Geburtstag der Popsängerin : Kylie Minogue wird 50 – erst mäßig beachtet, dann Superstar

Kylie Minogue im April beim Interview in Berlin.
Kylie Minogue im April in Berlin. Einst sagte sie, sie würde erst heiraten, wenn Australien die Ehe für alle erlaube.

Schauspiel, Gesang, viele verkorkste Beziehungen: Kylie Minogue wird 50 – und sucht bis heute den richtigen Mann.

shz.de von
28. Mai 2018, 10:41 Uhr

Melbourne | Sie war 17, sie trug eine braun getönte Dauerwelle mit gelbem Stirnband, und es war wirklich nur eine Nebenrolle. Aber im Rückblick, sagt Kylie Minogue, seien die Dreharbeiten für die australische Fernsehserie „The Henderson Kids“ wohl „die beste Zeit meines Lebens“ gewesen. Das war 1985. Und wohl auch das letzte Mal, dass sich niemand groß um sie kümmerte. Denn kurz darauf begann die Weltkarriere.

Aus der mäßig beachteten Schauspielerin wurde binnen weniger Monate einer der größten internationalen Popstars. Wozu auch schon vor Facebook, Twitter und Instagram gehörte, dass das Leben größtenteils in der Öffentlichkeit stattfand. Heute, nach über drei Jahrzehnten mit „Kylie“ kennt man nicht nur ihre Hits, sondern weiß auch so viel über sie: von verschiedenen verkorksten Beziehungen bis zum Brustkrebs. Am Montag wird sie 50.

Die Karriere begann mit der nächsten Rolle nach den „Hendersons“. Mit „Neighbours“, einer Seifenoper über einen Vorort von Melbourne, gelang ihr der Durchbruch. In Deutschland liefen von „Nachbarn“ mehr als 800 Folgen bei Sat.1. Mit Jason Donovan, einem anderen „Neighbours“-Darsteller, wurde sie auch im echten Leben ein Paar.

Die beiden nahmen auch Musik auf. Der Kommerzpop aus der Hitfabrik des englischen Produzenten-Trios Stock, Aitken und Waterman verkaufte sich bestens, in Australien genauso wie in Europa und in den USA. Mit „The Locomotion“ und „I should be so lucky“ schaffte es Minogue weltweit in die Charts.

Die Schauspielerei betrieb Minogue bald nur noch nebenher. Mit Jason Donovan war es dann auch privat vorbei. Heute spricht von ihm keiner mehr. Für eine Weile war sie dann mit Michael Hutchence zusammen, dem Sänger der Rockband INXS. Und irgendwann gelang es ihr auch, mit der eigenen Musik ernst genommen zu werden. Den Ausschlag gab eine Mörderballade („Where The Wild Roses Grow“) mit einem anderen Australier: Nick Cave – seit jeher ein Liebling der Kritik.

Das Lied über einen Mann, der seine Geliebte umbringt, findet sich vielfach in den Listen der besten hundert Songs der 1990er. Ihren größten kommerziellen Erfolg hatte sie dann Anfang der 2000er-Jahre mit „Can’t Get You Out Of My Head“.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich Minogue zudem zu einer der Ikonen der Schwulen-Bewegung. Eine Zeit lang erklärte sie, erst zu heiraten, wenn in Australien die Ehe für alle erlaubt sei. Inzwischen ist dem so. Aber verheiratet ist sie immer noch nicht. Die Verlobung mit dem britischen Schauspieler Joshua Sasse (heute 30) löste sie vergangenes Jahr auf. In der Folge litt sie an einer Depression.

Ähnlich dramatisch war zuvor schon das Aus von ihrem langjährigen Partner Olivier Martinez (heute 52). Der französische Schauspieler stand ihr während einer Brustkrebs-Erkrankung zur Seite. Als alles halbwegs überstanden war, gaben die beiden „in gegenseitigem Einverständnis“ die Trennung bekannt. Dem Playboy sagte Minogue vor ein paar Monaten, sie suche bis heute den richtigen Mann. Eine „Versagerin“ sei sie auf diesem Gebiet.

Und jetzt, mit 50? Hat sie ihr 14. Album veröffentlicht, „Golden“ – Country, zum ersten Mal. Feiern will Minogue  in London, wo sie seit vielen Jahren lebt.

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