Raumfahrt : Merkel wünscht Gerst alles Gute

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hebt in wenigen Tagen wieder ab. Foto (2014):
Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hebt in wenigen Tagen wieder ab. Foto (2014):

Astro-Alex Superstar: Die Fangemeinde des deutschen Astronauten Alexander Gerst ist groß. Selbst die Bundeskanzlerin sagt, sie werde in den kommenden Monaten Nachrichten von ihm «ganz aufmerksam» verfolgen.

shz.de von
03. Juni 2018, 12:26 Uhr

Wenige Tage vor seinem geplanten Start ins All hat Kanzlerin Angela Merkel dem deutschen Astronauten Alexander Gerst Glück gewünscht und die Bedeutung der Raumfahrt für Deutschland betont.

«Wir wünschen Ihnen und Ihren Kollegen alles erdenklich Gute beim Start und dann beim Flug im Weltall, spannende Experimente, eine gute Zeit und dann auch wieder eine gute Rückkehr zu uns auf der Erde», sagte Merkel in ihrem wöchentlichen Videopodcast, der am Samstag veröffentlicht wurde. «Natürlich werden wir von hier - auch ich persönlich - alle Nachrichten von «Astro-Alex» ganz aufmerksam verfolgen.» Unter diesem Namen schreibt Gerst auf Twitter.

Gerst soll mit zwei anderen Raumfahrern aus Russland und den USA am kommenden Mittwoch (6.6.) vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur Internationalen Raumstation (ISS) starten. Merkel sagte, die ISS sei ein gutes Beispiel für internationale Zusammenarbeit - hier arbeiteten Europa, Japan, Kanada und die USA eng zusammen. «Und das zeigt, trotz vieler internationaler Konflikte ist auch eine solche Zusammenarbeit möglich.» Das Verhältnis Deutschlands und Europas zu den USA ist derzeit unter anderem wegen Handelskonflikten angespannt.

Russland, nach den USA größter Geldgeber des Milliardenprojekts ISS, fand in der Aufzählung keine Erwähnung. Von Twitter-Nutzern darauf hingewiesen, erklärte der Regierungssprecher Steffen Seibert: «Europa ist in diesem Zusammenhang nicht als politische Einheit gemeint, sondern Russland als ein Teil Europas gehört dazu.» Auch Gerst selbst reagierte auf den Videopodcast. «Herzlichen Dank für die Grüße und Glückwünsche der Bundeskanzlerin und der Bundesregierung. Ich freue mich auf eine erfolgreiche Mission mit neuen Perspektiven, Erkenntnissen und Inspirationen!», twitterte er.

«Das wird wieder eine sehr spannende Mission werden», sagte Merkel. Gerst habe ihr bereits im vergangenen Jahr berichtet, welche Experimente er durchführen werde. «Ich bin mir sicher, dass es zu neuen, wichtigen Erkenntnissen kommen wird.» Deutschland investiere jedes Jahr eine Milliarde Euro in die Raumfahrt. «Akkubohrer, Solarzellen, Klettverschlüsse: All das sind zum Schluss Erfindungen gewesen, die zuerst in der Raumfahrt entwickelt wurden.»

Auch diese Aufzählung wurde von Twitter-Nutzern als missverständlich kritisiert - nicht ganz zu unrecht: Der Klettverschluss zum Beispiel geht ursprünglich auf den Schweizer Ingenieur Georges de Mestral zurück, der durch Früchte von Kletten auf die Idee gekommen sein soll. Die erste Solarzelle wiederum wurde vom US-amerikanischen Unternehmen Bell entwickelt, das die «Sonnenbatterie» 1954 der Öffentlichkeit präsentierte.

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