Tradition und Hollywood : Meghan und Kate - Keine Herzogin wie die andere

Meghan Markle und Herzogin Kate - mögen die beiden sich überhaupt? Fotos: PA/dpa
Meghan Markle und Herzogin Kate - mögen die beiden sich überhaupt? Fotos: PA/dpa

Prinz William gilt als besonnen und ruhig, Bruder Harry als spontan und emotional. Und wie sind ihre Partnerinnen im Vergleich?

shz.de von
14. Mai 2018, 10:56 Uhr

Meghan Markle und Herzogin Kate - mögen die beiden sich überhaupt? Viele Briten und auch Adelsexperten glauben, dass die beiden 36-Jährigen sich gut ergänzen und nicht als Rivalinnen sehen. Dabei könnten die beiden Schönheiten kaum unterschiedlicher sein.

Wie sind Meghan und Kate aufgewachsen?

Kate lebte wohlbehütet auf dem englischen Land. Sie stammt aus einer Familie, die es zu Reichtum brachte. Ihr Vater Michael Middleton war zunächst Pilot. Ihr Mutter Carole, zu deren Vorfahren Kohle-Arbeiter und Straßenkehrer zählten, arbeitete als Stewardess. Als Kate ein Kleinkind war, ging die Familie aus beruflichen Gründen für zweieinhalb Jahre nach Jordanien. Nach der Rückkehr gründeten ihre Eltern 1987 einen Versandhandel für Kinderparty-Artikel - der machte sie zu Millionären. Kate hat eine enge Beziehung zu ihren Eltern und ihren Geschwistern Philippa (Pippa) und James.

Meghan ist in den USA ganz anders groß geworden. Mutter Doria Ragland: Sozialarbeiterin, Visagistin, Yogalehrerin und eine Frau mit afroamerikanischen Wurzeln, die wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert wurde. Vater Thomas Markle: Lichtexperte bei TV-Produktionen, der im Ruhestand in Mexiko lebt. «Flower» (Blume) - so nannten sie ihre Tochter als Kind - war noch klein, als die beiden sich scheiden ließen. Meghan wuchs bei der Mutter auf, zu der sie eine innige Beziehung hat. Schlecht ist ihr Verhältnis zu den Halbgeschwistern Samantha und Thomas Junior, den Kindern aus der ersten Ehe ihres Vaters. Samantha plante gar ein Buch über «Prinzessin Aufdringlich», wie sie die berühmte Halbschwester nennt.

Wie haben Meghan und Kate ihre Prinzen kennengelernt?

Als Prinz William seine Kate heiratete, kannten die beiden sich schon mehr als acht Jahre - das brachte ihr den Spitznamen «Waity Katie» (wartende Katie) ein. Sie hatten beide an der renommierten Universität St. Andrews in Schottland studiert. Catherine Elizabeth Middleton modelte dort sogar einmal für den guten Zweck bei einer Studenten-Modenschau im durchsichtigen Minikleid und knapper schwarzer Unterwäsche - im Publikum saß der Prinz höchstpersönlich, damals noch nicht ihr Boyfriend. Später waren sie befreundet und zogen mit anderen in eine Wohngemeinschaft. Ende 2003 sollen sie ein Paar geworden sein. Sie trennten sich und kamen wieder zusammen

Verrückter war das Kennenlernen von Prinz Harry und Meghan. Sie trafen sich erstmals 2016 bei einem Blind Date, das eine gemeinsame Freundin eingefädelt hatte. «Sie wollte uns definitiv verkuppeln», sagte Meghan. Er habe zuvor noch nie etwas von Meghan gehört, gestand Harry. «Ich wurde wunderschön überrascht.» Näher gekommen seien sie sich bei einer Afrika-Reise. «Wir kampierten unter den Sternen», schwärmte der Prinz. Heiraten werden die beiden am 19. Mai - keine zwei Jahre, nachdem sie sich das erste Mal gesehen haben.

Welche Karriere haben die beiden gemacht?

Kate ging auf teure Privatschulen. Nach ihrem Abschluss reiste sie ein Jahr lang um die Welt und arbeitete auch bei Hilfsprojekten mit. In St. Andrews studierte sie Kunstgeschichte. Beruflich hielt sich ihr Ehrgeiz in Grenzen. Nach dem Uni-Abschluss begann sie 2006 einen Teilzeitjob als Einkäuferin bei der Modekette Jigsaw. Auch in der elterlichen Firma arbeitete sie mit, sie soll sich etwa um das Design der Kataloge gekümmert haben. Böse Zungen warfen ihr vor, ihr Leben bestehe daraus, auf William zu warten und zu shoppen - «Princess Leisure» (Prinzessin Freizeit) lautete daher noch ein Spitzname. Sie ist inzwischen dreifache Mutter und macht bei Auftritten eine gute Figur.

Meghan studierte Theaterwissenschaften und Internationale Beziehungen. «Sie hat nicht darauf gewartet, dass irgendwann mal ihr Prinz erscheint», so der Sender BBC. Gastauftritte in TV-Serien hatte sie ab 2002, etwa in «General Hospital». Von 2011 an spielte sie die Anwaltsgehilfin Rachel Zane in der Serie «Suits». Im selben Jahr heiratete sie den US-Filmproduzenten Trevor Engelson; nach zwei Jahren ließ sich das Paar scheiden. Mit ihrem früheren Lifestyle-Blog «The Tig» hatte Meghan große Erfolge. Durch geschicktes Marketing sollen die Kassen geklingelt haben. Mode-, Ernährungs- und Literaturtipps - auf Instagram hatte sie drei Millionen Follower.

Wie sind Meghan und Kate privat?

Kate schaffte es, trotz des riesigen, öffentlichen Interesses wenig Privates preiszugeben. Sie gilt als klug, liebevoll und sportlich. Schlagfertig kann sie auch sein, wie sie in einem TV-Interview nach ihrer Verlobung bewies. Zu dem Gerücht, dass ein Poster von William in ihrem Studentenzimmer gehangen haben soll, sagte sie: «Das hätte er wohl gerne. Nein, ich hatte den Kerl aus der Levis-Werbung an der Wand.» Im Vergleich zur herzlichen Meghan wirkt sie manchmal etwas distanziert; öffentlich Turteln mit ihrem Liebsten kommt nicht infrage. «William ist der zweite in der Thronfolge und Kate kommt aus einer traditionellen Familie», erklärte der Benimm-Experte William Hanson. «Hier in Großbritannien zeigt man nicht so öffentlich seine Gefühle - es sei denn, es handelt sich um Hunde oder Pferde.»

Meghan ist wie Harry sehr sozial engagiert. In seiner neuesten Biografie «Meghan: A Hollywood Princess» schreibt Andrew Morton, dass sie ihren starken Gerechtigkeitssinn von der Mutter geerbt habe. Schon als Kind beklagte sie sich bei einem Unternehmen über einen frauenfeindlichen Spruch in einer Spülmittelwerbung - der Satz wurde geändert. Als Jugendliche verteilte sie Essen an Obdachlose in der «Hippie-Küche». Meghan scheint laut Morton aber auch berechnend zu sein. Ihren ersten Mann soll sie angeblich kalt abserviert und den Ehering per Post zurückgeschickt haben, nachdem sie als Schauspielerin Erfolg hatte. «Wenn sie sich einmal dazu entschlossen hat, dass du nicht mehr Teil ihres Lebens bist, dann kann sie sehr kalt sein», berichtete eine langjährige Freundin der «Daily Mail».

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