelobt wurden, sich aber nicht gut verkauften. 2003 gewann er das britische Celebrity Big Brother. Howard Donald machte sich einen Namen als House-DJ, er legte unter anderem bei der „Love Parade“ auf. Er ist Mitgründer des DJ-Projekts „Sonic-Fly“ und arbeitet als Songwriter. In Deutschland ist Howard Donald nicht nur als DJ, Sänger und Songwriter bekannt, er ist seit 2013 außerdem Jurymitglied der Tanzshow „Got to Dance“. Jason Orange versuchte sich eine Zeit lang als Schauspieler und belegte verschiedene Universitätskurse.

2005 gaben Take That bekannt, dass es eine Reunion geben würde – allerdings ohne Robbie. Die vier Briten konnten an frühere Erfolge anknüpfen. 2010 stieß Robbie Williams auch wieder zu Take That, das Album „Progress“ wurde aufgenommen und auch die Tour dazu wurde von Fans begeistert angenommen. Momentan konzentriert sich Williams wieder auf seine Solokarriere und Privatleben und Jason Orange verließ Take That 2014, so dass die Band momentan aus Gary Barlow, Howard Donald und Mark Owen besteht. Das neue Album „III“ wird Ende November erscheinen.

Die Backstreet Boys waren irgendwie nie so richtig verschwunden, trotz Alkoholproblemen, Trennungsgerüchten und zeitweiligen Ausstiegen veröffentlichen sie seit 1993 immer wieder Alben und treten regelmäßig auf. Im nächsten Sommer zum Beispiel auf einem Kreuzfahrtschiff auf dem Mittelmeer.
Ihre große Zeit war, wie bei vielen anderen Boybands, die späten Neunziger. 1999 brachen sie mit „Millenium“ den Rekord für das meistverkaufte Album in der ersten Veröffentlichungswoche. Bis heute verkauften sie über sieben Millionen Tonträger alleine in Deutschland.

Die größten Hits von Howie Dorough, Alexander James McLean, Nick Carter, Brian Littrell und Kevin Richardson waren 1996 „Quit Playin' Games (With My Heart)”, 1997 „Everybody” und 1999 „I Want It That Way”. Spätere Singles, etwa seit 2005 waren dann weniger erfolgreich. Die Konzerte der inzwischen gealterten Boys sind allerdings auch nach 22 Jahren noch gut besucht.

Alle Bandmitglieder versuchten sich in Pausen der Backstreet Boys mit Soloprojekten, es war allerdings keines besonders erfolgreich. Nick und AJ bekannten sich zu Drogenproblemen, haben diese inzwischen aber anscheinend überwunden. Nick unterhielt außerdem zwischenzeitlich das Fernsehpublikum mit „House of Carters“, einer Reality-Show in der mit seinen vier Geschwistern zusammenzog, um familiäre Probleme vor laufender Kamera in den Griff zu bekommen. Außerdem spielte er Rollen in verschiedenen Filmen und Serien.

New Kids on the Block, der erste Vorbote des Boyband Hypes, die Gruppe wurde schon 1984 unter dem Namen „Nynuk“ gegründet. Mitglieder waren Jordan und Jonathan Knight, Joey McIntyre, Danny Wood und Donnie Wahlberg. 1994 gingen die Teeniestars bereits wieder getrennte Wege und überließen anderen Bands, für die sie das Vorbild waren, das Feld. Nach der Trennung wurde aus Donnie Wahlberg ein erfolgreicher Schauspieler („Kopfgeld“, „The Sixth Sense“). Joey McIntyre ist Musicaldarsteller, machte sich einen Namen als Schaupsieler in der Serie „Boston Public“ und ist auch als Solokünstler erfolgreich, er hat bisher sieben Alben veröffentlicht. Jordan Knights Solodebüt wurde mit Goldstatus ausgezeichnet, danach zog er sich aus gesundheitlichen Gründen zurück. Auch sein Bruder Jonathan Knight war nach der Trennung schwer erkrankt und hatte sich völlig aus dem Showgeschäft zurückgezogen. Er arbeitete vor der Reunion als Immobilienmakler. Danny Wood war als Produzent für andere Künstler tätig, hat aber inzwischen auch eine Anzahl an eigenen Alben veröffentlicht
Die Reunion von New Kids on the Block fand 2008 statt, 2010 bis 2012 traten sie als NKOTBSB gemeinsam mit den Backstreet Boys auf.

