Goldenes Zeitalter : Kurosawas Drehbuchautor Hashimoto stirbt mit 100

Er prägte das japanische Nachkriegskino: Der Drehbuchautor und Regisseur Shinobu Hashimoto ist gestorben.

shz.de von
20. Juli 2018, 12:25 Uhr

Der prägende Drehbuchautor von Japans verstorbenem Meister-Regisseur Akira Kurosawa («Rashomon», «Die Sieben Samurai») ist tot. Shinobu Hashimoto erlag im Alter von 100 Jahren einer Lungenentzündung in seinem Haus in Tokio, wie japanische Medien am Freitag unter Berufung auf seine Familie berichteten.

Hashimoto trug mit seiner Arbeit maßgeblich zum goldenen Zeitalter des japanischen Films in den 1950er Jahren bei.

Internationale Bekanntheit erlangte er als Co-Autor von Kurosawa für das Drehbuch zum Film «Rashomon», der mit dem Oscar und dem Goldenen Löwen von Venedig ausgezeichnet wurde. In dem Film beschreibt Kurosawa, wie die Subjektivität der Menschen die Realität bestimmt. Der Streifen ist ein Klassiker der Filmgeschichte und stellt für den Westen den Beginn des japanischen Filmschaffens dar.

Im Westen vielleicht noch berühmter sind «Die Sieben Samurai» (1954), ein Drama um Treue und übermenschliche Tapferkeit nach einer berühmten japanischen Ritter-Legende. Der Film war Anstoß und Vorbild einiger Italo-Western. Auch daran wirkte Hashimoto mit. Daneben schuf der Drehbuchautor, Regisseur und Produzent bis ins hohe Alter noch zahlreiche weitere Werke. 2013 wurde Hashimoto mit dem Jean Renoir Award des Writers Guild of America für seine Arbeit ausgezeichnet.

Akira Kurosawa, der zu den bedeutenden Erzählern der Filmgeschichte gehört und wie kein anderer die Glanzzeiten des großen japanischen Kinos verkörperte, war im Jahr 1998 im Alter von 88 Jahren gestorben.

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