Ziad Doueiri : Libanesischer Regisseur von Militärgericht angehört

Der libanesische Regisseur Ziad Doueiri trat mit seinem Film «The Insult» beim Filmfestival in Venedig auf.
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Der libanesische Regisseur Ziad Doueiri trat mit seinem Film «The Insult» beim Filmfestival in Venedig auf.

Beim Filmfestival in Venedig erhält sein Film eine Auszeichnung. Als er zur Premiere in den Libanon reist, wird der Regisseur jedoch am Flughafen festgehalten. Es geht um einen früheren Film.

shz.de von
11. September 2017, 15:27 Uhr

Der beim Filmfestival in Venedig gefeierte Regisseur Ziad Doueiri ist nach seiner Rückkehr in den Libanon von einem Militärgericht angehört worden.

«Ich wurde befragt, und dann hat das Gericht entschieden, dass keine kriminelle Intention gegen die palästinensische Sache vorliege», sagte der französisch-libanesische Regisseur nach der Anhörung am Montag vor Journalisten. Nachdem er für rund drei Stunden befragt worden war, verließ Doueiri das Gericht und winkte mit seinen beiden Pässen in die Kameras. Doueiri war am Sonntag bei seiner Ankunft in Beirut am Flughafen kurzzeitig festgehalten worden, seine Pässe wurden vorübergehend einbehalten.

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, dass die Anhörung vor dem Militärgericht mit einem früheren Film des Regisseurs zu tun gehabt habe. Teile von Doeuiris Film «The Attack» aus dem Jahr 2012 wurden in Israel gedreht. Die beiden Länder befinden sich im Kriegszustand, libanesische Staatsbürger dürfen nicht nach Israel reisen und keine Kontakte zu Israelis pflegen. Die Vorführung des Films «The Attack», in dem es um einen Selbstmordanschlag in Israel geht, ist seit 2013 im Libanon verboten.

Der Regisseur reiste zur Premiere seines Films «The Insult» in den Libanon. Der Film wurde soeben beim Filmfest Venedig gezeigt. Hauptdarsteller Kamel El Basha gewann den Preis für den besten Schauspieler. Er spielt einen Palästinenser, dessen Streit mit einem Libanesen in Beirut so eskaliert, dass die Stadt fast vor einem Bürgerkrieg steht.

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