New Kids on the Block waren 1991 die bestbezahlten Entertainer der Welt und halten nach wie vor den Rekord für den Verkauf an Merchandisingartikeln. Zu ihren erfolgreichsten Singles zählen „You Got It (The Right Stuff)” (1988), „I’ll be Loving You (Forever)” (1989), „Step by Step” (1990) und „If You Go Away” (1991).

*NSYNC waren Justin Timberlake, JC Chasez, Lance Bass, Joey Fatone und Chris Kirkpatrick. Der clevere Bandname bedeutet nicht nur „in sync”, „im Einklang” sondern setzt sich auch aus den jeweils letzten Buchstaben der Vornamen oder Spitznamen der Jungs zusammen. *NSYNC gab es von 1994 bis 2002, die erste Single „I Want You Back“ war ein großer Erfolg in Europa, der Erfolg in den USA stellte sich kurz danach ein. Weitere Hit-Singles waren „Tearin’ Up My Heart“ (1997) und „Bye Bye Bye“ (2000). Die Trennung erfolgte nach einer längeren kreativen Pause.

So wie Robbie Williams und Ronan Keating ist im Falle von *NSYNC Justin Timberlake derjenige, der heute auf eine lange erfolgreiche Karriere nach *NSYNC zurückblicken kann. Er ist erfolgreicher Musiker, Komponist, Moderator, Schauspieler und Produzent.

Auch JC Chasez startete eine Solokarriere, er hatte mit einigen Kollaborationen Erfolg, war in verschiedenen Filmen und Serien zu sehen und ist Juror in der MTV-Tanzshow „America's Best Dance Crew“. Lance Bass erlangte größere mediale Bekanntheit als er 2002 versuchte Geld zu sammeln, um an einer russischen Weltraummission teilnehmen zu können. Es gelang ihm nicht. Er spielte kleinere Rollen in einigen Filmen und Serien, war Synchronsprecher, produzierte 2001 einen Film und veröffentlichte 2007 seine Autobiografie mit dem Titel „Out of Sync“. Chris Kirkpatrick lieh seine Stimme einigen Figuren in Kinderfilmen und nahm  2008 an der Realityshow „Gone Country“ teil.

Joey Fatone hatte ebenfalls Gastrollen in Filmen und Serien, steht als Moderator vor der Kamera und nahm an „Dancing with the Stars“ teil. Er ist mit seiner Karriere allerdings scheinbar sehr unzufrieden, wie er humorvoll in einem öffentlichen Brief an die Mitglieder der Boyband One Direction schrieb, als diese eine kreative Pause ankündigten. Er prophezeite drei der vier Mitgliedern, eine erfolglose Zukunft, wie er sie seit der *NSYNC-Trennung erlebt.

Boyzone stammen aus Irland und kamen dort 1993 bei einem Casting zusammen. Sie tourten mit Cover-Songs durch Irland und das Vereinigte Königreich und feierten dort auch ihre größten Erfolge. Der Durchbruch gelang ihnen schließlich mit „Love Me For A Reason“, die Single landet auf Anhieb auf Platz zwei der britischen Charts. Nach weiteren Hits wie „Father And Son“ (1995), „Words“ (1996) oder „No Matter What“ (1998) und einem Greatest-Hits-Album trennten sich Ronan Keating, Shane Lynch, Mikey Graham, Keith Duffy und Stephen Gately im Jahr 2000. Alle wollten sich Soloprojekten widmen, doch wirklich erfolgreich war nur Ronan Keating, er nahm bisher fünf Alben auf. Stephen Gately war bis zu seinem Tod Musical- und Theaterschauspieler, er verstarb 2009 in seinem Ferienhaus auf Mallorca an einem Lungenödem.

Das Comeback von Boyzone erfolgte 2007 mit einem Auftritt bei einer BBC1-Charity-Show, eine Tour durch Irland und das UK folgte 2008 und war innerhalb von drei Stunden ausverkauft.

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erstellt am 01.Okt.2015 | 17:26 Uhr

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