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Boulevard

16. Dezember 2017 | 03:05 Uhr

TV-Tipp : Looping

vom

Der Spielfilm «Looping» handelt von drei sehr unterschiedlichen Frauen, die sich im Krankenhaus kennenlernen. Sie fühlen sich bald zueinander hingezogen und ziehen nachts zusammen los. Nicht nur zum Feiern.

shz.de von
erstellt am 31.Jul.2017 | 00:01 Uhr

Was für Kapriolen das Leben doch schlagen kann, wenn ganz verschiedene Menschen durch ein gemeinsames Schicksal zusammen kommen. Darum geht es bei «Looping» am Montag (31. Juli, 23.00 Uhr) im ZDF. Es zeigt den Film als letzten Beitrag zur Sommerreihe «Shooting Stars - Junges Kino im Zweiten».

Leila (Jella Haase, 24, «Fack ju Göhte») ist 19 und arbeitet auf dem Rummelplatz - im Autoscooter-Fahrgeschäft ihres Vaters (Henning Peker). Sie trinkt gerne und bandelt mit einem deutlich älteren Lkw-Fahrer (Markus Hering) an, steht aber eigentlich auf Frauen. Nach einer chaotischen Nacht samt Vergewaltigung findet sie sich in der Notaufnahme einer Klinik wieder. Später lässt sie sich freiwillig in eine psychiatrische Klinik einweisen. Dort teilt sich Leila das Zimmer mit der gut 30 Jahre älteren und ziemlich mysteriösen Ann (Marie-Lou Sellem, 51, «Viel zu nah») und mit Frenja (Lana Cooper, 35, «Tiger Girl»), die Mitte 30 und total schüchtern ist.

Bald kommen sich die drei völlig unterschiedlichen Frauen näher. Frenja ist verheiratet und hat eine kleine Tochter. Ann ist vermutlich von ihrem Vater missbraucht worden, wollte ihr ganzes Leben lang keine festen Bindungen eingehen und spürt eine Todessehnsucht in sich, und Leila ist ständig auf der Suche, auch nach ihrer Mutter, die offenbar tot ist.

Die drei empfinden mehr als nur Nähe füreinander. Nachts reißen sie aus der Klinik am Meer aus, baden zusammen im Pool und ziehen feiernd durch Clubs. Leila fühlt sich endlich anerkannt und aufgehoben, und auch Ann und Frenja scheinen zu erkennen, was und wen sie eigentlich wollen.

Autorin und Regisseurin Leonie Krippendorff (32) legt mit «Looping» ihren ersten Spielfilm vor. Sie erzählt nacheinander erst die einzelnen Geschichten von Leila, Franja und Ann, in völlig unterschiedlichen Abschnitten ihres Lebens - bis sich alles zu einem Ganzen fügt.

«Mein Film ist ein Märchen, das sich an der Realität abarbeitet und unsere Gewissheiten in Frage stellt. Alle drei Frauen sind durch gewaltsame und schmerzvolle Umstände aus ihrem Alltag gepoltert und in die Einsamkeit gefallen», zitiert der Sender der Regisseurin. «An einem utopischen Ort verbünden sie sich und starten einen Angriff aus der inneren Welt ihrer Bedürfnisse auf die äußere Welt der Zwänge.»

Am Ende des klar aufgebauten, klug geschriebenen und gut gespielten Filmes sind alle drei Frauen ein ganzes Stück weiter, viel entschlossener und stärker als am Anfang, und versuchen einen Neubeginn in der gar nicht mehr so feindlichen Außenwelt.

Es geht in «Looping» um letztendlich doch unstillbare Sehnsüchte, um die schwierige Überwindung der Einsamkeit und um fehlende menschliche Zuwendung - vor allem in völlig unvorhersehbaren Situationen.

Looping

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