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Alles rund ums Verbrechen : Krimi-Gipfeltreffen: Promis und Experten bei «Tatort Eifel»

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Alle zwei Jahre zieht das Krimifestival «Tatort Eifel» Tausende Krimifans an. Mit dabei: viele prominente Schauspieler - und Krimimacher. Am Freitag fällt die Klappe.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2017 | 10:41 Uhr

Sie haben eines gemeinsam: das Interesse am Verbrechen. Aus allen Teilen Deutschlands kommen sie zusammen - sie planen Morde, machen Schießtraining und überlegen, wie sie Totschlag noch spannender machen können.

Blut fließt aber nur auf der Leinwand, wenn sich ab Freitag (15. September) die deutsche Krimi- und Filmbranche beim Krimifestival «Tatort Eifel» in Rheinland-Pfalz trifft. Neben Filmpremieren, Lesungen und Auftritten mit bekannten Schauspielern treibt die Krimimacher im Fachprogramm die Frage um: «Wie verändert sich der Krimi angesichts von Webserien und Netflix & Co?»

«Der Umbruch im Fernsehmarkt stellt alle vor neue Herausforderungen», sagt die Leiterin des Experten-Programms, Julia Röskau. Noch seien die neuen Vertriebswege wie Streaming-Dienste eine Nische: «Aber eine stark wachsende Nische, was man vom linearen Fernsehen nicht sagen kann.» Und noch schaue «die breite Masse» Fernsehen. «Aber die Zeiten ändern sich. Das junge heranwachsende Publikum wird dafür sorgen.» Die neuen Trends ließen neue, oft kürzere Erzählformate zu.

Was die Veränderungen bedeuten - und welche Chancen sich ergeben, darüber wollen Autoren, Regisseure und Produzenten in der Eifel diskutieren. Rund 150 Experten werden erwartet. «So viele hochkarätige Gäste wie dieses Jahr hatten wir noch nie. Es ist richtig ein bisschen explodiert», sagt Röskau. Mit dabei ist auch Produzent Jörg Winger («Deutschland 83»), ein gebürtiger Eifeler, der derzeit als Co-Autor an «Deutschland 86» für Amazon Prime Video arbeitet.

Mit dem Programm für die Film- und Fernsehbranche hat sich das Festival «Tatort Eifel» nach Einschätzung von Festivalleiter Heinz-Peter Hoffmann mittlerweile bundesweit einen Namen gemacht. «Wir haben in der Fachwelt den Durchbruch geschafft. Wir sind der Branchentreff geworden», sagt Hoffmann, der 2001 mit Krimibestsellerautor Jacques Berndorf («Eifelkrimis») die Reihe ins Leben gerufen hatte. Ein Plus sei, dass die Macher in der Kleinstadt Daun zusammenkämen. «Das ist familiär. Da trifft man sich einfach auf der Straße.»

Neben den Experten werden bis zum 23. September etliche Tausend Krimifans zur neunten Auflage des Festivals erwartet. Auf dem Programm stehen rund 30 Lesungen, Filmpremieren und Konzerte. Eröffnet wird die Reihe mit der Schauspielerin Gudrun Landgrebe in Daun (Kreis Vulkaneifel), die Kurzkrimis zu bekannten Krimisongs liest. Auch die Schauspieler Dominique Horwitz, Fritz Wepper, Dietmar Bär und Johann von Bülow haben sich angesagt.

Das Festival schaue in diesem Jahr aber nicht nur in die Zukunft, sondern auch auf Vergangenes, sagt Hoffmann. Am 18. September werde es in Daun eine «Schimanski-Hommage» zu Ehren des im Juni 2016 gestorbenen Schauspieler Götz George geben. Als ARD-«Tatort»-Legende Horst Schimanski sei George bis heute unübertroffen. An dem Abend dabei sind unter anderem der ARD-«Tatort»-Erfinder Gunther Witte, der Regisseur Hajo Gies und Weggefährten von George.

George sei 2005 der erste Träger des Festival-Filmpreises Roland gewesen, sagt Hoffmann. «Damals hatten wir als Festival noch nicht das Standing - und viele haben gesagt: George kommt nie zur Preisverleihung in die Eifel.» Und er kam doch. «Das war für uns wie ein kleiner Ritterschlag», erinnert sich Hoffmann.

In diesem Jahr werden bei «Tatort Eifel» die Krimireihe «Spuren des Bösen» mit Heino Ferch in der Hauptrolle und der Schauspieler Matthias Brandt jeweils mit dem Ehren-Filmpreis Roland ausgezeichnet. Beide Schauspieler haben ihr Kommen zur Gala am 23. September angesagt, sagt Hoffmann. Das Festival gibt es alle zwei Jahre.

Programm Tatort Eifel

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